Riester-Rente

von
Joachim Becker

Wird ein Riester-Banksparplan mit Beginn der Auszahlphase verrentet oder erhält der Sparer sämtliche Beiträge einschliesslich der Fördergelder ausbezahlt?
Was passiert bei einem Riester-Fondssparplan? Wird das Guthaben grundsätzlich in eine Rentenversicherung umgeschichtet?

von Experte/in Experten-Antwort

Hierzu ist immer die Vorfrage bei der Riester-Förderung zu beachten.
Was will der Staat damit fördern ?

Gefördert werden soll - v.a. - die Zahlung einer späteren monatlichen Rente (zumindest mit Restkapitalverrentung ab dem 85. Lebensjahr), um damit umgesetzte Kürzungen in der gesetzlichen RV (hängt mit Veränderungen in der Rentenanpassungsformel zusammen, insbes. dem sogen. AVA Faktor) auszugleichen.

Im Wesentlichen nachzulesen wäre dies auch bereits in § 1 I Nr. 4 des AltZertG.

Dies wiederum bedeutet für Ihre Frage(n), dass es auch im Falle Variante Banksparplan - bereits - zu Beginn der Auszahlungsphase zu einer Umschichtung in eine Rentenzahlung kommen kann (grundsätzlich also ja). Zumindest aber muss die Bank zu beginn der Auszahlungsphase einen (Raten)Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr vorlegen, und einen Teil des Ansparkapitals in eine Rentenversicherung einzahlen, die dann für die Zeit ab 85 die Rentenauszahlung vornimmt (was Kosten verursacht).

Kommt es bereits zu Beginn der Auszahlungsphase zu einer Rentenzahlung, so richtet sich die Rentenhöhe nach dem Ansparguthaben, das zum Beginn der Auszahlungsphase vorliegt, und welches zuerst um die Kosten für die Rentenversicherung reduziert wird - zudem sind für diese Rentenhöhe die dann gültigen Sterbetafeln der DAV (vgl. auch http://www.aktuar.de) zu berücksichtigen.

Nach den aktuell geltenden DAV Sterbetafeln ist für einen 1940 geborenen männlichen Versicherten mit einer Lebenserwartung von 89 Jahren und bei einer glich alten Frau mit 93 zu rechnen. Für ein 2005 geborenes Kind (männlich) mit 98 Jahren - Frau mit 102 Jahren.

Ob dies alles in den von den Banken am Beginn des Sparzeitraums prognostizierten Ablaufleistungen enthaltenen ist sollte deshalb dahingehend überprüft werden....

Natürlich kann man sich auch bei einem Riester-Banksparplan zu bzw. vor Beginn der Auszahlungsphase (60 oder 62) bis zu 30 % des angesparten Kapitals - förderunschädlich - auszahlen lassen.

Bedenken Sie bitte, dass für die 30 % die eingezahltren Beiträge und Zulagen nicht verwendet werden dürfen - die indes für die lebenslange Rente zur Verfügung stehen müssen. Für die 30 % dürfen nur die bis dahin erzielten Überschüsse verwendet werden, was bedeutet, dass vom Optionsrecht nur derjenige Gebrauch machen wird können, der auch enstpr. lange und hoch angespart hat.

Bei einem Riester-Fondssparplan (den man haupts. über eine Bank abschließt) ist durchaus eine weit höhere Rendite zu erzielen, darüber hinaus ist dies im Vergleich zur fondsgebundenen Rentenversicherungen (die man über eine Versicherung abschließt) die weitaus kostengünstigere Variante, was die sogen. Zillmerung anbelangt.

Dennoch ist auch hier zu bedenken, dass auch ein Riester-Fondssparplan kein kostenloses AV Produkt ist, sondern sich über fondsinterne Verwaltungsgebühren, erfolgsabhängige Vergütungen sowie jährliche Kontoführungsgebühren finanziert. Die (nominal) Garantie der eingezahlten Beiträge mitsamt Zulagen (nominal) zum Auszahlungszeitpunkt kostet eben Geld....

Das in § 1 Abs.1 Nr.4 AltZertG geregelte Optionsrecht zur Einmalauszahlung von 30 % des bis dahin angesparten Kapitals greift hier ebenso - was aber auch für die bereits zum banksparplan getroffenen Ausführungen gilt.

Was die konkreten Auszahlungsmodalitäten angeht, so wäre dies individ. abzuklären, d.h. Ratenzahlung aus Entnahmeplan oder bereits ab Beginn Auszahlungsphase Rentenzahlung etc.
Neutrale Informationen dazu können u.a. beim Bunde der versicherten oder der Stiftung Warentest eingeholt werden. Im übrigen finden sich auch hier im Forum zahlreiche Einträge zum Thema Riester bzw. auch Fondssparplan.

MfG