Riester-Rente

von
Gerdi

Bin 26 J. alt, im ersten Arbeitsjahr nach Lehre ,dann Studium. Bei meinem Beruf bleibt mir ledig nur 1350 Netto. Mit was könnte ich noch vorsorgen? Mein Vater sagt es bringt nichts, wenn ich bei meinem Einkommen mal nicht über die Grundsicherung komme. Weil es dann angerechnet wird. Bitte um Antwort,mal sehen wie die Forumexperten dazu stehen. Danke

von
Glauben Sie an Riester oder an den lieben Gott?

Das Ergebnis vorweg!

Versicherungsmathematiker würden nicht riestern, die lassen sich nämlich von den angeblichen Geschenken des Staates nicht blenden, sondern rechnen lieber selber nach. Sehen Sie sich dazu den folgenden Beitrag von Monitor an:

http://www.gegen-altersarmut.de/images/Newsletter0608.htm

Auf dieser Seite erfahren Sie weiteres über Altersvorsorge. Bei etwaigem Prüfen von Angeboten ziehen Sie aber auch unbedingt Direktbanken und Fondsdiscounter mit in Betracht.

Was haben Sie von der Deutschen Rentenversicherung zu erwarten? Das können Sie hier nachlesen

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,518835,00.html

Warum hat der Staat nichts zu verschenken? Nun, dieser ist hoch verschuldet und zwar mit mehr als schlanken 1,5 Billionen Euro. Wieviel Zinsen pro SEKUNDE zu zahlen sind, können Sie hier nachlesen:

www.steuerzahler.de

Das ist aber noch längst nicht alles. Dieser Staat schiebt außerdem noch riesige Pensionslasten vor sich her und hat keinerlei Plan, wie er in wenigen Jahren die zu zahlenden Pensionen seiner Staatsdiener bezahlen soll.

Das heisst, Sie können weder auf diesen Staat noch auf irgend eine Grundsicherung bauen, auch diese fällt nicht vom Himmel, sondern ist zu bezahlen.

Es gelten nach wie vor die ehernen Grundsätze göttlicher Gesetze, die auch Onkel Riester nicht aushebeln kann: "Es kommt keiner von hinnen, bis das nicht der letzte Heller bezahlt ist".

Wer bezahlt nun diesen gigantischen Schuldenberg?

Vor allem die junge Generation aber letztendlich alle Bürger. Raten Sie mal, warum wir zur Zeit eine so hohe Geldentwertung haben? Durch das Auftürmen eines gigantischen Schuldenbergs ist noch keine Währung stabiler geworden. Die USA und Onkel Bush machen es uns gerade vor!

Ihr

Amadé

von
Realist

Gerade dann, wenn Sie im Alter nur "Grundsicherungsniveau" erreichen werden, ist eine private Altersvorsorge besonders wichtig! Dann können Sie sich nämlich den Gang zum Grundsicherungs- bzw. Sozialamt sparen und brauchen dem Steuerzahler nicht auf der Tasche zu liegen. Bevor Ihnen unser Staat überhaupt Grundsicherungsleistungen, also steuerfinanzierte Fürsorgeleistungen, bewilligt, müssen Sie erst einmal Ihre Bedürftigkeit nachweisen und das kann sehr demütigend sein! Also zögern Sie nicht und fangen Sie möglichst bald mit der Bildung einer privaten Altersvorsorge an. Riester-Verträge sind sehr empfehlenswert, weil zur Zeit keine andere Anlageform staatlich stärker gefördert wird. Wenn Sie im Alter aber lieber dem Staat auf der Tasche liegen wollen, anstatt selbst für Ihren Lebensunterhalt zu sorgen, dann befolgen Sie den weisen Rat Ihres Herrn Papas und verplempern Ihr Geld besser für andere mehr oder weniger sinnvolle Dinge!

von
Schiko.

Als lediger dürfte das monatsbrutto bei 2050 liegen, da
sie 1350 netto erhalten.

Basierend auf derzeit 30084 jahresbrutto ergibt sich in 40
jahren beitragszeit 26,56 RW. x 40 eine bruttorente von 1062
euro.

Bei monatlich 2050 ein jahresbrutto von euro 24.600 ein
( 26,56 : 30084 x 24.600) rentenwert von 21,71 x 40 jahre
brutto 868./. ca. 87 kranken/pflegeversicherung von netto 781.

Somit sind sie nach heutiger lage nicht für grundsicherung geeignet.
Beweis:
351 Regelsatz
300 miete/heizung
651 bedarfsermittlung, da sind sie noch mit 130 darüber liegend.

Es wird nichts angerechnet, sie bekommen keine grundsicherung wenn es diese
in vierzig jahren noch so wie jetzt gibt.

Habe also für die nächsten 40 jahre keine rentenanpassung nach oben
eingebaut, anderseits aber auch keine preissteigerung berücksichtigt.

Somit ist manches geschwätz von wieso und auch manchen nachplapperer
hier widerlegt.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Maria L.

Hallo Gerdi,

von mir gibt es auf Fragen dieser Art eine Standardantwort: freies Ratensparen in Aktienfonds. Zu dem Thema gibt es hier schon sehr viele Beiträge, die können Sie über die Suchfunktion finden.

Wenn Sie keine Einarbeitungs-Zeit für dieses Thema aufwenden wollen (was ich Ihnen aber sehr empfehlen würde), wäre ein Riester-Fondssparplan (aber keine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung) eine Notlösung. Guten Gewissens kann ich das aber nicht empfehlen, siehe auch den Beitrag von Amadé. Riester-Verträge haben sehr viele Nachteile, auch dazu finden Sie hier viele Beiträge.

Auf den Staat sollten Sie sich keinesfalls verlassen, der steuert möglicherweise auf den Staatsbankrott zu - entweder früher als Folge der Finanzkrise oder später als Folge der Überschuldung, das wird immer deutlicher (der Staat muß neue Schulden machen, um die Zinsen für die alten Schulden zu bezahlen - das kann nicht ewig gutgehen). Dabei gehen nicht nur unsere Rentenanwartschaften über den Jordan, sondern auch z.B. Staatsanleihen (sog. "Bundeswertpapiere"), Sparguthaben, Lebensversicherungs- und Rentenverträge (einschließlich Riester-Renten)...

Das ist nicht politisch korrekt, was ich hier schreibe, nicht immer kann ich um den heißen Brei herumschreiben. Ich könnte es auch vorsichtiger schreiben: die Inflations- und Währungsrisiken haben stark zugenommen. Der frühere Fed-Präsident Alan Greenspan hat gestern von einer Jahrhundertkrise gesprochen - und er ist eigentlich berühmt dafür, nur Andeutungen zu machen. Andere Experten ziehen den Vergleich zur Weltwirtschaftskrise 1929 ff.

In einer Finanzkrise verlieren Geldanlagen stark an Wert, nur Sachwerte oder Produktivkapital (= Aktien/Aktienfonds) erhalten langfristig Werte. Bei Produktivkapital ist kontinuierliches Investieren durch die Krise hindurch wichtig, um den Cost-Average-Effekt zu nutzen. Mit Einmalanlagen wäre ich eher vorsichtig.

Gute websites:

www.finanzuni.org (Bibliothek und Forum)

www.wertewirtschaft.org (gute Analysen)

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Hallo Gerdi!
Die Riesterrente ist was für kleiner Leute, die Kinder haben und die staatlichen Zulagen dafür kassieren können, attraktiv. Sonst zahlen Sie nur drauf. Ausserdem soll die Riesterrente lediglich die vor Jahren eingeführte Rentenkürzung auffangen. Ein richtiger Renditeknüller ist sie wirklich nicht.
Das was Sie brauchen, ist eine richtige Altersvorsorge mit richtigem Kapitalaufbau.
Das können Ihnen nur Aktienfonds bieten.
Ausserdem müssen Sie die Riesterrente später versteuern mit Ihrem dann persönlichen Steuersatz.

Positiv ist das nicht.

Mit 26 Jahren sind Sie noch sehr jung. Da lohnt es sich, für die nächsten 40 Jahre - bis zum 67.Lebensjahr sind es ja soger 41 Jahre - in Aktienfonds zu investieren.
Tippen Sie mal in der Suchfunktion oben "Aktienfonds" ein.
Dann kommen zahlreiche Beiträge von mir und Maria L. zu Aktienfonds als Ergebnis.
Tippen Sie dann auf MEINE Beiträge dazu (NIX). Dann lesen Sie mal, was ich dazu alles schon geschrieben habe.

Ich würde Ihnen raten, bei einer Direktbank oder einem Fondsshop einen Aktienfondssparplan anzulegen.

Bei einer Anlagedauer von 41 Jahren können EUR 100,-- oder schon EUR 50,-- monatlich schon sehr viel bewirken, wenn Sie die Fondsanteile nur lang genug stehen lassen.

Direktbanken, die ganz auf Ausgabeaufschläge verzichten:

www.ing-diba.de
www.comdirect.de
und viele andere

Gut beraten werden Sie auch bei Fondsshops wie

www.fondsladen.de
www.fondsdiscount.de

Schauen Sie da mal rein und schliessen Sie einen Fondssparplan auf einen Aktienfonds ab.

Hier gibt es auch zahlreiche Tipps, welche Fonds sich für langfristiges Sparen eignen.

Das was Sie brauchen, sind Aktienfonds mit guter Rendite; einen langen Anlagehorizont - über 40 Jahre - haben Sie ja schon.

Maria L. hat Ihnen ja schon gute Tipps wie www.finanzuni.org gegeben.
Unter www.finanzen.net www.dasinvestment.com www.fundresearch.de gibt es auch viele Infos.

Viel Spass bei der Lektüre der www-Seiten.

Nix

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Gerdi,

Sie haben hier durch die geposteten Beiträge bereits bemerkt, dass die Ansichten, welche Anlagen rentabel sind und auch in Zukunft bleiben werden, sehr unterschiedlich sind. Ich kann Ihnen auch nicht zu einer bestimmten Anlageform zuverlässig raten. Lesen Sie z.B. den Beitrag von Nix: "Die Riesterrente ist was für kleiner Leute, die Kinder haben und die staatlichen Zulagen dafür kassieren können, attraktiv. Sonst zahlen Sie nur drauf."

Es wird hier unterstellt, dass Sie, obwohl Sie erst 26 Jahre sind, niemals Kinder haben, die über die Zulagen unter Umständen die Riesterrente für Sie attraktiv machen. Oder, woher will irgendjemand wissen, wie Ihre finanzielle Lage in 30 Jahren ist (fragen Sie doch Ihren Vater zum Spaß, nach welchen Überlegungen er vor 41 Jahren (1967) seine Vorsorgeentscheidungen getroffen hat!). Woher soll jetzt jemand wissen, ob die Grundsicherung in 41 Jahren überhaupt noch gezahlt wird?? Was dann?

Ich möchte damit nur sagen, jede Anlage/Vorsorge ist besser als keine Vorsorge und der kluge Mann/Frau streut das Risiko, also vielleicht nicht 100 Euro monatlich nur in eine Anlageform, sondern 2 x 50 Euro in unterschiedliche Anlageformen. Rechtliche Rahmenbedingungen werden sich ganz sicher in den nächsten 41 Jahren mehrfach ändern.

von
Nix

Zitat aus dem Text des Experten:

Rechtliche Rahmenbedingungen werden sich ganz sicher in den nächsten 41 Jahren mehrfach ändern.

Liebe Gerdi!
Machen Sie sich unabhängig von den o.g. Rechtlichen Rahmenbedingungen.
Sparen Sie privat. Legen Sie z.B. - wie auch vom Experten empfohlen - z.B. EUR 100,-- in einen oder besser 2 Aktienfonds an.

Empfehlung?
Keine Empfehlung aber ein Tipp:
Ein 26jähriger sollte z.B.

1 Aktienfonds weltweitstreuend nehmen
Beispiel M&G Global Basics = EUR 50,--

1 Aktienfonds sollte in den Asiatischen Raum investieren

Also: z.B. Fidelity South East Asia = EUR 50,--

Wo Sie diese günstig und auch ohne Ausgabeaufschlag bekommen, habe ich ja schon in meinem vorherigen Beitrag aufgeführt.

Ach ja: Appropos:Rechtliche Rahmenbedingungen

Früher gab es einen Kapitalertragssteuerfreibetrag von Deutschmark 3.100,-- pro Nase.

Später wurde dieser Betrag halbiert.

Ab 01.01.2009 sind alle Gewinne steuerpflichtig = STichwort Abgeltungssteuer ab 01.01.2009.

Geld gespart wurde damals - wie heute - trotzdem.
Daran wird sich auch ab 01.01.2009 nichts ändern.

Die konstruktive Auseinandersetzung mit Geldanlagen ist hier sehr hilfreich.
Das ständige Anpassen an Markt und Gesetzesänderungen etc. zwecks Kapitalerhalt und Kapitalaufbau empfehlenswert.

Auch die Qualität von Aktienfonds kann sich ändern.
Immer wieder auch andere Aktienfonds beobachten.

Nix

von
OPA

Herr Realist - haben Sie es gelesen was Herr Nix schreibt und ich Ihnen schon einmal schrieb.
Die Riesterrente ist bei Auszahlung zu Versteuern!

von
Schwarzwälder

Ja, aber das weiß man ja schon beim Abschluß der Riesterrente und kann dies in die Rendite mit einplanen. Wer garantiert Ihnen denn, das Aktienerträge im Jahr 20XX nicht auch (voll) zu besteuern sind?
Wenn die Horrorszenarien des Herrn Amade eintreffen wird der Staat schon zusehen wo er sein Geld herbekommt. Bei den renditeschwachen Riesterrenten ist ja nicht viel mehr zu holen, aber bei den hohen Erträgen der Aktien schon.

von
Realist

Was Sie nicht sagen, Sie kluger Mensch! Bevor man als Rentner überhaupt steuerpflichtig wird, muss man erst einmal die Steuerfreiberträge überschreiten, was der allergrößte Teil der Rentner nur in den seltensten Fällen schafft!

Ein mündiger Bürger kann sich übrigens VOR Vertragsabschluss überlegen, ob sich eine bestimmte Anlage für ihn lohnt oder nicht. Steuerpflicht hin oder her!

Im Übrigen stimme ich dem User @Schwarzwälder voll und ganz zu!