Riester Rentenfonds-

von
Stefan77

Hallo liebes Forum,

nachdem ich wegen recht unsicherer Jobs das Thema Altervorsorge vor mich hingeschoben habe, wird es nun wirklich höchste Zeit.

Nachdem man gerade hierzu recht differente Informationen bekommt, wäre ich für ein paar Ratschläge sehr dankbar.

Erstmal zu mir:

30 Jahre alt, Informatiker
ledig,
Jahresbruttoeinkommen 42.000€
Bisher keinerlei Altersvorsorgeabschlüsse.

Entschieden habe ich mich eigentlich schon für einen Riester-Fondsparplan. Mein favorit ist die DWS-TOP-Rente.
Nachdem ich was Aktien angeht nicht so ganz risikobereit bin überlege ich noch zwischen der "Dynamik" und der "Balance"-Variante.
Auch wenn die Erträge geringer ausfallen werden, sagt mir das irgendwie mehr zu. Aber bin wie gesagt noch am Überlegen.
Vor allem folgende Fragen liegen mir am Herzen:

1.)Gibt es prinzipielle Einwände gegen diese Anlagefor für mich ?

2.)Welche monatliche Einzahlungsrate würdet Ihr mir empfehlen. Was unsereins noch Rente bekommt ist ja mehr als nur Kaffesatz lesen.
Dachte jetzt an eine monatliche Rate von 200€.
Was meint Ihr ?

3.) Wenn möglich würde ich eine "degressive" Anlage vorziehen.Also lieber zu Beginn höhere Zahlungen (mehr als die angedachten 200€),später dann weniger.
Gibt es diese Möglichkeiten ?
Oder kann mit Einmaleinzahlungen von größeren Beträgen zu Beginn ähnliches erreichen ?

Wäre für jegliche Tipps und Ratschläge sehr dankbar.

Viele Grüße
Stefan

von
Vorsicht

Hallo!

Zu den Einzahlungen: grundsätzlich können Sie die Höhe selbst bestimmen bis zu gewissen Ober- bzw. Untergrenzen (staaltlicherseits) und ggf. anbieterseits. Der Gesetzgeber hat die Bedingung festgelegt, daß das Ruhenlassen eines Riestervertrages jederzeit möglich ist. Somit können Sie die Höhe auch anpassen. Um in den Genuss der Zulage(n) zu kommen, müssen Sie bestimmte Mindesteinzahlungen vornehmen. Sofern Sie keine Kinder haben können Sie die jährliche Grundzulage in Höhe von 154,- Eur bekommen, wenn Sie 4% des Bruttosozialversicherungseinkommens des Vorjahres abzügl. der zu erwartenden Zulage in Ihren Vertrag einzahlen. Würde bei 42000 Eur im Jahr 2007 folgendes bedeuten: 1680-154=1526 jährlich, also ca. 127,17 mtl. Dann würde die Zulagenstelle die 154,- Eur in Ihren Vertrag zahlen. Max. dürfen jährlich insgesamt 2100,- Eur gefördert in Ihren Vertrag fliessen (incl. Zulage(n)). Hiesse: ca. 162,17 mtl. durch Sie, falls Sie keine Kinder haben. Also 200 wäre zuviel.Den Gesamteinzahlungsbetrag des Jahres geben Sie dann in der Steuererklärung in der Anlage AV an und das Finanzamt prüft, wie hoch die Steuererstattung durch Absetzen dieses Betrages sein würde. Sollte dann nach Abzug der bereits erhaltenen Zulage noch ein Betrag übrigbleiben, bekommen Sie diesen im Rahmen der Steuererstattung ausgezahlt. Bei Steuerklasse 1 und 42000 Eur Jahreseinkommen haben Sie in der Spitze einen Grenzsteuersatz von ca. 37%. So hoch ist also auch ihre Förderquote. Bei Absetzen von z.B. 2100 Eur (davon 1946 Eur durch Sie gezahlt) käme man auf eine Erstattung von ca. 770 Eur. 154 Eur haben Sie bereits in Ihren Vertrag als Zulage erhalten. Somit bekämen Sie noch ca. 616 Eur über den Lohnsteuerjahresausgleich auf Ihr Konto überwiesen( frei verfügbar im Gegensatz zur Zulage).

Da Sie von einer unsteten Erwerbsbiographie schrieben, wäre für Sie noch wichtig, daß angespartes Vermögen über Riester bei einer möglichen Arbeitslosigkeit mit "Hartz-IV-Berührung" unangetastet bleibt, im Gegensatz zu Vermögen in ungeförderten Altersvorsorgeprodukten, welches Sie dann bis auf geringe Freibeträge zunächst verbrauchen müßten.

von
OPA

Hallo Stefan
Bringe dein Geld nicht zur Bank. Lebe jetzt und nicht später . Was hast du davon wenn du Alt und Krank bist und etwas mehr an Geld hast. Gruß OPA!

von
Schiko.,

Ich bin der meinung, hinsichtlich der anlageform haben sie bereits vernüftig gedacht.

Mit einen jahresbeitrag von euro 1680 sichern sie sich die grundzulage von 154 euro( 4% aus 42.000), natürlich können sie auch 2400 ./. 154 zulage euro
2.246 als eigenleistung aufbringen, entsprechend höher mal die zusatz-
rente, der höchstbetrag für die sonderausgaben ist 2100 euro im jahr.

Bleibt es bei 1680./. 154) sind 1526 im jahr aufzubringen.

Während als single 8577 jahressteuer anfallen ermässigt sich bei 1680 gesamtbeitrag im jahr diese steuer auf 7985. Die differenz von 592
reduziert sich durch die zulage auf 438 rechnerische steuerrückvergütung.
Dabei nicht berücksichtigt soli und evtl. kirchensteuer.

Würde ihnen monatliche beitragszahlung empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
OPA

Hallo Steffan
Da sind Sie wieder die %te Jäger . Dort gibt es was - Das kann man noch mitnehmen. Bedenke - es sind noch Steuern und Abgaben zu bezahlen. Davon spricht niemand. Was keiner für dich hofft - Bleibt es denn die nächsten Jahre bei deinem Verdienst ?
Gruß OPA

von
Nix

Sie sind mehr der Sicherheitstyp und wollen mehr den Balance-Fund von der DWS-Rente nehmen.

Ich nehme an, Sie sind Jahrgang 1977 und dann sind Sie so ein Angsthase.
Bitte nehmen Sie das mit dem "Angsthasen" nicht so persönlich.
Aber wer - wenn nicht SIE - in Ihrem jungen Alter - sollte nicht besser sein Geld in einen Aktienfondssparplan stecken, wo Sie doch von Beruf ohnehin auch noch Informatiker - also Gutverdiener - sind und genug Zeit - weil Jahrgang 1977 - und das Geld lockerer in der Tasche sitzt - weil Informatiker studierte Menschen sind, die generell mehr Geld verdienen- wer, wenn nicht Sie, sollte am besten in Aktienfonds investieren.

Bitte bedenken, dass Sie zwar viele staatliche Zulagen bei Riesterprodukten erhalten, aber diese staatlichen erkaufen Sie sich durch geringere Renditen, welche Sie im Alter bei Verrentung auch noch versteuern müssen.

Genau aus diesem Grunde rate ich Ihnen, sich einen Aktienfondssparplan zu besparen.

Tippen Sie mal in der Suchfunktion auf dieser Seite den Namen Nix und Maria L. und Amadé. Da kommen so einige Beiträge zusammen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Denken Sie mal über Aktien nach....es lohnt sich.

Nix

von
Vorsicht

Hier sind keine Prozentejäger! Das ist sachliche Aufklärung der Fakten in Kurzform! Also das was man dabei wissen muß, um sich selbst ein Bild zu machen. Eine konkrete am besten persönliche umfassende Aufklärung kann und soll das nicht ersetzen.

Ihre miesmacherischen populistischen faktenlosen Aussagen bringen doch rein gar nichts!

Zu den Steuern in der Auszahlungsphase: Die daraus später fliessende Rente (max. 30% der Gesamtansparsumme kann einmalig ausgezahlt werden) ist voll steuerpflichtig. Kranken - und Pflegeversicherungsbeiträge müssen nach heutigem Rechtsstand - im Gegensatz zu den Zahlungen aus betriebl. Altersversorgung - nicht gezahlt werden. Das kann bei der jüngsten Rechtsgeschichte aber nicht garantiert werden. Vielleicht gibts später die Bürgerversicherung und man zahlt auf alle Einkünfte Beiträge?!? Alles Spekulation. Unter Berücksichtigung der langexistierenden Steuersystematik in D ist davon auszugehen, daß im Alter die Einkünfte geringer sind als im Erwerbsleben und somit dürfte die Steuerbelastung im Alter eher sinken. Man kann deshalb auch nicht von einer Milchmädchenrechnung a la linke Tasche rein rechte Tasche raus sprechen, zumal die Zulagen und Steuervorteile (sofern man diese wieder zum Ansparen verwendet) in der Ansparphase ja auch Erträge erwirtschaften.

Zu Schiko: Theoretisch möglich ist ein Einzahlen über 2100Eur jährlich, die Erfahrung zeigt aber mittlerweile, daß die Anbieter dies nicht zulassen und größtenteils zuviel gezahlte Beträge zurückzahlen. Wohl, um der lästigen Auseinanderdividiererei zu Beginn der Auszahlungsphase hinsichtlich der unterschiedlichen Besteuerungsregeln zu entgehen.

von
OPA an Vorsicht

Zunächst mal - die Banken und der Deutsche Staat hat noch niemandem etwas geschenkt!
Fragen die ich gerne von Ihnen Beantwortet haben möchte:
1 Wie hoch sind die Steuern und Bearbeitungsgebüren der Banken ?
2 Wie geht es weiter wenn ich nicht mehr in der Lage bin Einzahlungen zu erbringen.
3 Angenommen - ich zahle 25 Jahre jedes Jahr 2100€ ein . Es ist leicht zu rechnen -52500€ .
Was sind die Zulagen im günstigsten Fall .
4 Wie hoch ist die Gesamtsumme - BRUTTO
Gesamtsumme - Netto
5 Was bleibt mir Netto in meiner Tasche .
6 Wieviel ist das sauer ersparte dann noch wert.
Bin doch mal auf Ihre Antwort gespannt!

von
Vorsicht an Opi

1. Wenn Sie sich auf die Riester-Banksparpläne beziehen: diese Anlageform ist laut Finanztest die kostengünstigste (teils sogar kostenlos) Möglichkeit, aber wohl auch die renditeschwächste. Was meinen Sie mit Steuern der Banken? Sind mir nicht bekannt und wüßte nicht, was dies mit dem Thema zu tun hat!

2. Dann lassen Sie das Kapital (eigene Einzahlungen, jährliche Zulagen und Erträge aus diesen) stehen (ruhen lassen); es verzinst sich ja weiter und bleibt erhalten. Zum Beginn der Auszahlungsphase - idealerweise mit Beginn des Altersrentenbezugs - müssen mindestens alle eigenen Beiträge und vom Staat gezahlte Zulagen da sein (Kapitalerhalt). Das muß vom Anbieter garantiert werden.

3. Dann hat der Riestersparer, sofern er jedes der 25 Jahre zum förderberechtigten Personenkreis gehörte, mindestens 154x25= 3850Eur Zulagen im Vertrag, wo sich auch über Zins-und Zinseszins Erträge über die Jahre ergeben haben. Dazu ggf. jährliche zusätzliche Steuererstattungen, die ja in für die Einzahlungen bzw. für weiteres Ansparen in ungeförderte, flexiblere Altersvorsorgeprodukte verwendet worden sein können.

4.Das muß der Anbieter Ihnen ggf. bei Vertragsabschluß anhand von angenommenen Entwicklungen und Einzahlungen berechnen - in jedem Fall bei der Riesterrentenversicherung (kostenintensivster Riesterweg) mittels garantierter und möglicher Rentenaussage. Und dann nur Brutto. Netto nach Abzug von Steuern hängt vom Einzelfall und der künftigen Rechtslage ab.

5. siehe 4.

6. Sie sprechen die Inflation an. Bin kein Hellseher. Aber duch Zulagen und Zins-und Zinseszinseffekt dürfte die Rendite die Inflation zumindest ausgleichen.

Für sicherheitsbewusste Anleger und Nicht Finanzfetischisten ein hohes Gut, zu wissen, daß zumindest , daß eingezahlte Kapital garantiert werden muß - gerade bei Leuten, die bei langer Laufzeit den Weg des Riesteraktienfonds wählen.

MfG

von
Maria L.

Hallo Stefan77,

die Darstellung von Vorsicht stimmt, soweit es die positiven Fakten zur Riester-Rente angeht. Es gibt aber auch zahlreiche Nachteile jedes Riester-Vertrags (wobei Riester-Fonds-Sparpläne noch die beste Variante sind). Bitte suchen Sie selber über die Suchfunktion passende Beiträge hier im Forum (Stichworte z.B.: Riester, "schädliche Verwendung", Beitragserhaltungsgarantie, Doppelverbeitragung - derzeit nur bei Betriebsrenten, zukünftig?).

Mit einem Riester-Vertrag erwerben Sie kein Vermögen, sondern nur den Anspruch auf eine Rentenzahlung. Private Rentenverträge sind wenig rentabel, daran ändert auch die Riester-Förderung nichts. Wer freies Vermögen bildet, kann später immer noch eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag abschließen, wenn er dann noch von einer langen Lebenserwartung ausgeht.

Als Informatiker können Sie gewiß gut logisch denken. Bitte studieren Sie die Informationen auf folgender website und suchen Sie nach logischen Fehlern:

http://www.finanzuni.org

Sie könnten z.B. mit der Kurzargumentation anfangen:

http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=42

Ich habe das gemacht (das ist leider sehr zeitaufwendig, es lohnt sich aber!) und keine Fehler finden können. Deshalb bilde ich jetzt für meine Altersvorsorge Vermögen nach der dort vorgestellten Investmentmethode. Kurzgefaßt: regelmäßiges Ratensparen in mind. 5 weltweit ziel- und chancenorientiert gestreute Aktienfonds über mind. 20 Jahre (Voraussetzung: Finanzpolster von mind. 6 Nettomonatsgehältern liegt vor). Die website ist unabhängig, es geht dort nicht darum, irgendwelche Finanzprodukte zu verkaufen.

Zur Höhe der Vorsorge empfiehlt nicht nur die FinanzUni, sondern auch viele andere Experten, mindestens 10% des regelmäßigen Nettoeinkommens zu sparen und produktiv zu investieren (laut FinanzUni darüber hinaus noch mind. 50% jedes Zusatzeinkommens und jeder zukünftigen Gehaltserhöhung). Über produktive Investitionen (also Aktien/Aktienfonds) schafft man persönlichen Wohlstand und trägt zudem zur Wohlstandssteigerung der Volkswirtschaft bei (was in Deutschland seit langem sträflich vernachlässigt wird, deshalb geht es mit uns bergab). Das können Sie z.B. auch durch diese Analyse nachvollziehen:

http://wertewirtschaft.org/analysen/kapital.pdf

Weitere (eingeschränkt) empfehlenswerte websites:

http://www.gegen-altersarmut.de (Achtung, das ist ein Anbieter von Finanzprodukten)

http://www.bds-deutschland.de

http://www.riesterrentenbetrug.de

Suchen Sie generell abseits des Mainstreams nach Informationen. Medien, die Finanzinformationen anbieten, sind häufig abhängig von Werbeaufträgen der Finanzbranche. Klar, daß Kritik an Finanzprodukten dann nur sehr zaghaft ausfallen darf...

Noch zu Ihrer 3. Frage: der wichtigste Faktor für die Altersvorsorge ist die Zeit. Der frühere Beitrag wird im Durchschnitt durch den Zinseszinseffekt mehr Ertrag abwerfen als der spätere Beitrag. Insofern ist eine degressive Anlage sicher überlegenswert. Üblicherweise wird aber das Gegenteil empfohlen, nämlich regelmäßige dynamische Erhöhungen der Sparbeträge, da das Einkommen im Verlauf der Zeit eher steigt als fällt.

Gruß,
Maria L.

von
OPA

Wer den Beitrag von Maria L liest wird Ihr RECHT geben!

von
OPA - NICHT - OPI

Antworten an Vorsicht :
Es ist wirklich so . Bei einem Riesterplan fallen bei Auszahlung Steuern an. Wie hoch die sind ?
Das eine Bank für nichts Arbeitet habe ich so lange ich lebe noch NIE erlebt!
Zinseszins schön und gut - minus 25 %
Ich kann nicht glauben das mir der Staat für nichts 3850€ schenkt - nur für einen Sparvertrag !
Ihrem letztem Absatz gebe ich Ihnen VOLL RECHT---
ZUMINDEST DAS EIGENE EINGEZAHLTE KAPITAL KOMMT ZUR AUSZAHLUNG !!!
Dem ist nichts mehr zu sagen!

von
OMA

Na ja, höchstens teilweise!

von
Vorsicht

Sie hat in vielem dabei Recht, ist immer sehr gut informiert, meint es auch immer gut und eher wenig populistisch. Nehme ihre Ratschläge auch oft an bzw. denke darüber nach.

In diesem Fall fehlen mir aber Aussagen zur Abgeltungssteuer (bei Riesterpodukten nicht zu zahlen - und wohl auch fällig bei notwendigen und durchaus sinnvollen Rücklagen von 3 - 6 Monatsgehältern - je nach persönl.Situation und Lebensstandard) und zur nicht wegzudiskutierenden Thematik der immer normaler werdenden unsteten und durch Arbeitslosigkeiten immer wieder unterbrochenen Lebensläufe. Da gewinnt die Tatsache der Hartz-IV- Sicherheit einen großen Stellenwert und dann war in vielen Fällen das Anlegen in noch so vielen (Streuung) führenden Aktienfonds -Welt vielleicht nur dazu da, die "arbeitsfreie Zeit" nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein bzw. über Sozialhilfeniveau leben zu können (aber wie lange reicht das dann???) Nicht zu vergessen die oftmals als Negativargument dienende Frage der Kranken-und Pflegeversicherung in solchen Zeiten. Die muß man, sofern man nicht HArtzIV-Bezieher ist und auch keinen "familienversicherungsfähigen" Partner hat mangels Bedürftigkeit selber zahlen. Die Beiträge werden doch auch nach Maria L.´s Meinung eher steigen - denn so wie "der Staat einem nichts schenkt" und immer mehr braucht, so erleben wir ja auch die KV und PV in Deutschland (Leistungskürzung, Beitragsteigerung usw.).

von
Vorsicht

"Das eine Bank für nichts Arbeitet habe ich so lange ich lebe noch NIE erlebt!"

Die Banken leben doch auch schon davon, daß jemand dort monatlich Geld dort einzahlt und dies dann in der Regel bis zur Auszahlung bei der Bank bleibt und sie damit arbeiten kann.

"Zinseszins schön und gut - minus 25 %"

Eben nicht bei Riesterverträgen!!!!

"ZUMINDEST DAS EIGENE EINGEZAHLTE KAPITAL KOMMT ZUR AUSZAHLUNG !!!
"

incl. Zulagen und das kann bei 2-3 Kinder über 20 Jahre auch ein nettes Sümmchen sein!!

900 Eur(3x300 -bei Geburt ab 2008)+154 Eur jährlich mal 20 Kindergeldjahre = 21080,- Eur zzgl. Zins-und Zinseszins und eigener jährlicher Einzahlung von vielleicht 100 Eur jährlich... ganz nette Rendite. Förderung von 90% und in der Auszahlungsphase bei einer frei erfundenen Rente von 200,- Eur mtl. wird doch nicht im Ernst 180 Steuer davon zu zahlen sein!?!!!

Diese Kapitalgarantie ist für manche Sparer ein unverzichtbarer Wert. Gerade bei heutiger Überlegung zum Thema Finanzmärkte... Der ein oder andere würde ohne diese gar nichts für´s Alter sparen aus Angst. Dann lieber Riester als gar nichts und der Steuerzahler zahlts später für diese Personen...

von
Maria L.

Hallo Vorsicht,

auf einen Irrtum bei Ihnen muß ich nun aber doch hinweisen. Die Beitragserhaltungsgarantie (bei Riester gesetzlich vorgeschrieben und heftig zu Werbezwecken genutzt) ERHÄLT NICHT DAS KAPITAL! Paradox, aber wahr! Sie erhält nur die NOMINALEN EINZAHLUNGEN. Wieviel Kaufkraft dieses zurückgezahlte Geld dann noch hat, weiß heute niemand.

100 Euro, die heute eingezahlt werden, haben im Jahr 2043 bei einer moderaten durchschnittlichen Inflation von 3,1% (entspricht der langjährigen Durchschnittsinflation von - ich glaube - zwischen 1950 und 2000) noch eine Kaufkraft von heute 34,35 Euro. Das ist kümmerlich, mir würde diese Aussicht keine Sicherheit geben, wozu diese "Garantie" doch angeblich dient!

Aktuell nehmen die Inflationsrisiken aber dramatisch zu. Dafür sorgen u.a. die Banken- und Finanzkrise und die in fast allen westlichen Ländern steigende Staatsverschuldung. Es gibt nach Ansicht mancher Ökonomen auch das ganz reale Risiko einer Währungsreform, falls der Dollar und in Folge der Euro zusammenbrechen sollte. Das muß nicht passieren, aber es könnte passieren. Nach einer Währungsreform (oder auch nach einer Insolvenz der Bank, die den Riester-Vertrag anbietet) ist die Beitragserhaltungsgarantie genau 0 wert.

Echte Werte sind nur Sach- und Produktivkapital, wobei nur letzteres sich in langfristiger Betrachtung zur Vermögensbildung eignet. Sicherheit gibt es nur durch das Eingehen von vermeintlichen Risiken. Auch paradox, aber auch wahr. Man muß sich natürlich durch eigenes Nachdenken davon überzeugen, daß das auch stimmt. Vorher hätte ich auch nicht in Aktienfonds investiert.

Die Zulagen werden bei den meisten Anbietern übrigens nur auf niedrigverzinsten Konten festgelegt (also nicht investiert), weil sie bei schädlicher Verwendung an die ZfA zurückgezahlt werden müssen.

Diese Zinsen liegen in der Regel unter der Inflationsrate und müssen zudem nachher noch versteuert werden (nachgelagerte Versteuerung), was die reale Minusrendite (für den Zulagenanteil) noch vergrößert.

Gruß,
Maria L.

von
Vorsicht

Auf die Inflation bin ich eingegangen und ich meine mit Kapitalgarantie auch den Nominalwert. Genauso wie Sie sich bei der Entscheidung für Aktienfonds (was ich übrigens auch mache) auf in der Vergangenheit über verschieden gelegte Zeiträume erzielte Durchschnittsrenditen von 8-10% beziehen (wie auch bei der durchschn. Inflationsquotenentwicklung) muß man aber auch bei anderen Anlageformen (und das sowieso und immer) von gewissen Annahmen ausgehen. Und da denke ich daß mit 4 % bei Banksparplänen zzgl. Zulagen die Inflation zumindest ausgeglichen werden kann.

"Das muß nicht passieren, aber es könnte passieren. Nach einer Währungsreform (oder auch nach einer Insolvenz der Bank, die den Riester-Vertrag anbietet) ist die Beitragserhaltungsgarantie genau 0 wert."

Einverstanden!! Aber warum sollte die Fondgesellschaft oder Bank, über die meine Aktienfonds laufen oder die Unternehmen , in deren Aktien meine Gelder fliessen, nur weil sie ungefördert sind nicht von diesen möglichen Krisen und Szenarien betroffen sein!?!?!?!?! und das vielleicht zufällig kurz vor meinem sehnlichst erwarteten und erspartem Ruhestand...

"Die Zulagen werden bei den meisten Anbietern übrigens nur auf niedrigverzinsten Konten festgelegt (also nicht investiert), weil sie bei schädlicher Verwendung an die ZfA zurückgezahlt werden müssen.

Diese Zinsen liegen in der Regel unter der Inflationsrate und müssen zudem nachher noch versteuert werden (nachgelagerte Versteuerung), was die reale Minusrendite (für den Zulagenanteil) noch vergrößert."

Bei meinem Aktienfonds werden davon direkt neue Anteile eines führenden Aktienfonds Welt erworben. Ich persönlich halte Riesteraktienfondsparen bei Kinderarmen- bzw.-losen ohnehin für den einzig richtigen Weg bei entsprechender Laufzeit natürlich.

von
Maria L.

Hallo Vorsicht,

wer auf einen Riester-Vertrag viele Kinderzulagen erhält und über einen längeren Zeitraum nur sehr geringe Eigenbeiträge leisten muß - ok, der soll es meinetwegen machen. Beruhigt ja auch ein bißchen das eigene Bauchgefühl. Allerdings bin ich mir unsicher, ob es heute noch so viele Familien nach dem Modell "Hausfrauenehe" gibt, die tatsächlich über 20 Jahre mangels eigenen Einkommens eines der Partner im Jahr nur 60 Euro Eigenbeitrag zahlen müssen.

Für den Single ohne Kinder ist Riester meiner Meinung nach aber unrentabel.

Und keinesfalls darf man dem Irrglauben verfallen, allein mit einem Riester-Vertrag hätte man genug vorgesorgt. Riester ist konzipiert als Ausgleich für 3% Rentenkürzung, soll also 3% des zukünftigen Bedarfs abdecken. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Also ist zusätzliche Vorsorge notwendig.

Gruß,
Maria L.

von
OPA an Vorsicht

Wieder diese Zulagenbeispiele!
Die wenigsten Ehepaare haben heute keine 2-3 Kinder . Im Schnitt 1 Kind. Es wird immer im bestmöglichem Fall ausgegangen. Wieviele haben denn einen Riestervertrag!
Sagen Sie - sind SIE Lobbyist ? Sie verteidigen die Riesterrente ja - wie der Teufel das Weihwasser.
Es muß jeder selbst wissen was er macht . Für mich selbst selbst ist es nichts mehr. Ich geniese noch meine paar Jahre und dann ist es gut.
Aber dennoch ist die Riesterrente ein Selbstläufer!
Jetzt gehe ich einen Schoppen trinken !!!

von
Vorsicht

Da gebe ich Ihnen recht mit dem Tropfen...

Mir liegt bei der meines Erachtens nicht unrealistischen Idee von 2-3 Kinder und vielleicht 60-200 Eur Eigenbeitrag jährlich eher das Argument im Magen, welche Frau (in der Regel) kann bei dieser Kinderzahl denn voll geschweige denn halbtags arbeiten?? Stichwort Betreuung und Betreungsmöglichkeiten, auch aus finanzieller Sicht.

Und daß das dann keine ausreichende Versorgung abwirft - OK. Dazu müßte mehr getan werden. Aber ist das denn realistisch bei diesem Personenkreis??? Finanzielle Möglichkeiten von kinderreichen Familien/Alleinstehenden.(die meisten Fondsparpläne (ungefördert) lassen nur ein monatliches (sinnvoller Cost-Average-Effekt) Sparen ab 50,- Eur zu!
Dann doch wirklich lieber und zwingend Riester (incl. Grund - und Kinderzulagen) mitnehmen und vom/das Wirken des Kapitalmarkts (Zins-und Zinseszins) profitieren/mitnehmen als gar nichts zu machen und somit vorprogrammiert in jedem Fall in die Altersarmut und auf die Tasche der dann arbeitenden und steuerzahlenden Generation fallen.