Riester über Arbeitgeber

von
Marius

Hallo,

mir wurde die Möglichkeit gegeben, Riester über meinen Arbeitgeber zu machen. Welche Vorteil/Nachteil hat das zu einen privaten Vertrag. Die gezahlte Beiträge sind doch die selben?

Danke für die Antworten.

von
Maria L.

Hallo Marius,

über die Suchfunktion können Sie viele Beiträge sowohl zum Thema Riester als auch zum Thema betriebliche Altersvorsorge finden (ist leider etwas mühsam in diesem Forum).

Meiner Meinung nach ist Riester über den Arbeitgeber eine besonders schlechte Kombination.

Bei allen Verträgen, die über Entgeltumwandlung laufen (= betriebliche Altersvorsorge), müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner später die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge selber bezahlen (also doppelt so viel wie normalerweise). Außerdem sind die Betriebsrenten voll nachgelagert steuerpflichtig. Die Steuer- und Abgabenvorteile während der Ansparphase wiegen diese Nachteile m.E. nicht auf. Die Entgeltumwandlung führt zu einer Reduzierung Ihrer Ansprüche auf gesetzl. Rente, Arbeitslosengeld, Krankengeld. Außerdem verzichten Sie auf die Arbeitgeberbeiträge zu diesen Sozialversicherungen (das ist ein Teil Ihres Gehalts, auch wenn er auf der Abrechnung nicht sichtbar ist), zumindest, wenn der Arbeitgeber diese nicht Ihrem Vertrag zukommen läßt.

Lesen Sie dazu diesen Beitrag:

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Die Riester-Rente wird mit der der staatlichen Förderung beworben. Sie bekommen entweder die Zulagen- oder die Steuerförderung je nach persönlicher Situation, nicht beides zusammen. Das wiegt aber die Nachteile dieser Vorsorgeform m.E. nicht auf. Die staatlich vorgeschriebene Garantie der eingezahlten Beiträge zwingt zu unrentablen Konstruktionen, die hohen Bürokratieauflagen zwingen zu hohen Kosten, und die Verpflichtung, eine lebenslange Rente zu zahlen, zwingt zu einer unrentablen Verrentung des Kapitals. Sehr nachteilig ist der Fall der schädlichen Verwendung (z.B. Auslandsumzug, Tod des Riester-Sparers, Kündigung des Vertrags). Dabei müssen alle staatlichen Förderungen und ein Teil der daraus erwirtschafteten Erträge zurückgezahlt werden.

Alle festverzinslichen Verträge (falls es sich um einen solchen handelt), sind für die Altersvorsorge generell ungeeignet, weil sie das Geldwertstabilitätsrisiko nicht abdecken. Wenn Sie noch mind. 20 Jahre Zeit bis zur Rente haben, sollten Sie stattdessen in Beteiligungspapiere (Aktienfonds/Aktien) investieren.

Lesen Sie zum Thema Private Altersvorsorge bitte noch diesen Beitrag von mir:

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Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

Experten-Antwort

Einige wesentliche Nachteile:
Sie haben als Arbeitnehmer keine freie Anbieter-, Produkt- und Leistungsauswahl - der Arbeitgeber wählt das Produkt aus!; meistens ist kein Ehegattenvertrag aus nur abgeleitetet Förderung möglich; keine Vererbungsmöglichkeit des angesparten Kapitals; keine Wechselmöglichkeit mit Kapitalübertragung zu einem privaten Anbieter; durch Entgeltumwandlung wird die gesetzliche Rente gemindert.

Einige wesentliche Vorteile:
Für Sie als Arbeitnehmer beeinhaltet diese Art der Riester-Förderung ein Stück Bequemlichkeit, da Sie sich um nichts kümmern müssen, dies tut der Arbeitgeber für Sie; Angespartes Kapital ist "Hartz-IV"-sicher; Sie sparen durch Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben.

Um ggf. die volle Förderung zu erhalten, sind auch bei der betrieblichen Riester-Rente 4 % Ihres Vorjahreseinkommens einzuzahlen.

Aber Vorsicht: nicht alle Durchführungswege, die der Arbeitgeber auswählen kann, sind tatsächlich förderfähig! Eine Riester-Förderung gibt es nur in Fällen der Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfond. Nicht dagegen bei Direktzusage oder Unterstützungskassen.

Wir empfehlen Ihnen, sich zu näheren Informationen zu den einzelnen Möglichkeiten an die Verbraucherzentrale zu wenden.

von
Frank Morris

Im Prinzip kann man sagen , das von allen Finanzprodukten ( Riester etc. ) die vom oder durch den Arbeitgeber angeboten werden, die Finger zu lassen sind !

An solchen Produkten verdient in erster Linie Ihr Arbeitgeber....