Riestern?

von
Nadir

Ich will meine Altersvorsorge voranbringen: Derzeit zahle ich in die Betriebsrente ein (Entgeltumwandlung lt. Tarifvertrag mit Beteiligung des Arbeitgebers). Zusätzlich zahle ich in eine fondsbasierte Lebensversicherung ein und in einen Aktienfondssparplan. Die Versicherungen habe ich lange vor Riesters Amtszeit abgeschlossen. Jetzt wurmt mich, dass ich bei der Riester-Rente so viele Zulagen abgreifen könnte (2 mal 300, 1 mal 185 plus 2 Grundzulagen). Die Sparraten könnte ich mir gerade so leisten. Liebes Forum, was spricht dafür, was dagegen eine Riester-Rente zu besparen? Wenn ratsam, welchen Vertrag (Fonds, Bank oder Versicherung) soll ich abschließen? Oder ist es besser, die Betriebsrente aufzustocken?

von
Detlef

FÜR die Rietser-Rente spricht NICHTS

Dagegen jedoch vieles , wenn nicht sogar alles.

Lassen Sie so einen Blödsinn wie Riestern sein.

Bemühen Sie die Suchfunktion. Über dieses Tehma " Riester-Rente " ist hier schon unzählige Male gesprochen worden...

von
Schiko.

Trotz bisheriger und vermutlich noch kommender unkenrufe
lassen sie sich nicht verunsichern.

Für wenn sonst, wenn nicht für sie, ist riestern ein richtiger
schritt .
Alleine bis zur vollendung-wenn nicht sogar länger- des
18. lebensjahr der kinder 785 kinderzulagen plus 154 grund-
zulage und bei eigenen vertrag der ehefrau nochmals 154 grund-
zulage sind halt mal 1093 staatliches geschenk.

Da würde ich ja notfalls sogar die lebensversicherung, angelegt
in einen aktienfonds, fallen lassen.

Bin sicher, ihr bankberater sucht für sie schon das richtige an-
lage produkt für die riesterbeiträge raus.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Realist

Ich kann @Schiko nur zustimmen!

Keine andere Anlageform wird zur Zeit stärker gefördert als die "Riester-Rente". (Auch wenn man mit riskanten Aktienfonds langfristig gesehen höhere Renditen erzielen KANN!)

von
Versicherungsmathematik versus Riester-Lobby-Connection

Sie gehen von der völlig irrigen Annahme aus, dass dieser Staat etwas zu verschenken hat. Das, was meine Vorredner mit der höchsten Förderung vorgebracht haben stimmt sogar, jedoch wird nicht der Vorsorgende gefördert, sondern allein die Anbieter.

Selbst bei den Gewerkschaften, aus deren Reihen Herr Riester ja kommt, ist man inzwischen aufgewacht. Schauen Sie sich den folgenden Beitrag von Monitor an und vollziehen Sie die dort genannten Fakten der Versicherungsmathematiker nach, dann wissen auch Sie, dass dem Vorsorgetreibenden nichts geschenkt, sondern eher vielmehr genommen wird:

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=956&sid=181

von
Realist

Die bisher 11.000.000(!) "Riester-Verträge" wurden also allesamt von "Dummköpfen" abgeschlossen?

Wie schön, dass wie unseren klugen Amadé haben!
(Und "Monitor" natürlich!)

von
Nicht die Masse macht es

Bringen Sie lieber nachvollziehbare Fakten. Wir hatten mal in Deutschland einen Regierungschef, der Weltkriegs-I-Gefreiter war. Dem sind sogar mehr als 11.000.000 gefolgt.

War das gut?

von
Realist

Also sind tatsächlich alle bisherigen "Riesterer" dämlich?

Sie wollen also nachvollziehbare Fakten?
Ich versuche es:

Mein beitragsfreigestellter "Riester-Vertrag" kostet mich pro Jahr schlappe 1,20 € - ein Euro und zwanzig Cent - Verwaltungskosten, bei einer bisherigen durchschnittlichen Rendite von rd. acht Prozent/Jahr. Die bisher erhaltenen staatlichen Zulagen sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Abschluß- und Vertriebskosten waren unerheblich und fallen z.Zt. gar nicht mehr an. Das können Sie nun glauben oder auch nicht!

Mein Anbieter hält die Verwaltungskosten offensichtlich ebenfalls für sehr niedrig. Sonst würden mich dessen Callcenter-Mitarbeiter nicht mehrmals jährlich zur vorzeitigen Vertragsauflösung drängen, was ich jedoch momentan nicht tun werde!

Warum sollte ich mich also von Ihren Statements beeindrucken lassen?

von
Amadé

...ist zum Scheitern verurteilt. Selbst wenn alles so sein sollte, wie Sie es dargestellt haben, entscheidend ist die AUSZAHLUNGS-/Rentenphase.

Die Versicherungsmathematiker können erheblich besser rechnen als Otto Normalverbraucher.

von
Amadé

http://www.welt.de/finanzen/article1243023/Sparer_verzichten_auf_Milliarden_vom_Staat.html

Haben Sie aktuelle Zahlen darüber, wie viele Riester-Sparer überhaupt nicht in der Lage sind, den hervorragenden Zulagenantrag auszufüllen?

Nun, diese haben sich bestimmt geirrt.

von
BOBBY

Jeder spricht von Förderungen - Keiner von den Steuern von den Riesterrenten die noch bei der Auszahlung zum Abzug gebracht werden !

von
Realist

Nein, warum sollte ich?

Wer aus welchen Gründen auch immer nicht dazu in der Lage ist ein simples Formular auszufüllen, kann sich jederzeit einer Hilfskraft bedienen!

Es soll nicht wenige Analphabeten in Deutschland geben, die sich sogar die Busfahrpläne und Speisekarten von anderen Leuten vorlesen lassen müssen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

von
Kurt

und bisin spätstens 5 Jahren noch Beiträge für KV und PV, als freiwillig Versicherter schon heute

von
Nix

Wenn Sie schon eine Betriebsrente haben, reicht vollkommen aus, wenn Sie - zusätzlich - zu Ihrer fondsgebundenen Lebensversicherung separat noch einen Aktienfondssparplan einrichten.
Ich würde keinen Riestersparplan nur wegen der Zulagen allein abschliessen.

Ich würde nicht alles in staatlich subventionierte Altersvorsorge stecken. Ein bisschen Flexibilität sollten Sie sich bewahren.

Aktienfonds günstig kaufen können Sie bei vielen Direktbanken und bei vielen Fondsshops.
Fondsgebundene LV sind zwar wegen der Abgeltungssteuerfreiheit gut, aber wegen der laufenden Kosten zu teuer - lieber Abgeltungssteuer zahlen. So oft wechseln Sie doch den besparten Fonds doch bestimmt nicht oder? Und wenn macht sich dieser schon wegen der besseren Performance bezahlt, da kann man auch ruhig Abgeltungssteuer zahlen.

Nix

von
Vorsicht

Hallo zusammen!

Ich weiß nicht, wo das Problem ist. Ein optimaleren Fall als den von Nadir gibt es doch gar nicht, um Riester zu machen.

Bsp.: Nadir verdient Brutto-SV-pflichtig im Jahr 40000 Eur, seine Frau nichts, erzieht aber scheinbar kürzlich geborene Kinder("2x 300Kinderzulage"):

40000x 4% = 1600 - 2x300 - 1x185 - 1x154 = 661Eur Jahresbeitrag für Nadir (mtl. Ca. 55Eur)
Ehefrau, wenn Erziehung von Kindern unter 3 Jahren, zahlt selbst in eigenen Vertrag 60 Eur (mtl.5Eur) und erhält auch 154 Eur Grundzulage.

Die Familie zahlt also in 2 Riesterverträge jährlich 721Eur und erhält vom Staat 1093 Eur dazu.
Und wenn die Kinder über 3 Jahre sind und die Frau weiter zu Hause bleibt, braucht sie selbst nichts mehr in den bestehenden Vertrag zahlen und Nadir muß für die 1093 Gesamtzulagen nur noch 507 jährlich zahlen. Das wird scheinbar noch eine ganze Zeit so gehen, da ich davon ausgehe, dass die Kinder noch sehr jung sind. Und wenn die Familie nur solange riestert bis die Kinder 18 bzw.aus der Kindergeldzahlung raus sind und die Verträge dann ruhen läßt, warum nicht!!!?! Nehmt es mit!

Sofern die Eltern unter 40 sind , würde ich Riestern mit einem Fondsparplan machen (Anbieter?: letzter Test in Finanztest in den letzten 3 Ausgaben des Jahres 2007, nächster Test in diesem Herbst geplant).
Dann hat man höhere Renditechancen und trotzdem zumindest eine Kapitalerhaltgarantie. Allein das ist doch schon eine beachtliche Rendite. Und außerdem ist das Einkommen im Alter in der Regel geringer als im Erwerbsleben und somit der Steuersatz geringer. Auch wenn wir heut nicht wissen können, wie das Steuerrecht dann ist, wer glaubt im Ernst daran, dass der Prozentsatz der Förderung heute auch der Steuersatz in der Zukunft ist - bei allem Pessismus????

Sollten also frei gewählte 150 Eur Rente daraus später fließen, wird der Staat wohl kaum davon ca. 100 Eur Steuern nehmen!!!

Und wenn sich jetzt die Pessimisten auf diese Kapitalerhaltgarantie stürzen und deren wirkliches Bestehen in der Zukunft anzweifeln ( Stichwort: Banken- und Finanzkrise), dann wird es für ihre Produkte wohl genauso eng.

Meine Empfehlung daher: sofern 60 Eur monatlich übrig sind, würde ich Riestern, um die jährlichen 1093 nicht zu verschenken!

MFG

Experten-Antwort

Ich schließe mich dem Beitrag von "Schiko" an.

von
Milton

Zitat Schiko.:"Alleine bis zur vollendung des
18. lebensjahr der kinder 785 kinderzulagen plus 154 grund-
zulage und bei eigenen vertrag der ehefrau nochmals 154 grund-
zulage sind halt mal 1093 staatliches geschenk."

Wer bezahlt denn dieses Geschenk?
Diese Förderung wurde durch Zwang den bisherigen Eigentümern weggenommen.

Zweitens gehen Menschen mit anderer Leute Geld niemals gut um. Das heisst, vieles geht vorher in der Umverteilungsbürokratie der Riesterförderung verloren. Und nicht was wirklich förderwürdig ist, wird auch gefördert: Lebens- und Rentenversicherungen sind legaler Betrug, egal ob mit oder ohne Riesterförderung.

von
Amadé

Bravo, Sie haben es erkannt.

Leider schalten die meisten Deutschen bei den Worten "Zulagen" oder "Steuervorteile" den Verstand aus.

Nutzniesser sind allein die Banken und Versicherungen, von denen der "Arbeitnehmervertreter" Riester gewaltige Summen für seine Vorträge einstreicht.

Siehe auch Monitorbeitrag.

von
Vorsicht

Ihre Meinung basiert auf stahlhartem Beton und sonst auf Annahmen. Hellsehen können Sie wahrscheinlich genausowenig wie der Rest der Welt und an den Hebeln für die Zukunft sitzen Sie auch nicht.

Also warum dieses extreme Verunsichern?

Mir passt der Mitnahmeeffekt für manche Personen ebenfalls nicht, aber das führt nicht gleich dazu , daß ich hier schreibe als säße ich bereits im Jahr 2050 und schaue mahnend auf meine Schäfchen in der Vergangenheit und sage Ihnen, wie und wo es langgeht und auf welchen Zug Sie zwingend springen müssen. Zeigen Sie - wie bisher ja teils geschehen - den Menschen die Möglichkeiten mit jeweils den Vor- und Nachteilen (die es durchaus auch bei "Riester" gibt) und lassen sie dann als mündige Bürger selber entscheiden.

Mit Populismus, Vorurteilen und weiterer Verunsicherung ist den unsicheren Fragenden sicher nicht geholfen.

Gerade im Fall "Nadir" ist Ihre Art eben nicht angebracht!

MfG

von
Mutter

Irgendwie erinnern Sie mich an meine pubertierenden Söhne:

Die wollen auch IMMER Recht bekommen!

Und WAS ist schon "Monitor"?