Riestern zugunsten des Sozialamts - Amadé ist schneller als Rürup

von
Amadé

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

leider sind meine noch vor gar nicht allzu langer Zeit erhobenen Mahnungen in Sachen unsinniges Riestersparen bei Ihnen verhallt bzw. auf die leichte Schulter genommen worden. Jetzt meldet sich Rürup zu Wort und alles ist auf einmal sehr ernst.

Nochmals meine Bitte. Es ist mehr Wert auf objektive Aufklärung und Beratung zu legen §§ 13 ff. SBB I (Sozialgesetzbuch) statt unwirtschaftliches Riestersparen für potentielle Grundsicherungsbezieher hochzujubeln. Beinahe hätte ich etwas von "staatlicher Abzocke" geschrieben", das ist aber ja nun nicht geschehen. Bitte den Finger daher wieder von der Löschtaste nehmen.

Dringend notwendige Aufklärung ist auch kein "politischer" Beitrag!

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.

von
Amadé - der Schreibfehlerteufel

Es muss natürlich SGB statt SBB heißen. Die Schweizerische Bundesbahn (SBB) hat mit dem angesprochenen Problem natürlich nichts zu tun.

Mein versehen bitte ich zu entschuldigen.

von
Redaktion

Lieber Amadé,

womit haben wir denn diesen Eintrag verdient?

Wir haben null Problem damit zu schreiben, dass eine Riester-Rente später mal bei der Berechnung der Grundsicherung berücksichtigt werden kann. Insofern ist man aus individueller Perspektive vielleicht schlecht beraten eine Riester-Rente abzuschließen, wenn man hundertprozentig weiß, dass man ein Grundsicherungs-Fall wird. Aber wer weiß das schon?

1% Prozent der Bevölkerung bezieht Grundsicherung - für viele der anderen 99% könnte sich eine Riester-Rente lohnen.

Als wir dieses Thema hier im Forum das letzte Mal mit Ihnen diskutiert haben, haben Sie sinngemäß auf diesen Einwand geanwortet, dass es in Zukunft noch mehr Grundsicherungs-Fälle gibt. Mag sein, aber selbst wenn 10 Prozent der Bevölkerung Grundsicherung beziehen - könnten 90% dann nicht vielleicht sehr glücklich über eine Riester-Rente sein?

Übrigens: In dem Artikel, den Sie meinen, steht der Satz über die Grundsicherung drin.

Lassen Sie uns den Thread mit einem aus Ihrem Tippfehler inspirierten Schlußsatz enden:
Für die Altersvorsorge der meisten Menschen ist der Zug noch nicht abgefahren - Riestern bringt ihnen was.

Gruß
Redaktion

von
jens

na dann fühlt sich amade nicht mehr so allein :-)

von
Amadé

Vorab: Zu diesem thread erfolgt von mir kein weiterer Eintrag!

Sie führen aus:

"Wir haben null Problem damit zu schreiben, dass eine Riester-Rente später mal bei der Berechnung der Grundsicherung berücksichtigt werden KANN."

Grundsicherungsleistungen werden nur nach dem Bedürftigkeitsprinzip gewährt und sind daher gegenüber allen anderen Sozialleistungen aber auch bei vorhandenem Einkommmen oder Vermögen (abzüglich zustehender Freibeträge) NACHRANGIG zu gewähren.

Riester-Rentem MÜSSEN daher auf Grundsicherungsleistungen angerechnet werden. Das Wörtchen "kann" ist hier nicht korrekt, weil seitens des Grundsicherungsträgers KEIN Ermessensspielraum besteht.

Sehen Sie meine "Attacken" bitte nicht negativ. Ich sehe schon gewisse Fortschritte und bin eigentlich ganz froh, dass mein Tun nicht ganz umsonst ist. Da ich manchmal "austeile" bin ich auch nicht empfindlich, wenn ich mal was "einstecken" muss.

Könnten Sie Maria L. netterweise meine e-mail-Adresse zukommen lassen?

Herzlichen Dank!

von
Maria L.

Hallo Jens,

es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die WAHRHEIT durchsetzt! Die Wahrheit kommt schlußendlich immer ans Licht (oder glaubt heute noch jemand Norbert Blüms berühmten Satz "Die Renten sind sicher"?). Ich versuche nur, die Zeit bis zur allgemeinen Erkenntnis zu beschleunigen, genauso wie Amadé. Wir haben alle überhaupt keine Zeit zu verlieren, der Renten-Gau kommt so oder so. Da kann auch niemand etwas dafür, weder die Deutsche Rentenversicherung noch die Politiker noch die Manager. Das ist einfach Mathematik. Man kann ja lange glauben, daß 2+2 = 5 ist, aber irgendwann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, daß diese Milchmädchenrechnung nicht stimmt.

Je früher wir die Augen öffnen, desto besser für uns alle. Die einzige Rettung (und das IST die Rettung): langjähriges regelmäßiges Ratensparen in volatile, weltweit gestreute Aktienfonds für jeden Bundesbürger. Sobald ich selber in der Argumentation noch sattelfester bin, werde ich mich hier noch öfter melden (in der Hoffnung, daß dies dann von Seiten der Redaktion auch zugelassen wird - ich möchte nur aufklären, ich meine es gut).

Gruß,
Maria L.

von
jens

die wahrheit .... die wahrheit natürlich..... wahrheit ist ja gut, aber die art und weise sollte dabei auch stimmen, wenn man ihren beitrag liest klingt das ehrlich gesagt schon sektenartig.... und das ist bedenklich.... leute die so schwätzen wie sie sieht man regelmäßig...die wollen auch ihre heilbringenden botschaften unters volk bringen, nur das thema ist ein anderes.....

Experten-Antwort

Lieber Amadé,

das "kann" bezog sich auf die Freigrenzen nach dem Motto "wenn die Freigrenzen überschritten werden, wird eine R-Rente angerechnet". Danke aber für Ihre Bemühungen.

klar, wir "verdrahten" Sie gerne mit Maria.

@Maria: Ohne im Forum Ihre Emailadresse hinterlegen zu müssen, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, uns Ihre Emailadresse an redaktion@ihre-vorsorge.de zu schicken. Wir leiten Sie dann an Amadé weiter.

Die restlichen Anmerkungen von Ihnen haben wir gelöscht - siehe Forenregeln. Bitte verstehen Sie das nicht als Angriff. Gerne erläutern wir Ihnen, die sich ja viel Mühe hier im Forum macht, unsere Standpunkte mal persönlich. Unsere Emailadresse haben Sie ja...

Gruß
Redaktion

von
Amadé

Ich halte doch nicht mein Wort, es erfolgt ein weiterer Beitrag, der lautet:

Danke!

von
Rosanna

Ich möchte auch noch etwas zum Thema Grundsicherung und Anrechnung der Riester-Rente beitragen:

Ich denke, dass viele vergessen, dass die Grundsicherung ja nicht nur im Alter, genau genommen ab dem 65. Lebensjahr, greift. Personen, die mindestens 18 Jahre alt UND voll erwerbsgemindert sind, haben auch einen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen, wenn ihr Einkommen unter 700,- € liegt. Und dies sind nicht wenige. Dass dieser Personenkreis schwerlich Beiträge zur priv. Altersvorsorge - ob Riesterrente oder andere priv. Vorsorge - leisten kann, ist wohl klar.

Aber: Ich persönlich finde es nicht in Ordnung, "nur" im Hinblick auf die evtl. Inanspruchnahme von Grundsicherungsleistungen im Alter in Zeiten, wo es noch finanziell möglich ist, keine private Altersvorsorge zu treffen. Frei nach dem Motto: Was soll ich jetzt riestern, wenn die R.-Rente später bei der Grundsicherung angerechnet wird? Dem Sozial-/Grundsicherungsamt einen Gefallen tun, damit DIESE nicht zahlen müssen?

Die Grundsicherungsleistungen wie auch die Sozialhilfe werden aus Steuergeldern bezahlt.

Da wäre doch jeder, der rechtzeitig in irgendeiner Weise für sein Alter vorgesorgt hat, nur als Beispiel in Form von Immobilienkauf, Kapital-Lebensversicherung (wurde zu meiner Zeit immer gerne propagiert) BENACHTEILIGT, weil er in Zeiten, in denen er noch Einkommen hatte, FÜR SICH SELBST bzw. für das Alter Vorsorge getroffen hat. Vielleicht kommt auch so jemand durch irgendwelche Umstände in die missliche Lage, im Alter keine hohe Rente zu bekommen. Das "zusätzliche" Einkommen wird aber auch angerechnet.

Ich kann deshalb den Aufschrei der Empörung mancher Leute nicht verstehen, dass die Riester-Rente auf die Grundsicherung angerechnet wird. Schließlich ist sie Einkommen, die das RENTEN-Einkommen erhöht. Nichts anderes sollte meiner Meinung nach angestrebt werden (selbstverständlich nur, wenn es finanziell überhaupt möglich ist!).

MfG Rosanna.

von
Maria L.

Liebe Redaktion,

herzlichen Dank für beide Angebote.

Die Email-Adresse muß ich erst noch besorgen (kann vielleicht ein paar Tage dauern, ich habe das länger nicht mehr gemacht), dann werde ich Sie um Verdrahtung mit Amadé bitten.

Auch auf Ihr Angebot einer persönlichen Kontaktaufnahme möchte ich gerne zurückkommen - das könnte allerdings noch etwas länger als nur ein paar Tage dauern - da muß ich mich erst noch besser vorbereiten ;-).

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wo ich in meinem Beitrag Ihre Forenregeln verletzt habe, aber das kann man dann ja klären.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
interessierter Stephan B.

Hallo Maria,

ich würde auch gerne mit Ihnen in Kontakt treten. (Per Mail wg. Altersvorsorge usw.) Wären Sie daran interessiert?

Gruß, Stephan B.

PS. Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?

von
Maria L.

Hallo Stephan B.,

ja, warum nicht. Ein Problem ist dann vielleicht nur meine begrenzte Zeit. Da müßten wir dann auch die Redaktion um Vernetzung bitten. Warten Sie bitte ab, bis ich mir ein passendes Email-Konto besorgt habe.

Gruß,
Maria L.

von
Kurt

Rosanna
Beifall
sehr guter Beitrag !!!

von
Überzeugter Riesterer

.........dem kann ich mich nur anschließen !
Diese permanente, total überzogene Schwarzmalerei des Herrn "Amadé" kann einem den letzten Nerv rauben. Aufklärung ist zwar wichtig. Aber muss man die Leute unbedingt dermaßen verunsichern ?

Alles Gute !

von
Maria L.

Ja, leider muß man verunsichern, denn erst daraus kann ganz langsam eine neue Erkenntnis wachsen.

Bei mir persönlich war das so. Das läßt sich (mit entsprechendem Aufwand) über die Forumsuche in meinen jahre-alten Beiträgen nachvollziehen.

Ich habe mich jahrelang damit beschäftigt, so genau wie möglich meine Versorgungslücke zu berechnen - um mich selbst zu beruhigen. Ich wollte mich selber sehr gerne beruhigen, denn ich habe auch keine Lust auf Verunsicherung (wer hat das schon?).

Bis ich schließlich für mich festgestellt habe: meine Versorgungslücke könnte vielleicht so groß sein, daß ich sie mit den staatlich geförderten Formen der Altersvorsorge nicht schließen kann, selbst wenn ich alles ausnutze, was möglich ist.

Wie die Zukunft der gesetzlichen Rente mitsamt aller Nebenbedingungen (Steuern, Sozialabgaben) aussieht, weiß so genau keiner, denn keiner kann in die Zukunft sehen - es gibt allerdings verunsichernde Prognosen.

Für mich persönlich habe ich jedenfalls festgestellt, daß ich ein großes Risiko sehe, meinen Lebensstandard nicht halten zu können (und das ist mein Ziel, wie vermutlich bei den meisten Menschen), und dann erst habe ich angefangen über Alternativen nachzudenken. Und für mich persönlich habe ich eine Alternative gefunden, die ich hier schon wiederholt angedeutet habe. Also hat mir meine Verunsicherung genutzt, auch wenn sie zunächst mal unangenehm ist.

Gruß,
Maria L.

Liebe Redaktion, ich habe mir große Mühe gegeben, mit diesem Beitrag keinen Anlaß zur Löschung zu geben - ich melde mich demnächst bei Ihnen.

von
Rosanna

Hallo Maria L.,

es geht mir nicht darum, ob aufgeklärt (aber gleich verunsichert?) werden muss, um etwas für die Altersvorsorge zu tun. Denn dies ist für mich selbstverständlich. Schon vor 35 Jahren (!) wurde ich von meinem damaligen Versicherungsvertreter beraten, eine Kapitallebensversicherung abzuschließen (war neben Aktien oder Immob. damals so ziemlich die einzige mögliche priv. Altersvorsorge), um einen Ausgleich für die Rente (die nach dem damaligen Recht eigentlich schon ganz ordentlich war bzw. im Alter gewesen wäre!) zu haben, um dann meinen Lebensstandard halten zu können.
Manches Mal hat mich die Beitragszahlung für diese LV auch "geschmerzt", denn das Gehalt im ÖD war sehr bescheiden - im Gegensatz zur freien Wirtschaft.

Deshalb sehe ich es auch als "ungerecht", wenn diejenigen, die mich seinerzeit belächelt und ihr Geld für andere Dinge ausgegeben haben, heute jammern, wenn die R.-Rente auf die Grundsicherung angerechnet wird und sie nicht für´s Sozialamt sparen wollen!!!

MfG Rosanna

von
Maria L

Hallo Rosanna,

ich kann Sie verstehen. Ich bin in dem Punkt auch nicht ganz der Meinung von Amadé. Aber fänden Sie es nicht auch ungerecht, wenn jetzt beispielsweise Ihre Lebensversicherung auf Ihre Rente angerechnet werden würde? Ich glaube, der Vorschlag von Prof. Rürup, Riester-Renten nicht mehr vollständig auf die Grundsicherung anzurechnen (wer riestert, sorgt doch auch vor - so wie Sie mit der Lebensversicherung), geht in die richtige Richtung (damit der, der vorsorgt, nicht am Ende der Dumme ist). Aber das ist nun wirklich eine politische Diskussion, wir sollten das jetzt hier beenden.

Freundliche Grüße,
Maria L.

von
Rosanna

Hallo Maria L.,
ich will aucch keine politische Diskussion anfangen. Aber ich möchte noch etwas richtigstellen:
Es geht nicht darum, dass die private Altersvorsorge, gleich welcher Art, auf die RENTE angerechnet wird. Dies ist ja definitiv nicht der Fall!!! GRUNDSICHERUNG ist aber keine RENTEN-Leistung, sondern sie ist der Sozialhilfe gleichgestellt, d.h. sie wird aus Steuergeldern gezahlt. Für die Rente wurden dagegen von mir und dem Arb.Geber Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Das ist der klitzekleine Unterschied.

Das war´s von mir zu diesem Thema.
Schönen Tag noch.