Riesterrente & Altersvorsorgewirksame Leistungen

von
Fireball

Hallo,
die Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers wurde ja in die Altersvorsorgewirksame Leistungen umgewandelt die laut IG-Metall in einen privaten Altersvorsorgevertrag (dieser Vertrag muss gem. § 10 a, § 82 ff. EstG (also den Bestimmungen zur "Riester-Rente" entsprechen) eingezahlt werden soll, jetzt hat mir mein Versicherungsvertretter angeboten diese in meine Riesterrente mit hinein zu nehmen. Als ich mich weiter informiert habe konnte ich sowohl negative wie auch positive Äusserungen ernten. Ich wollte wissen macht es Sinn diese mit hinein zunehmen oder ist es für den Vertrag sogar schädlich, da es ja vom Brutto eingezahlt wird und wie sieht es mit der späteren Versteuerung (Krankenversicherung,...) aus.

von
Bernhard

Das sollten Sie auf keinen Fall tun.

Durch die Einbeziehung betrieblicher Altersvorsorge (der betrieblichen § 10a EStG Riester-Rente) in einen privaten Riester-Vertrag wird dieser kontaminiert, und die späteren Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse insgesamt als betriebliche Altersvorsorge behandelt und voll verbeitragt.

Das ist eine brutal effiziente Methode, Geld zu verbrennen, weil dadurch die insgesamt aufzubringenden Kranken- und Pflegekassenbeiträge DREIMAL so hoch werden (jetzt Arbeitnehmeranteil, später nochmals Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil).

Aus demselben Grund sollte auch keinerlei Riester-Förderung über den Betrieb laufen. Denn Beiträge nach § 10a EStG sind effektiv IMMER steuerfrei, und zwar aufgrund der Günstigerprüfung des Finanzamts. Es bringt also keinen zusätzlichen Vorteil, diese im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge aufzubringen, denn mehr als vollständig steuerfrei geht eben nicht.

Riester-Verträge als betriebliche Altersvorsorge sind deshalb - bitte verzeihen Sie mir das harte Wort - die Vorsorgeform für Vollidioten, und natürlich für normale, gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer grundsätzlich nicht rentabel.

Wenn "Riester", dann bitteschön immer "privat".

von Experte/in Experten-Antwort

Für positive oder negative Aspekte von Riesterprodukten (ebenfalls für andere Privatformen von Rentenversicherungsverträgen) können wir leider keine Aussagen machen. Haben Sie bitte Verständnis.

von
Fireball

Hallo Herr Bernhard,
danke für Ihre Antwort. Ich hätte noch eine Frage was soll man danndann mit den Altersvorsorgewirksame Leistungen machen?

von
Bernhard

Wenn es der Arbeitgeber zusätzlich bezahlt (wie z.B. bei Azubis), möglichst als normale betriebliche Altersvorsorge durchführen.

Wenn es sich nur um Entgeltumwandlung handelt (gleich in welcher Form), zum Ende des Jahres 2008 einstellen:
Danach ist Entgeltumwandlung für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer mit normalem Einkommen nicht mehr rentabel, weil Sozialabgaben auf die Beiträge UND die Leistungen gezahlt werden müssen.

Anstatt der Entgeltumwandlung kann man einen PRIVATEN Riester-Vertrag abschliessen, oder besser (für Männer - wegen Unisex-Tarif) einen bestehenden Riester-Vertrag aufstocken. Beiträge in Riester-Verträge sind bis zu den Höchstgrenzen IMMER und für JEDEN effektiv steuerfrei (Günstigerprüfung) und werden (nur!) bei privaten Verträgen sozialabgabenfrei ausgezahlt.

Niemals einen Riester-Vertrag als betriebliche Altersvorsorge durchführen (Kombination aller Nachteile, unrentabel).

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