Riesterrente senkt Altersrente

von
Bürohengst

Hallo zusammen!

Habe folgenden Bericht gelesen:

http://www.ihre-vorsorge.de/magazin/nachrichten/rente/news-single/article/entgeltumwandlung-senkt-die-rente.html

Ich arbeite im öffentlichen Dienst und bespare die Riesterrente VBL-Extra.
Habe ich richtig verstanden, dass ich durch die Beitragszahlung an die VBL-Extra-Riesterrente gleichzeitig weniger Beiträge zur regulären DRV-Rente spare und dadurch noch weniger Rente von der Deutschen Rentenversicherung bekommen werde?

Dann lohnt sich die Riesterrente doch garnicht, oder?

Viele Grüsse
Bürohengst

von
Esmeralda

Zitiert von: Bürohengst

Hallo zusammen!

Habe folgenden Bericht gelesen:

http://www.ihre-vorsorge.de/magazin/nachrichten/rente/news-single/article/entgeltumwandlung-senkt-die-rente.html

Ich arbeite im öffentlichen Dienst und bespare die Riesterrente VBL-Extra.
Habe ich richtig verstanden, dass ich durch die Beitragszahlung an die VBL-Extra-Riesterrente gleichzeitig weniger Beiträge zur regulären DRV-Rente spare und dadurch noch weniger Rente von der Deutschen Rentenversicherung bekommen werde?

Dann lohnt sich die Riesterrente doch garnicht, oder?

Viele Grüsse
Bürohengst

Klar, ist ja logisch. Die Beiträge zur Rentenversicherung berechnen sich ja vom sozialversicherungspflichtigen Bruttoentgelt. Druch die Entgeltumwandlung sinkt das sozialversicherungspflichtige Bruttoentgelt.

Somit sinkt natürlich auch die möglich erreichbare Rentenanwartschaft für diesen Zeitraum.

Nachteile gibt es ja überall. Man spart durch die Entgeltumwandlung ja bereits eine Menge Steuern, Sozialabgaben etc.

Ob eine Rieserrente sinnvoll ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

So gross ist der Verlust übrignes nicht, den sie bei der gesetzlichen Rente haben.

Vermindert sich Ihr Verdienst um 10000 Euro, völlig unrealistisch in der Grössenordnung, verlieren sie aufs Jahr gerechnet, gerade 8 Euro an Monatsrente.

Also wie immer, viel Lärm um nichts.

von
saege

Zitiert von: Esmeralda

Zitiert von: Bürohengst

Hallo zusammen!

Habe folgenden Bericht gelesen:

http://www.ihre-vorsorge.de/magazin/nachrichten/rente/news-single/article/entgeltumwandlung-senkt-die-rente.html

Ich arbeite im öffentlichen Dienst und bespare die Riesterrente VBL-Extra.
Habe ich richtig verstanden, dass ich durch die Beitragszahlung an die VBL-Extra-Riesterrente gleichzeitig weniger Beiträge zur regulären DRV-Rente spare und dadurch noch weniger Rente von der Deutschen Rentenversicherung bekommen werde?

Dann lohnt sich die Riesterrente doch garnicht, oder?

Viele Grüsse
Bürohengst

Klar, ist ja logisch. Die Beiträge zur Rentenversicherung berechnen sich ja vom sozialversicherungspflichtigen Bruttoentgelt. Druch die Entgeltumwandlung sinkt das sozialversicherungspflichtige Bruttoentgelt.

Somit sinkt natürlich auch die möglich erreichbare Rentenanwartschaft für diesen Zeitraum.

Nachteile gibt es ja überall. Man spart durch die Entgeltumwandlung ja bereits eine Menge Steuern, Sozialabgaben etc.

Ob eine Rieserrente sinnvoll ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

So gross ist der Verlust übrignes nicht, den sie bei der gesetzlichen Rente haben.

Vermindert sich Ihr Verdienst um 10000 Euro, völlig unrealistisch in der Grössenordnung, verlieren sie aufs Jahr gerechnet, gerade 8 Euro an Monatsrente.

Also wie immer, viel Lärm um nichts.

Da hab ich auch mal 'ne Frage:
Würde dann auch eine Riesterrente von der Postbank die gesetzliche Rente schmälern?

Gruß
saege

von
Feli

Nicht die Riesterrente an sich schmälert die gesetzliche Rente, sondern die verminderte Beitragszahlung, wenn man denn eine Entgeltumwandlung als Riesterrente nutzt.
Insofern hat der Bezug einer Riesterrente von der Postbank oder sonst irgendeines Anbieters keinen Einfluss auf die gesetzliche Rente.

von Experte/in Experten-Antwort

Ja, so ist das Leben: Während der Entgeltumwandlung sparen Sie Sozialabgaben und Steuern, die Sie sonst für diesen Teil des Gehalts zahlen müssten. Dafür müssen Sie einen Verlust bei der gesetzlichen Rente in Kauf nehmen, weil Sie wegen der Sparbeiträge für die Firmenrente weniger in die Rentenversicherung einzahlen. Mit "Riester" hat das allerdings in der Tat in erster Linie nichts zu tun, sondern mit arbeitnehmerfinanzierter betrieblicher Altersvorsorge - ggf. kombiniert mit einer Riesterförderung.

von
Rese

Sie haben hier etwas gründlich missverstanden und auch der Experte hat hier zwei Dinge miteinander vermengt. Es gibt keine riestergeförderte Entgeltumwandlung. Das würde be-deuten, dass eine Beitragszahlung doppelt steuerlich gefördert würde. Das hat noch kein Finanzminister gestattet.

Die Riesterrente wird aus dem Netto bespart - egal ob über den Betrieb oder rein privat. Da-mit schmälert die Riesterrente die gesetzliche Rente nicht.

Anders sieht das bei der Buttoentgeltumwandlung aus. Das ist aber ein vollkommen anderer Zweig der betrieblichen Altersvorsorge. Bei der Bruttoumwandlung wird bereits das Brutto-entgelt gemindert und erst dann Steuern und SV-Beitrag abgezogen. Hier gibt es einen ne-gativen Effekt bei der Rente.

Die VBL-Extra ist von Finanztest als ein sehr gutes Produkt bewertet worden. Das liegt z.T. an der Anlagestrategie, aber vor allem an den sehr niedrigen Verwaltungskosten des Anbie-ters. Außerdem darf die VBL auch nicht wie private Versicherungskonzerne Gewinne erwirt-schaften. Es gibt keine Anteilseigner, die die Hand mit aufhalten.

Ein Problem bei der betrieblichen Alterssicherung egal welcher Form ist die Beitragspflicht zur KV und PV in der Rentenphase. Wie die Krankenversicherung in der Zukunft organisiert und finanziert wird, weiß aber heute noch kein Mensch. Es kann sehr wohl sein, dass statt eines prozentualen Beitrags künftig doch die Kopfpauschale kommt - oder das andere Ex-trem: es kommt die Bürgerversicherung mit der prozentualen Verbeitragung aller Rentenein-nahmen. In beiden Fällen ist die gegenwärtig stärkere Beitragsbelastung zur KV irrelevant. Entweder die Höhe des Einkommens spielt keine Rolle mehr (Kopfpauschale) oder es ist auf alle Einkommensbestandteile Beitrag zu leisten.

Ich wünsche einen schönen dritten Advent.
Rese

von
Kuril

"Die VBL-Extra ist von Finanztest als ein sehr gutes Produkt bewertet worden. Das liegt z.T. an der Anlagestrategie, aber vor allem an den sehr niedrigen Verwaltungskosten des Anbie-ters. Außerdem darf die VBL auch nicht wie private Versicherungskonzerne Gewinne erwirt-schaften. Es gibt keine Anteilseigner, die die Hand mit aufhalten."

Ich verstehe leider nicht, warum die VBLextra allgemein ein gutes Produkt sein soll, wenn die Rente später durch KV- und PV-Beiträgen um sagen wir mal 20% kleiner ausfällt, als ausgerechnet. Wenn man die VBLextra im Rahmen der Entgeltumwandlung nutzt, dann mag das noch gehen, weil man aus seinem Brutto spart.

ABER: wenn man sein eigenes Netto nach Abzug der KV- und PV-Beiträgen für die VBLextra einsetzt, dann zahlt man die KV- und PV-Beiträgen nicht nur jetzt sondern auch in Zukunft noch einmal (und zwar voll sogar) beim Erhalt der Rente!

Kurz und bündig gesagt: die VBLextra mag gut für eine rein BETRIEBLICHE Altersvorsorge sein (Brutto-Einzahlungen), aber kein vernünftiger Ersatz für eine PRIVATE Altersvorsorge (Netto-Einzahlungen).

Das gilt zumindest so lange rein "private" (also aus dem Netto) Einzahlungen in Vorsorgeprodukte wie VBLextra bei der Auszahlung der Rente nicht als "privat", sondern als "betrieblich" betrachtet werden. Hier wäre eine Trennung notwendig, zwischen Brutto-Einzahlungen durch den Arbeitgeber und Netto-Einzahlungen durch den Versicherten. Diese Trennung gibt es bei der VBLextra aktuell nicht, selbst wenn man aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden ist. Man kann "privat" zwar weiter einzahlen, aber die Rente später wird in vollem Umfang "betrieblich" sein...

Ein Lichtblick ergibt sich durch aktuell anstehende Entscheidungen zu diesem Themenkomplex, siehe http://www.vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de11388&SID=PuzFQ2pnXajCQs31YpgG8lRRZTyUfH