@Rosanna und alle anderen DRVer

von
benni

Liebe Rosanna und andere DRVer,

aktuell lese ich zunehmend hier im Forum, dass, selbst wenn man alle Grenzen einhält, also unter 3 h und bis 400,- Euro man dennoch Probleme mit der EM-Rente bekommen kann.

Insbesondere scheint das zu sein, wenn der vorherige Beruf etwas mit der geringf. Tätigkeit zu tun hatte?

Daher frag ich einmal ganz konkret: Wenn z.B. einer Ihrer KollegInnnen eine EM-Rente erhalten würde und dann irgendwann als EM-Rentner eine geringfügige selbständige Tätigkeit als (privater) Rentenberater ausüben würde. Hätte dies vorauss., selbst wenn er die 3 h - Grenze und die 400,- Euro einhält, Konsequenzen für den Bezug der EM-Rente?

von
Realist

Ich bin zwar kein DRV-Mitarbeiter aber BU-Rentner.

Wenn die ausgeübte Tätigkeit im Widerspruch zu den festgestellten Leistungseinschränkungen steht, kann es selbstverständlich auch dann Probleme geben, wenn unter drei Stunden täglich gearbeitet und nicht mehr als 400 Euro monatlich verdient werden. Für mich sind beispielsweise sämtliche Tätigkeiten ausgeschlossen, die überwiegend im Stehen ausgeübt werden und die das Benutzen von Treppen, Leitern und Gerüsten erfordern. Es wäre bestimmt nicht besonders glaubwürdig, wenn ich trotzdem für zwei Stunden täglich als Dachdecker arbeiten würde, oder? Andererseits dürfte ich sogar vollschichtig in einer Pförtnerloge sitzen, ohne irgendwelchen "Ärger" mit der Rentenversicherung befürchten zu müssen.

von
benni

Hallo Realist,

die qualitativen Einschränkungen können doch quantitativ begrenzt sein. Also, es könnte ja auch sein, das jemand eben nur 2 Stunden auf der Leitern stehn darf und nur wenn er etwa 3 oder 4 h draufsteht, bekommt er Probleme.

Also, warum sollte mein o.a. Beispiel nicht möglich sein? Daher meine Frage eben auch an die MitarbeiterInnen der DRV mit dem zugehörigen Beispiel...

Trotzdem Danke für ihre Angaben...

von
Wolfgang

Wenn Sie wider der eigenen Gesundheit arbeiten (2 appe Beine, und erledigen dennoch - wie früher - Gerüstarbeiten ;-), können Sie sogar Vollzeit arbeiten, ohne Probleme mit der EM-Rente zu bekommen. Hier kappen dann ggf. die Hinzuverdienstgrenzen. Die medizinische Beurteilung ist entscheidend. Wenn Sie feststellbar eigentlich nicht mehr können - gemessen am 'normal' eingeschränkten Menschen, können Sie auch im bisherigen Beruf weiter (Vollzeit) werkeln. Eher die Ausnahme. Insofern ist eine kritische Überprüfung natürlich gerechtfertigt. Der Einzelfall ist immer anders ...

gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Unabhängig von der tatsächlich ausgeübten geringfügigen Tätigkeit (evtl. auch als Rentenberater) erfolgt die Beurteilung über einen Erwerbsminderungsrentenanspruch durch den sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherung.
Ergibt diese medizinische Beurteilung ein Leistungsvermögen welches einen Rentenanspruch begründet wird die Rente bewilligt.

von
.

Ich glaube, die Verwirrung besteht hier bei benni in dem Punkt, daß bei der alten EU-Rente jedwede selbständige Tätigkeit (auch geringfügig) dem Rentenanspruch entgegen steht und bei der vollen EM-Rente nach neuem Recht eben nicht.

Deshalb kann die Frage nach dem Hinzuverdienst über eine selbständige Tätigkeit bei einem Rentenbeginn vor 2001 auch nicht so pauschal beantwortet werden.

von
Rosanna

Hallo benni,

ich schließe mich den Ausführungen von @Wolfgang an.

Zu dem, was in den Beiträgen gestern angesprochen wurde (keine auch nur geringfügige Beschäftigung bei Bezug einer EM-Rente, da die Gefahr des Entzugs besteht), habe ich meine Meinung ja bereits geäußert.

Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben:

Gesetzt den Fall, ich könnte in meinem Beruf als Sozialversicherungs-Fachangestellte nur noch höchstens 3 Stunden arbeiten, dürfte ich m.W. auch als selbständige Rentenberaterin in diesem Umfang arbeiten. Würde ich mehr als diese 3 Stunden arbeiten, ginge das auf Kosten meiner Restgesundheit. DIES MÜSSTE ABER AUF JEDEN FALL VON DER DRV (medizinisch) ÜBERPRÜFT WERDEN! Mal abgesehen von der Einkommensüberprüfung nach § 96 a SGB VI, die auf jeden Fall vorzunehmen ist.

Es ist also immer eine Einzelfallentscheidung.

MfG Rosanna.

von
benni

@Rosanna: Hallo Rosanna, Danke, dass Sie auch mein Beispiel genommen haben.

Mal angenommen, es wäre so, wie Sie schreiben, würden Sie dann der RV Mitteilung über die Tätigkeit machen? Denn, unter 3 h tätig zu sein und nicht mehr als 400,- Euro erfüllt ja nicht den Tatbestand einer Mitteilungspflicht. Denn in den Rentenbescheiden steht ja, nur eine "darüber hinausgehende Tätigkeit" wäre zu melden. Also könnten Sie das quasi unbemerkt tun?

@ "Namenloser" : ...die von Ihnen unterstellte Verwirrung trifft nicht zu, da ich schon die EM-Renten meine und nicht EU!

von
Rosanna

Hallo benni,

tja, das ist eine Gewissensfrage, die jeder für sich entscheiden muss. Eigentlich muss JEDE Aufnahme einer Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit, auch einer geringfügigen, der DRV gemeldet werden. Nur prüft selbst die DRV bei Anmeldung von geringfügigen Beschäftigungen in der Regel nur die mtl. Verdienstgrenze und nicht die med. Voraussetzungen.

Beim Beispiel mit dem Rentenberater würde ich die Aufnahme einer selbst. Tätigkeit der DRV wohl schon melden, auch wenn der Verdienst unter 400,- EUR liegen würde. Ich müßte dann eben auch mit einer medizinischen Rentenüberprüfung rechnen. Als Rentenberater hätte ich ja tgl. mit der DRV zu tun. Ich könnte diese Tätigkeit also niemals "unbemerk" ausüben! Irgendwie würde es nicht so gut rüberkommen, wenn ICH die Aufnahme dieser Tätigkeit nicht melden würde.

Aber dies ist alles sehr theoretisch. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass, wenn ich in meinem Beruf voll erwerbsgemindert wäre, diesen Beruf quasi weiter ausüben könnte. Bei einer Altersrente wäre das etwas anderes.

MfG Rosanna.