Rückdatierung EM-Rentenbeginn

von
Angehöriger

Hallo,

meine Ehefrau ist chronisch krank und ist immer wieder arbeitsunfähig krank geschrieben.
Von Seiten der Ärzte wird ihr nun eine Beantragung auf EM-Rente nahegelegt.

Seit heute geht sie wieder arbeiten, hat aber immer und ununterbrochen Beschwerden.

Unsere Fragen hierzu:

Wenn die geplante EM-Rentenänderung kommt, wie lange muss man damit rechnen, dass nach altem (derzeit noch aktivem) EM-Rentenrecht entschieden wird?

Wenn meine Frau z. B. ab morgen oder ab 15.7. wieder arbeitsunfähig ist, während der laufenden Krankschreibung eine Reha antritt und dann einen EM-Rentenantrag stellt, z. B. am 1.12.2014.

Kann es sein, dass der Rentenbeginn dann soweit zurückdatiert wird, dass eigentlich noch das alte Recht gilt, da sie schon immer mit den selben Diagnosen krank geschrieben war?

Ist eine Berentung nach altem EM-Rentenrecht überhaupt vorgesehen, wenn ein Antrag nach der Gesetzesänderung eingereicht wird?

Danke

von
....

Was manche Menschen nicht alles für Geld machen ... kann man nur den Kopf schütteln.

von
=//=

WENN das Wörtchen wenn nicht wär....

Bei einer EM-Rente kann man Ihnen hier zu gar nichts raten.

Hier ein Beispiel:

Ihre Frau wird Ende Mai 2014 wieder arbeitsunfähig. Die DRV stellt ein vermindertes Leistungsvermögen z.B. am 28.05.2014 - Beginn der AU - fest. Stellt sie den Rentenantrag bis 31.08.2014, beginnt die Rente am 01.06.2014.

Stellt sie den Antrag aber z.B. am 03.09.2014, beginnt die Rente am 01.09.2014 (verspätete Antragstellung). ABER: gibt es eine befristete Rente, ergibt sich ein Rentenbeginn 01.12.2014, egal, ob sie den Antrag vor oder nach Juli gestellt hat.

Das Ganze ist aber dann nicht mehr gültig, wenn ein früherer Leistungsfall bestimmt wird und noch vor Anfang Juli ein Reha-Antrag gestellt werden muß,weil die KK sie auffordert.

Also Sie können es schieben und wenden, wie Sie wollen, anders als bei einer Altersrente kann man den Rentenbeginn einer EM-Rente NICHT planen!

Experten-Antwort

Der Beginn einer Erwerbminderungsrente ist immer abhängig vom Eintritt der Erwerbsminderung und vom Zeitpunkt der Rentenantragstellung.
Wird der Rentenantrag "rechtzeitig" gestellt, d. h. innerhalb von 3 Kalendermonaten nach Eintritt der Erwerbsminderung auf Dauer, beginnt die Rente mit dem Folgemonat des Eintritts der Erwerbsminderung. Falls er danach gestellt wird, beginnt die Rente mit dem Antragsmonat. Bei Erwerbsminderung auf Zeit, beginnt die Rente frühestens mit Beginn des 7. Kalendermonats nach Eintritt der Erwerbsminderung.

Beispiel 1:
Eintritt der Erwerbsminderung auf Dauer am 19.05.2014, Rentenantrag am 23.08.2014  Rentenbeginn 01.06.2014 und damit Anwendung des derzeit geltenden EM-Rentenrechts.

Übrigens:
Auch ein Reha-antrag kann zu einer "rechtzeitigen" Rentenantragstellung führen, wenn ein Erfolg einer Reha-Maßnahme nicht zu erwarten ist, oder die Reha-Maßnahme nicht erfolgreich war. In diesen Fällen gilt der Reha-Antrag als Rentenantrag.

Beispiel 2:
Eintritt der Erwerbsminderung auf Dauer am 19.05.2014, Rentenantrag am 23.10.2014  Rentenbeginn 01.10.2014 und damit Anwendung des ab 01.07.2014 geltenden EM-Rentenrechts.

Tritt die Erwerbsminderung erst nach dem 01.07.2014 ein, findet unabhängig vom Rentenantrag das ab 01.07.2014 geltende EM-Rentenrecht Anwendung.

Über den Eintritt der Erwerbsminderung entscheidet die Abteilung Sozialmedizin des zuständigen Rentenversicherungsträgers im jeweiligen Einzelfall. Hierzu können von uns leider keine Prognosen abgegeben werden.

Wir empfehlen Ihrer Frau sich vor Beantragung einer Rente oder Reha-Maßnahme von einer unseren Auskunfts- und Beratungsstellen beraten zu lassen.