Rückerstattung von Beiträgen wenn nicht mehr als 50 Tage gearbeitet

von
juergen31

Ich bin als freiberuflicher Dozent seit Oktober 2008 rentenversicherungspflichtig und zahle den halben Beitragssatz. Was passiert, wenn ich für Januar bis März 2009 Beiträge zahle und meine befristete Tätigkeit als Dozent dann beendet ist? Ich habe dann nicht mehr als 50 Tage als Dozent gearbeitet. Werden die gezahlten Beiträge am Jahresende wieder zurückerstattet? Muss ich mit der Beitragszahlung immer erst in Vorleistung treten?
Vielen Dank für Ihre Antworten.

von
Wolfgang

Hallo Jürgen,

warten Sie ab, bis Sie das 'Recht zur freiwilligen Versicherung' nicht (mehr) haben - oder keinen Anspruch auf Regelaltersrente geltend machen können (65 + xx) ...vorher gibt es auch nicht einen Beitrag aus der Rentenkasse zurück.

Beitragserstattung:
http://db03.bmgs.de/Gesetze/sgb06x210.htm

Freiwillige Versicherung:
http://db03.bmgs.de/Gesetze/sgb06x007.htm

> Muss ich mit der Beitragszahlung immer erst in Vorleistung treten?

Sie sind versicherungspflichtiger Selbständiger und werden nicht anders behandelt, wie 'normal' abhängig Beschäftigte/Pflichtversicherte.

Gruß
w.

von
beamter

Ich habe vor meiner Verbeamtung 2 Jahre als Angestellter gearbeitet und dementsprechend RV-Beiträge geleistet. Eine Rente aus dieser Beitragszahlung ist ausgeschlossen. Besteht zu irgendeinem Zeitpunkt (welcher?) ein Anspruch auf Erstattung der RV-Beiträge (nur AN-Anteile oder auch AG-Anteile?).

von
Wolfgang

Hallo beamter,

wenn Ihre Position auf Lebenszeit gesichert ist, gibt es keinen Grund, die 2 Jahre da in der Rentenversicherung stehen zu lassen (die Vorschriften sind die selben, wie oben zitiert).

Suchen Sie die nächste Beratungsstelle auf und lassen Sie sich die AN-Beitragsteile erstatten ...Vordruck V900 und auch V100, V410 (Kontenklärung, um alle Zeiten zu erfassen/ zu bewerten).

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_75738/DRVB/de/Navigation/Formulare__Publikationen/formulare/gesamtuebersicht__node.html__nnn=true

Gruß
w.

von
@Wolfgang

Die Vordrucke V100, V410 etc. zur Kontenklärung sind beim Antrag auf Beitragserstattung NICHT notwendig. Die Angabe im V900 oder einem Anschreiben, was man in ungeklärten Lücken gemacht hat reicht aus!!!

Experten-Antwort

Hallo juergen31,

eine derartige "Vorleistungspflicht" existiert nicht. Es ist bereits bei Beschäftigungsbeginn in vorausschauender Betrachtungsweise festzustellen, ob eine kurzfristige Beschäftigung/Tätigkeit und damit möglicherweise Versicherungsfreiheit besteht. Nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV liegt eine geringfügige, kurzfristige Beschäftigung/Tätigkeit nur vor, wenn die Beschäftigung/Tätigkeit innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 400 Euro im Monat übersteigt. Ergibt sich erst im Laufe der Beschäftigung, dass diese weniger als 50 Tage/Jahr dauert ist eine Erstattung bereits gezahlter Beiträge grundsätzlich nicht möglich (Ausnahme: Beitragserstattung nach § 210 SGB VI, die hier jedoch offensichtlich nicht einschlägig ist).

Experten-Antwort

Hallo beamter,

in Ihrem Fall käme eine Beitragserstattung nach § 210 SGB VI in Frage. Machen Sie es so, wie von Wolfgang empfohlen.

von
Wolfgang

> NICHT notwendig

...aber sinnvoll :-))

Meiner Erfahrung nach geht ohne lückenlose Feststellung der Versicherungszeiten gar nichts (kein elektr. Versicherungskonto, keine VSNR, Zeiten nur in AB und VK vermerkt). Bevor dann das Leben des Antragsstellers in freier Rede skizziert wird, ist der V100 schneller als ein Lottoschein ausgefüllt.

Notwenig ist nicht mal der V900 ...ein Blatt Papier reicht ;-)

Gruß
w.