Rückkauf Abschläge V210_Zeitpunkt?

von
spitzer Bleistift

Frage zum Beitrag "Faktencheck freiwillige Beiträge": Ist es möglich, schon 25 Monate vor Rentenbeginn Abschläge zurückzukaufen?
Denn nur dann würde es für meinen Bekannten zutreffen, vor Beginn der Rente nicht arbeitslos zu sein. (Im Beitrag heißt es ja, Arbeitslose dürfen keine freiwilligen Beiträge leisten.) Sein letztes Einkommen erhält mein Bekannter im Dezember 2014. Er könnte jetzt noch bis zum Ende des Jahres einen Abschlag zum Rückkauf der Rentenminderung leisten. Seine Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind schlecht, so dass er mit großer Wahrschinlichkeit 24 Monate ALG 1 beziehen wird. Sein Rentbeginn wird dann als langjährig Versicherter (im Alter von 63,5 Jahren) der 01.01.2017 sein. Um - wie außerdem im Beitrag beschrieben - dann z.B. 1 Jahr lang auf die Rente zu verzichten und gleichzeitig freiwillig monatliche Beiträge zu zahlen, dafür reichen seine Ersparnisse nicht aus.
V210 ist eingereicht, z.Zt. noch nicht beantwortet. Die Höhe der Abschläge lässt sich aber annähernd ausrechnen, ca. 19.000.
Wäre es erlaubt, dass mein Bekannter schon 25 Monate vor Rentenbeginn die genannte Summe einzahlt? Wenn nicht, welcher Zeitpunkt wäre möglich? Würde es auch möglich sein, am Ende der Arbeitslosigkeit einen Monat auf ALG 1 zu verzichten und in diesem Monat den gesamten Betrag als Einmalzahlung zu leisten? Über eine zeitnahe Antwort würden wir uns freuen. DANKE!

von
W*lfgang

Hallo Bleistift,

ich glaube, Sie verwechseln da etwas.

Die Einzahlung für die Rentenabschläge bei Altersrenten zum Ausgleich der Minderung sind keine freiwilligen Beiträge, die in irgendeiner Form zu den Wartezeiten (hier den 45 Jahren) zählen.

Freiwillige Beiträge, die für die 45 Jahre zählen, müssen in einem versicherungsfreien Raum liegen und - wie sich richtig erkannt haben - können nicht während ALG gezahlt werden.

Was an 'freien' Zeiten vor Rentenbeginn für freiwillige Beiträge möglich ist, ob eine Verschiebung des Rentenbeginns sinnvoll ist, sollten Sie unter Mithilfe/Beratung in der nächsten Rentenstelle hinterfragen.

Gruß
w.

von
Repetitor

Zitiert von: W*lfgang

Gruß
w.

Hallo W*,
Ihr Beitrag wurde gerade am Ende des komplizierten Chats "Teilrente ohne Erwerbsminderung", 538 Aufrufe inzwischen auf Seite 2, erwartet. Würd mich interessieren.

von
Matze72

Ohne auf die Sinnhaftigkeit der Zahlung nach § 187a SGB VI einzugehen (siehe W.s Beitrag), beträgt die Zahlungsfrist 3 Monate (Wohnsitz im Ausland = 6 Monate), damit der Abschlag, welcher in dem in Kürze bei Ihnen eingehenden Schreiben beziffert ist, vollständig ausgeglichen wird.

--> Diese Aussage werden Sie auch in dem Schreiben wiederfinden.

Die gesetzte Frist hängt damit zusammen, dass der Betrag, der notwendig wäre, um den in der Zukunft liegenden Abschlag auszugleichen, dynamisch ist.
Das heißt, wenn Sie sich erst entschließen einen Tag vor Rentenbeginn den Betrag zu zahlen, ist dieser nicht mehr in der Höhe gültig, in der er ursprünglich (vor x Monaten oder vor x Jahren) beziffert wurde, weil die Berechnungsdaten, aus denen die Abschlagsausgleichszahlung berechnet wird, sich (dynamisch) ändern, wie Beitragssatz und Durchschnittsentgelte.

Sie haben auch die Möglichkeit die Summe in Teilbeträge zu überweisen, allerdings gelten dann (nach Ablauf der o.g. Frist), die Berechnungsgrundlagen, die zum Zeitpunkt der Zahlung gültig sind. Dadurch kann, um den selbigen Abschlag auszugleichen, ein höherer Beitragsaufwand entstehen.

Wenn Sie nur eine Teilzahlung leisten, erhalten Sie einen Zwischenbescheid, aus dem Sie erkennen können, für welchen Betrag Sie wieviele persönliche entgeltpunkte ausgeglichen haben.

Aber, bevor Sie dies leisten, empfehle ich Ihnen auch vorab ein Beratungsgespräch zu führen.

Und beachten Sie auch, und das betone ich ausdrücklich, dass eine Erstattung der gezahlten Beiträge nicht möglich ist (§ 187 Abs. 3 Satz 3 SGB VI).
Bitte dies hier vorab unbedingt durchlesen:
http://raa.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_187AR4

von Experte/in Experten-Antwort

Wie bereits von W*olfgang erwähnt, sind die gezahlten Beiträge zum Ausgleich einer Rentenminderung weder Pflichtbeiträge noch freiwillige Beiträge. Diese Beiträge sind auch keinem bestimmten Zeitraum zuzuordnen.
Insoweit spielt der Bezug des Arbeitslosengeldes keine Rolle bei dieser Regelung, ein Verzicht ist nicht notwendig.
Für die Berechnung des Ausgleichsbetrages muss man eine besondere Rentenauskunft anfordern - den hierfür notwendigen V210 hat Ihr Bekannter ja bereits eingereicht. Das kann jeder, der bereits 55 Jahre alt ist.
Außerdem muss es wahrscheinlich sein, dass die Voraussetzungen für eine vorzeitige Altersrente auch erfüllt werden können. Somit kann Ihr Bekannter nach Erhalt dieser Rentenauskunft den Abschlag ausgleichen.
Die Zahlung sollte innerhalb von 3 Monaten nach Erhalt der Rentenauskunft erfolgen. Die besondere Rentenauskunft enthält neben dem Betrag zum Ausgleich der Rentenminderung auch die voraussichtliche Höhe seiner Altersrente und die Rentenminderung zu seinem gewünschten Rentenbeginn. Übrigens kann er sich aussuchen, ob er die Minderung teilweise oder ganz ausgleichen möchte und ob er die gesamte Summe oder lieber Teilbeträge zahlt.
Allerdings kann sich der Beitragsaufwand Ihres Bekannten erhöhen, wenn er Teilbeträge später als 3 Monate nach Auskunftserteilung zahlt.

von
spitzer Bleistift

Herzlichen Dank! Ihre Auskunft enthält alle Antworten, die sich uns stellten. Die anderen Stellungnahmen waren zwar gut gemeint, haben aber nicht wirklich weiter geholfen. Erholsame Feitertage und alles Gute für das neue Jahr wünscht Ihnen der "spitze Bleistift" - damit haben wir hin und her gerechnet

von
Schade

Mit der "Verteilung" der Einzahlung auf mehrere Jahre könnten man das ganze steuerlich optimieren, in dem man solche Vorsorgeaufwendungen auf mehrere Jahrte aufteilt......ist aber natürlich nicht das Gebiet der DRV......

:)

von
spitzer Bleistift

Auch Ihnen herzlichen Dank für die Antwort! Dazu haben wir bisher leider keine eindeutigen Informationen. Anfang Januar 2015 wird eine Abfindung gezahlt. Von dieser Abfindung behält der Arbeitgeber Steuern nach der Fünftelregelung ein. (Nach Auskünften des hiesigen Finanzamtes und Mitarbeitern der Info-Hotline des ofd soll die Fünftelregelung anerkannt werden.) Gleichzeitig wird der Bezug von Arbeitslosengeld einsetzen , d.h. es werden Rentenbeiträge von der Arbeitsagentur abgeführt. Zieht man diese Beiträge von dem in 2015 absetzbaren Höchstbetrag für Vorsorgebeiträge zur Altersicherung ab (80% von 20.000 Euro), wäre hier in der Tat noch ein Spielraum, um die Steuer auf die Abfindung zu mindern. Unsere Frage dazu: Gilt der genannte Höchstbetrag auch dann, wenn in 2015 die Abfindung nach der Fünftelregelung besteuert und gleichzeitig ALG 1 (pauschale Besteuerung) bezogen wird? Und eine zweite Frage: 2016 werden neben neben dem Bezug von ALG 1 voraussichtlich keine Einkünfte erzielt: da auf ALG 1 keine Steuern zu entrichten sind, würde eine Teilzahlung unseres Laien-Wissens nach, auch keine steuerlichen Vorteile bringen können(?).
Ich weiß nicht, ob in diesem Forum, konkrete Informationen zu steuerlichen Fragen erlaubt sind - aber vielleicht können Sie auch hierzu Tipps geben. Vielen Dank und mit den besten Grüßen vom spitzen Bleistift.
P.S.: Sehr gern hätte mein Bekannter noch in 2014 bei regulärem Einkommen den Steuervorteil genutzt, aber leider hatte er im Sommer und noch einmal im Herbst bei der info-hotline der Dt. Rentenversicherung die Information erhalten, dass in seinem Fall Zahlungen zum Ausgleich der Rentenminderung nicht möglich seien. Gründe: 2014 noch Arbeitnehmer, dann Bezug von ALG 1. Erst jetzt kurz "vor Tores-Schluss" haben wir herusgefunden, dass auch für ihn eine Zahlung zur Rentenminderung doch möglich sei.

von
spitzer Bleistift

Auch Ihnen herzlichen Dank für die Antwort! Dazu haben wir bisher leider keine eindeutigen Informationen. Anfang Januar 2015 wird eine Abfindung gezahlt. Von dieser Abfindung behält der Arbeitgeber Steuern nach der Fünftelregelung ein. (Nach Auskünften des hiesigen Finanzamtes und Mitarbeitern der Info-Hotline des ofd soll die Fünftelregelung anerkannt werden.) Gleichzeitig wird der Bezug von Arbeitslosengeld einsetzen , d.h. es werden Rentenbeiträge von der Arbeitsagentur abgeführt. Zieht man diese Beiträge von dem in 2015 absetzbaren Höchstbetrag für Vorsorgebeiträge zur Altersicherung ab (80% von 20.000 Euro), wäre hier in der Tat noch ein Spielraum, um die Steuer auf die Abfindung zu mindern. Unsere Frage dazu: Gilt der genannte Höchstbetrag auch dann, wenn in 2015 die Abfindung nach der Fünftelregelung besteuert und gleichzeitig ALG 1 (pauschale Besteuerung) bezogen wird? Und eine zweite Frage: 2016 werden neben neben dem Bezug von ALG 1 voraussichtlich keine Einkünfte erzielt: da auf ALG 1 keine Steuern zu entrichten sind, würde eine Teilzahlung unseres Laien-Wissens nach, auch keine steuerlichen Vorteile bringen können(?).
Ich weiß nicht, ob in diesem Forum, konkrete Informationen zu steuerlichen Fragen erlaubt sind - aber vielleicht können Sie auch hierzu Tipps geben. Vielen Dank und mit den besten Grüßen vom spitzen Bleistift.
P.S.: Sehr gern hätte mein Bekannter noch in 2014 bei regulärem Einkommen den Steuervorteil genutzt, aber leider hatte er im Sommer und noch einmal im Herbst bei der info-hotline der Dt. Rentenversicherung die Information erhalten, dass in seinem Fall Zahlungen zum Ausgleich der Rentenminderung nicht möglich seien. Gründe: 2014 noch Arbeitnehmer, dann Bezug von ALG 1. Erst jetzt kurz "vor Tores-Schluss" haben wir herusgefunden, dass auch für ihn eine Zahlung zur Rentenminderung doch möglich sei.

von
spitzer Bleistift

Auch Ihnen herzlichen Dank für die Antwort! Dazu haben wir bisher leider keine eindeutigen Informationen. Anfang Januar 2015 wird eine Abfindung gezahlt. Von dieser Abfindung behält der Arbeitgeber Steuern nach der Fünftelregelung ein. (Nach Auskünften des hiesigen Finanzamtes und Mitarbeitern der Info-Hotline des ofd soll die Fünftelregelung anerkannt werden.) Gleichzeitig wird der Bezug von Arbeitslosengeld einsetzen , d.h. es werden Rentenbeiträge von der Arbeitsagentur abgeführt. Zieht man diese Beiträge von dem in 2015 absetzbaren Höchstbetrag für Vorsorgebeiträge zur Altersicherung ab (80% von 20.000 Euro), wäre hier in der Tat noch ein Spielraum, um die Steuer auf die Abfindung zu mindern. Unsere Frage dazu: Gilt der genannte Höchstbetrag auch dann, wenn in 2015 die Abfindung nach der Fünftelregelung besteuert und gleichzeitig ALG 1 (pauschale Besteuerung) bezogen wird? Und eine zweite Frage: 2016 werden neben neben dem Bezug von ALG 1 voraussichtlich keine Einkünfte erzielt: da auf ALG 1 keine Steuern zu entrichten sind, würde eine Teilzahlung unseres Laien-Wissens nach, auch keine steuerlichen Vorteile bringen können(?).
Ich weiß nicht, ob in diesem Forum, konkrete Informationen zu steuerlichen Fragen erlaubt sind - aber vielleicht können Sie auch hierzu Tipps geben. Vielen Dank und mit den besten Grüßen vom spitzen Bleistift.
P.S.: Sehr gern hätte mein Bekannter noch in 2014 bei regulärem Einkommen den Steuervorteil genutzt, aber leider hatte er im Sommer und noch einmal im Herbst bei der info-hotline der Dt. Rentenversicherung die Information erhalten, dass in seinem Fall Zahlungen zum Ausgleich der Rentenminderung nicht möglich seien. Gründe: 2014 noch Arbeitnehmer, dann Bezug von ALG 1. Erst jetzt kurz "vor Tores-Schluss" haben wir herusgefunden, dass auch für ihn eine Zahlung zur Rentenminderung doch möglich sei.