Rückwirkende Aufhebung der vollen EU-Rente / Flexirente

von
Shanau

Hallo, ich habe seit Beginn der Flexirente einen Hinzuverdienst, den ich auch gemeldet habe (Krankenkasse, Rententräger) und bekomme aber immer noch eine volle Erwerbsminderungsrente. Ich bekam irgendwann im Juni Formulare zum Ausfüllen, wo ich mein Arbeitsentgelt eingetragen habe und angekreuzt daß ich einverstanden bin, daß ich nur noch 50% meiner vollen EU-Rente (sind dann 75 Euro) ausgezahlt bekommen soll. Es ist bislang in 5 Monaten nichts geschehen, ich bekomme immer noch den vollen Betrag von 150 Euro und mein Arbeitgeber bekommt Post von der Krankenkasse, daß bitteschön die Meldung zur Sozialversicherung korrigiert werden soll auf ermäßigten KV-Beitrag und außerdem zahle ich ja keine AV-Beiträge.
Wenn jetzt aber die Rente rückwirkend in eine teilweise EM-Rente umgewandelt wird oder wegfällt, müßten die Meldungen WIEDER rückwirkend korrigiert werden. Die Krankenkasse sagte mir nun heute dass eine rückwirkende Änderung aber gar nicht möglich sei da es sich um einen begünstigenden Verwaltungsakt handele und ich meinen Mitwirkungspflichten vollumfänglich und rechtzeitig vor Arbeitsaufnahme nachgekommen bin. Die Rentenkasse gibt mir aber die Auskunft es werde erst am Jahresende geprüft ob ich irgendwelche Hinzuverdienstgrenzen überschreite?? Also bitte einmal Tacheles: kann der Rentenbescheid RÜCKWIRKEND aufgehoben/geändert werden obwohl das laut Gesetz gar nicht möglich ist oder wie muß man das jetzt verstehen? Es ist ja nicht meine Schuld, dass der Vorgang seit Juni nicht bearbeitet wird.

von
W*lfgang

Zitiert von: Shanau
Es ist ja nicht meine Schuld, dass der Vorgang seit Juni nicht bearbeitet wird.

Hall Shanau,

vielleicht hängt das damit zusammen, dass bei der DRV Bund aktuell nicht alle 'Fälle' zeitnah bearbeitet werden können, werfen Sie auch auf diese Frage/Beiträge einen Blick:

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/emr-ab-wann-wieder-bescheiderstellung-moeglich.html

warum es zu Verzögerungen bei der Bescheiderteilung führen kann.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Shanau, weshalb es der DRV bisher nicht gelungen ist, Ihren Bescheid bezüglich des Hinzuverdienstes abzuändern, kann hier nur spekuliert werden. In der Tat erfolgt seit längeren eine Umstellung der EDV, was zu teilweise massiven Einschränkungen führt. Da Sie Ihren Mitwirkungspflichten nachgekommen sind, wird sicher zu prüfen sein, wie man den Bescheid abändert. Der Rententräger wird prüfen müssen, ob die Rücknahme für die Vergangenheit möglich ist (§45 Abs.2 SGB X).

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Betriebliche Altersvorsorge auch nachträglich vor Pfändung geschützt

Mit dem Pfändungsbeschluss Ihres Ex-Manns schließt eine Frau eine betriebliche Altersversorgung ab. Der Mann klagt bis zum Bundesarbeitsgericht. Warum...

Rente 

Wer 2022 in Rente gehen kann

2022 winkt dem Jahrgang 1956 die Rente. Aber auch Jüngere können unter bestimmten Voraussetzungen in den Ruhestand gehen. Was für wen gilt.

Rente 

Rentenbesteuerung: Wer wie von der Reform profitiert

Die neue Bundesregierung will die Rentenbesteuerung neu regeln. Was bringt das konkret? Die ersten Modellrechnungen.

Soziales 

Krankenversicherung und Pflege: Was sich 2022 ändert

Für Arbeitnehmer, Eltern, Pflegende und Behinderte: die wichtigsten Neuerungen in der Kranken- und der Pflegeversicherung.

Altersvorsorge 

Baufinanzierung: Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten

Von Annuität bis Zinssatz: Wie funktioniert eigentlich ein Baukredit? Eine Schnelleinstieg für angehende Häuslebauer.