Rückwirkende EMR ab wann nach Widerspruch

von
KroGo

Hallo..

Mich würde mal folgendes interessieren:

Wie weit kann die Genehmigung der EMR rückwirkend gehen wenn man die Genehmigung erst nach Widerspruch bekommt ?

Nur bis zum Datum des Widerspruches oder auch bis zum Tag der Antragstellung/Eintritt der EM ?

von
L.

Das ist ein Zusammenspiel aus Antragsdatum, Leistungsfall und der Frage, ob Erwerbsminderung auf Dauer oder befristet geleistet wird.
WANN der Widerspruch/Klage eingereicht wurde bzw. mit Bescheid/Urteil abgeschlossen wurde, hat keinen Einfluss auf den Leistungsbezug.
Ggf. erfolgt dann bei rückwirkender Bewilligung eine Verzinsung des Nachzahlungsbetrages.

von
KroGo

Würde ja zu deutsch heissen, das die DRV zugibt das sie bei der 1. Ablehnung (bewusst?) falsch entschieden hat... weil zum Zeitpunkt des Widerspruchs war sie ja der Meinung das man nicht EM ist.
Wenn dann der Widerspruch positiv entschieden wird dürfte man ja theoretisch nur bis zum Widerspruchsdatum rückwirkend datieren.

von
Batrix

NEIN! es gibt falsche Entscheidungen, ja. aber BEWUßT falsche Entscheidung?!?

nicht selten tauchen auch erst im Rahmen des Widerspruchsverfahrens Angaben und Befunde auf, die im Erstverfahren nicht vorgelegt worden sind...

von
KroGo

Zitiert von: Batrix

NEIN! es gibt falsche Entscheidungen, ja. aber BEWUßT falsche Entscheidung?!?

nicht selten tauchen auch erst im Rahmen des Widerspruchsverfahrens Angaben und Befunde auf, die im Erstverfahren nicht vorgelegt worden sind...

Das ist deine Theorie... aber die Wirklichkeit sieht anders aus.... darüb er dürfte es keine Zweifel geben.

von
Batrix

doch! BEWUßT falsche Entscheidungen bezweifle ich. Dass falsche Entscheidungen getroffen werden steht außer Frage. Das gibt es überall, wo Menschen arbeiten! Und dass diese falschen Entscheidungen mitunter auch nicht nachvollziehbar sind, selbst für Fachleute nicht, weiß ich auch.

Und die Fälle, wo wichtige Sachverhalte erst im Laufe der Zeit von den Leuten eingereicht und mitgeteilt werden, so dass im Erstverfahren zum Teil keine positive Entscheidung getroffen werden kann, die hab ich beinahe jeden Tag auf dem Tisch!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo KroGo,

durch das Widerspruchsverfahren wird die gesamte Entscheidung über das zuvor durchgeführte Rentenantragsverfahren neu überprüft.
Kann dem Widerspruch des Versicherten in vollem Umfang abgeholfen werden, heißt das, dass die erste Entscheidung zurückgenommen wird und eine neue Entscheidung zugunsten des Versicherten getroffen wird. Dies würde dann zu einem Leistungsfall der Erwerbsminderung vor Erheben des Widerspruchs führen. Als Rentenbeginn könnte somit frühestens der Monat der Rentenantragstellung entstehen.

Wie bereits von Batrix genannt, werden oftmals erst im Widerspruchsverfahren neue Tatsachen offenbar, die dazu führen, dass die erste Entscheidung aufgehoben wird.

von
neptun

Und wenn es erst nach Jahren wären, wenn Sie z.B. auch noch klagen müßten, meist ist es das Antragsdatum. Sonst der Leistungsfall, also Eintritt des Grundes, falls es einen solchen gibt als Datum.

LG Neptun

von
L.

Zitiert von: KroGo

Das ist deine Theorie... aber die Wirklichkeit sieht anders aus....

Das [von Batrix beschrieben]ist keine Theorie. Das ist gängige Praxis und somit die Wirklichkeit.

von
tussi

na ja, da kann man wohl geteilter meinung sein.

ich musste klagen, als dann die klagebegründung v. anwalt genauso formuliert wurde wie mein widerspruch da wurde auf einmal von der rv dann die rente bewilligt.

keine neuen befunde oder der gleichen .also wie kommt soetwas zustande???????

und ich bin kein einzelfall wie ich v. anwalt weis.

aber egal ob dies nun mit voller absicht oder durch inkompetenz der mitarbeiter und widerspruchausschuss fakt ist dass vile nicht klagen weil sie es nicht mehr nervlich können.

von
KroGo

Zitiert von: tussi

na ja, da kann man wohl geteilter meinung sein.

ich musste klagen, als dann die klagebegründung v. anwalt genauso formuliert wurde wie mein widerspruch da wurde auf einmal von der rv dann die rente bewilligt.

keine neuen befunde oder der gleichen .also wie kommt soetwas zustande???????

und ich bin kein einzelfall wie ich v. anwalt weis.

aber egal ob dies nun mit voller absicht oder durch inkompetenz der mitarbeiter und widerspruchausschuss fakt ist dass vile nicht klagen weil sie es nicht mehr nervlich können.

Endlich mal jemand der es realistisch sieht und weiß wo der Hase lang läuft. Aus meiner Sicht werden bewusst erstmal viele Anträge abgelehnt weil man genau weiß das viele nicht in den Widerspruch gehen und man somit einen Haufen Geld spart. Wer etwas anderes behauptet lebt Abseits der Realität.

von
W*lfgang

Zitiert von: KroGo
Endlich mal jemand der es realistisch sieht und weiß wo der Hase lang läuft. Aus meiner Sicht werden _bewusst_ *) erstmal viele Anträge abgelehnt
Krogo,

*) 'bewusst' würde ich nicht sagen. Aus einigen Studien der Rentenakten Betroffener würde ich eher sagen, aus Zeitmangel ...schnell mal eine Entscheidung 'hingerotzt', ohne sich _intensiv_ mit der med. Seite zu befassen/sie genau zu hinterfragen und den med. Leistungsfall 'richtig' festzustellen. Da wird sich auf Vorgutachter X verlassen, sich auf ein EM-Verfahren bezogen, wo Gutachter Y schon 'wage' negativ entschieden hat, aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem ursächlich/möglichen – im Antrag präzise begründeten - Leistungsfall nicht mehr stattfindet. Da macht dann Referent Z/der abschließend Beurteilende noch seinen Haken dran (wenns Langstext ist: siehe Blatt 1/2/3 der Akte) und die Ablehnung ist raus.

Das sage ich als med. Laie, das alles kann (meist) stimmig sein - aber nicht immer!

Gruß
w.