Rückwirkende Erwerbsminderungsrentenzahlung?

von
Jule

Frau K. hat am 20.8.13 einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente aufgrund einer psychischen Erkrankung gestellt. Zuerst erhielt sie eine Ablehnung, nach einem Widerspruch kam es Ende März 2014 zur Begutachtung und nun erhielt sie einen Bescheid, wonach sie ab dem 01.08.2013 eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält. Im Bescheid steht jedoch, dass sie bereits ab 20.3.1997 die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Hat sie eine Möglichkeit, die Rente rückwirkend zu diesem Datum zu erhalten bzw. kann der Klinikaufenthalt 2004 in einer Fachklinik , von wo sie als ungeheilt entlassen wurde, als Rentenbeginn anerkannt werden?

von
Catweazle65

Jetzt wirds aber witzig....
10 Jahre rückwirkend Rente haben wollen ist ja wohl etwas unverschämt..oder ?

von
Jule

Wenn man seit Jahren die lebenserhaltende Therapie selbst zahlt wohl kaum!
Danke für diesen qualifizierten Beitrag!

von
Catweazle65

Meine Antwort ist sicher nicht unqualifizierter als ihre Nachfrage ob man die Erwerbsminderungsrente 10 Jahre rückwirkend bekommt.

Aber sie können es ja mal versuchen... die Beamten bei der DRV sind sicher bei ihrem trockenen Job über jeder Lacher glücklich.

von
Jule

Wir werden ja sehen:
http://www.genten.de/rm/115000-euro-nachzahlung-erwerbsminderungsrente-nachtraeglich-bewilligt

von
Jule

Wir werden ja sehen:
http://www.genten.de/rm/115000-euro-nachzahlung-erwerbsminderungsrente-nachtraeglich-bewilligt

von
???

§ 99 SGB VI:
(1) Eine Rente aus eigener Versicherung wird von dem Kalendermonat an geleistet, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen für die Rente erfüllt sind, wenn die Rente bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats beantragt wird, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei späterer Antragstellung wird eine Rente aus eigener Versicherung von dem Kalendermonat an geleistet, in dem die Rente beantragt wird.

Also:
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt: 20.03.1997
3-Monatsfrist: 01.04.97 - 30.06.97
Antrag jedoch erst 08/13 => Rentenbeginn 01.08.13

Etwas anderes würde sich ergeben, wenn Frau K. nach dem 20.03.97 einen anderen Rentenantrag, der abgelehnt wurde oder einen Antrag auf Kur/AHB/LTA bei der DRV gestellt hatte.

von
Jule

Zitiert von: ???

Etwas anderes würde sich ergeben, wenn Frau K. nach dem 20.03.97 einen anderen Rentenantrag, der abgelehnt wurde oder einen Antrag auf Kur/AHB/LTA bei der DRV gestellt hatte.

Gilt das nur für Anträgen bei der DRV? Oder auch bei der Krankenkasse?

von
zelda

Zitiert von: Jule

Zitiert von: ???

Etwas anderes würde sich ergeben, wenn Frau K. nach dem 20.03.97 einen anderen Rentenantrag, der abgelehnt wurde oder einen Antrag auf Kur/AHB/LTA bei der DRV gestellt hatte.

Gilt das nur für Anträgen bei der DRV? Oder auch bei der Krankenkasse?

Nein, es muss ein Antrag gewesen sein, für den die Rentenversicherung auch zuständig gewesen ist:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_116R3.1

zelda

von
Jule

Vielen Dank für die Info! Als Betreuer muss man sich ja immer absichern, aber in diesem Fall scheint ein Widerspruch wohl zwecklos zu sein.

Experten-Antwort

Guten Tag,
den Antworten von »???« und »zelda« ist zuzustimmen. Sollten Sie dennoch weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, sich an den zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen