rückwirkender Beginn der EM Rente

von
Anna

Hallo,

ich habe eine etwas komplizierte Frage und versuche mal, den Verlauf in Stichpunkten nachvollziehbar zu machen.

Seit 04/2010 bin ich AU und bekomme eine private BU Versicherung, die bereits 3X nachgeprüft und verlängert wurde.

09/2010 habe ich während eines stationären Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik EM Rente bei der DRV beantragt, die nach einem Gutachten einer mir sehr unsympathischen Ärztin abgelehnt wurde. Widerspruch erfolgte, mein Anwalt erhielt Akteneinsicht und riet mir wegen des Gutachtens zur Widerspruchsrücknahme, dann könne ich nach einiger Zeit erneut EM-Rente beantragen.

09/2014 hatte ich einen Gutachtertermin wegen der privaten BU Rente. Er bescheinigte mir 100% Leistungseinschränkung, auch rückwirkend seit 2010.

09/2014 habe ich nach diesem Gutachten erneut EM Rente bei der DRV beantragt, habe jedoch aus totaler Überforderung die Antragsformulare nicht hingeschickt. Es erfolgte Ablehnung mit dem Hinweis, dass ich die Formulare nachreichen kann.

08/2018 hat mir mein neuer Freund dann geholfen, die Formulare auszufüllen. Es wurden ärztliche Atteste angefordert von meinem neuen Psychiater und meinem Hausarzt sowie der psychosomatischen Klinik wo ich 2018 war.

04/2019 war ich erneut beim Gutachter (dem selben wie 2014).

Ich gehe von voller EM Rente aus.

Auf telefonische Nachfrage wurde mir gesagt, dass der Bescheid noch mind. 6 Wochen dauern kann.

Meine Frage nun:
Wann wäre Rentenbeginn? Arbeitsunfähigkeit 04/2010, Antragstellung 09/2014 oder Formulareinreichung 08/2018? Die 3-Monats-Frist ist mir bekannt, aber das WWW ist groß und es finden sich auch Berichte nach welchen bei nachgewiesener AU bzw. EM rückwirkend zum Leistungsfall anerkannt wird.

Vielen Dank
Anna

von
Spieler

Zitiert von: Anna
Hallo,

ich habe eine etwas komplizierte Frage und versuche mal, den Verlauf in Stichpunkten nachvollziehbar zu machen.

Seit 04/2010 bin ich AU und bekomme eine private BU Versicherung, die bereits 3X nachgeprüft und verlängert wurde.

09/2010 habe ich während eines stationären Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik EM Rente bei der DRV beantragt, die nach einem Gutachten einer mir sehr unsympathischen Ärztin abgelehnt wurde. Widerspruch erfolgte, mein Anwalt erhielt Akteneinsicht und riet mir wegen des Gutachtens zur Widerspruchsrücknahme, dann könne ich nach einiger Zeit erneut EM-Rente beantragen.

09/2014 hatte ich einen Gutachtertermin wegen der privaten BU Rente. Er bescheinigte mir 100% Leistungseinschränkung, auch rückwirkend seit 2010.

09/2014 habe ich nach diesem Gutachten erneut EM Rente bei der DRV beantragt, habe jedoch aus totaler Überforderung die Antragsformulare nicht hingeschickt. Es erfolgte Ablehnung mit dem Hinweis, dass ich die Formulare nachreichen kann.

08/2018 hat mir mein neuer Freund dann geholfen, die Formulare auszufüllen. Es wurden ärztliche Atteste angefordert von meinem neuen Psychiater und meinem Hausarzt sowie der psychosomatischen Klinik wo ich 2018 war.

04/2019 war ich erneut beim Gutachter (dem selben wie 2014).

Ich gehe von voller EM Rente aus.

Auf telefonische Nachfrage wurde mir gesagt, dass der Bescheid noch mind. 6 Wochen dauern kann.

Meine Frage nun:
Wann wäre Rentenbeginn? Arbeitsunfähigkeit 04/2010, Antragstellung 09/2014 oder Formulareinreichung 08/2018? Die 3-Monats-Frist ist mir bekannt, aber das WWW ist groß und es finden sich auch Berichte nach welchen bei nachgewiesener AU bzw. EM rückwirkend zum Leistungsfall anerkannt wird.

Vielen Dank
Anna

Man kann das jetzt auswürfeln, oder Sie warten den Bescheid ab. Das kann Ihnen keiner beantworten.

von
Ulli

Warum gehst du jetzt plötzlich von voller Erwerbsminderungsrente aus
Dann müsste sich nach der Ablehnung letztes Mal gewaltig was verschlechter haben.
Deine private BU Rente hat damit zur tun.
Wer berufsunfähig ist ist noch lange lange nicht Erwebgemindert.
Ich habe 20 Jahre BU Rente bekommen und erst seit 12 Monaten Erwerbsminderungsrente wegen etwas völlig anderen.
Hast du denn überhaupt 36 Monate eingezahlt die letzten 5 jahre

von
Anna

Auswürfeln? Da muss es doch eine Rechtsgrundlage geben.

Die 5 Jahre decken sowohl den Antrag 2010 als auch den Antrag 2014 ab und wenn die Voraussetzungen nicht gegeben wären, hätte die DRV sicher kein Gutachten in Auftrag gegeben.

Der Gutachter hat mir bei der Verabschiedung einen kleinen Hinweis gegeben. Und aus dem Gutachten 2014 ist ebenfalls ersichtlich, dass eine EM (und nicht nur eine BU) vorliegt.

Das Erstgutachten, das zur Ablehnung führte, entstand nur dadurch, dass mir die Gutachterin absolut unsympathisch gegenüber trat und ich mich ihr nicht öffnen konnte. Es widersprach auch komplett den zwei Entlassungsberichten der Klinik und den Attesten meines Psychiaters und Psychologen.

von
Einfach lesen

Zitiert von: Anna
Auswürfeln? Da muss es doch eine Rechtsgrundlage geben.

Einfach mal hier nachlesen: https://rentenbescheid24.de/renten-abc/erwerbsminderungsrente-was-und-wie/beginn-der-erwerbsminderungsrente/

von
Modi1969

Hallo,

der Rentenbeginn hängt ab vom Datum des Leistungsfalls (ärztl. Entscheidung), der Antragstellung und der Art der EM (Dauer-/Zeit-EM).
So schwer es für Sie auch auszuhalten ist, werden Sie die Entscheidung abwarten müssen. Niemand kann Ihren individuellen Fall aus dem Forum klären, jedes im Forum genannte Datum der EM ist reine Spekulation.
Ich wünsche Ihnen Geduld, Kraft und alles Gute für Sie

von
Kaiset

Du wirst Dich bis zum Bescheid gedulden müssen, da hier niemand den Rentenbeginn vorhersagen kann.
Wenn Du diese Tatsache nicht wahrhaben willst, dann stöbere ein wenig nach Antworten zu ähnlich ähnlich lautenden Fragen hier im Forum und Du wirst sehen, dass Fragen nach einem Rentenbeginn einer Rente wegen Erwerbsminderung nicht in einem Forum beantwortet werden können. Geduld ist eine Tugend!

von
Claudi

Man braucht nicht lange zu Würfeln : ich sehe da gar keine Grundlage für Erwerbsminderungsrente.
Wie lange haben sie denn eingezahlt die letzten 5 Jahre?

von
xyz

Zitiert von: Claudi
Man braucht nicht lange zu Würfeln : ich sehe da gar keine Grundlage für Erwerbsminderungsrente.
Wie lange haben sie denn eingezahlt die letzten 5 Jahre?

Die letzten 5 Jahre sind unerheblich. Wichtig wären die 5 Jahre VOR Eintritt der Erwerbsminderung. Und das steht ja noch gar nicht fest.

von
Anna

Die 5-Jahres-Frist ist eingehalten, ich habe 25 Jahre lang in einer Anwaltskanzlei sozialversicherungspflichtig gearbeitet, bis 04/2010. Wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt wäre, hätte die DRV kein Gutachten in Auftrag gegeben sondern sofort einen ablehnenden Bescheid erlassen. Aber wie gesagt, sowohl der erste Antrag 2010 als auch der Antrag 2014 sind innerhalb der 5-Jahres-Frist gestellt worden.

Und klar weiß ich, dass ich warten muss!

Dennoch gibt es Gesetze, anhand derer der Bescheid ergeht. Schließlich muss man prüfen können, ob der Bescheid dann letzten Endes richtig ist. Die DRV erlässt doch keine Bescheide nach Gutdünken. Da ist es doch egal, ob ich die Frage jetzt stelle oder in 6 Wochen. Bereits das Gutachten 2014, das von meiner BU-Versicherung in Auftrag gegeben worden ist, ist deutlich nicht nur Richtung BU sondern auch auf EM formuliert. 100% ohne Aussicht auf Verbesserung.

Ich kann die Frage auch umformulieren:

>>> Unter welchen Voraussetzungen wird ein Rentenantrag rückwirkend zum attestierten Krankheitsbeginn verbeschieden, wenn die "Antragsfrist" verstrichen ist? <<<

Eine mögliche Antwort wäre, wenn sofort eine unbefristete volle EM Rente gewährt wird. Das ist zumindest meine Vermutung nach dem Lesen diverser Urteile. Nur: Glauben heißt nicht wissen. Und deshalb frage ich in einem Expertenforum.

von
DRV

Hier können Sie ab Seite 19 zum Rentenbeginn nachlesen:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf?__blob=publicationFile&v=31

Da der Zeitpunkt des Vorliegen Ihrer Erwerbsminderung aber individuell durch den sozialmedizinischen Dienst Ihres zuständigen Rententrägers bestimmt wird, helfen Ihnen diese Angaben auch nur bedingt weiter.
So lange dieser Zeitpunkt nicht bekannt ist, bleibt alles Spekulation. Das werden Sie akzeptieren müssen. Da wird Ihnen auch die Expertenantwort am Dienstag nicht weiterhelfen.

von
Claudi

Dann frage ich mich doch, warum sie damals nicht in Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid gegangen sind.
Wenn sie darauf spekulieren, das jetzt noch, nach soviel Jahren, eine rückwirkende Anerkennung der Erwerbsminderungsrente möglich ist, muss ich sie rechtlich enttäuschen.
Dadurch, dass sie die Ablehnung der Erwerbsminderungsrente in 2010 soweit akzeptiert haben, ist es jetzt schwer, vor Gericht zu beweisen, das sie doch dann schon Erwebgemindert waren.
Der Richter wird sie als erstes fragen, warum sie nicht damals schon ein Widerspruch und Klageverfahren geführt haben und dafür brauchen sie eine vor Gericht schlüssige Begründung.

von
Modi1969

Hallo,

WENN medizinisch schlüssig eine ununterbrochen vorliegende EM seit 2010 festgestellt wird, KÖNNTE der Rentenbeginn (verspätete Antragstellung) April 2019 sein.
Vielleicht geht man auch auf den unvollständigen Antrag 2014 (Nachholung Mitwirkung krankheitsbedingt erst jetzt in 2019 -Theorie, aber vlt. dennoch denkbar..) und lässt die Rente 2014 beginnen.
Vielleicht sieht man den Leistungsfall in 2019 und lehnt mangels vers.rechtlicher Voraussetzungen ab (Gutachtenauftrag mit Frage, ob EM 2010 vorlag, wird vom Gutachter mit "EM seit 2019" beantwortet..).Sie werden den Bescheid abwarten müssen....

von
Modi1969

Hallo,

WENN medizinisch schlüssig eine ununterbrochen vorliegende EM seit 2010 festgestellt wird, KÖNNTE der Rentenbeginn (verspätete Antragstellung) August 2018(Korrektur des ersten Posts..) sein.
Vielleicht geht man auch auf den unvollständigen Antrag 2014 (Nachholung Mitwirkung krankheitsbedingt erst jetzt in 2018 -Theorie, aber vlt. dennoch denkbar..) und lässt die Rente 2014 beginnen.
Vielleicht sieht man den Leistungsfall in 2019 und lehnt mangels vers.rechtlicher Voraussetzungen ab (Gutachtenauftrag mit Frage, ob EM 2010 vorlag, wird vom Gutachter mit "EM seit 2019" beantwortet..).Sie werden den Bescheid abwarten müssen....

von
Anna

Danke @DRV und @Modi
Das bringt mich schonmal weiter.

Nochmal: Ich weiß, dass ich auf die Entscheidung warten muss. Nur habe ich lange genug in einer Anwaltskanzlei gearbeitet um zu wissen, dass es für JEDE Entscheidung Grundlagen gibt, die im Gesetz nicht ausformuliert sind. Sei es durch Gesetzeskommentare, höchstrichterliche Urteile etc. Das hat mit Spekulation nichts zu tun.

Warum die Anträge so gelaufen sind, ist für meine Frage irrelevant. Ich werde hier meine Krankheit nicht öffentlich ausbreiten.

Es geht mir auch nicht um Geld, sondern um Rentenzeiten. Beim Querlesen heute Nacht durch verschiedene Pdfs bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, Anrechnungszeiten wegen nachgewiesener Krankheit zu beantragen, sofern keine Pflichtbeiträge geleistet wurden.

von
DRV

Zitiert von: Anna

Es geht mir auch nicht um Geld, sondern um Rentenzeiten. Beim Querlesen heute Nacht durch verschiedene Pdfs bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, Anrechnungszeiten wegen nachgewiesener Krankheit zu beantragen, sofern keine Pflichtbeiträge geleistet wurden.

Was das allerdings mit Ihrer Ausgangsfrage zu tun haben soll, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.

von
Modi1969

Hallo,

die Au-Zeit als anwartschaftssichernde Zeit wiederum wäre ja nur nötig, falls die EM - entgegen Ihrer Aussage im ersten Post -doch erst heute bzw. deutlich nach 2010 eingetreten wäre und somit die 3/5-Regelung ansonsten gefährdet wäre...

von
Valzuun

um nochmal zu verdeutlichen warum Ihnen das Gesetz nur bedingt weiterhilft:
Da steht nämlich u.a. drin das der Rentenbeginn u.a. von Leistungsfall (= Eintritt der Erwerbsminderung) abhängt. Da dies aber bei jedem Betroffenem anders ist steht dieser Zeitpunkt -logisch- nicht im Gesetz.
Das ist eine Tatsachenfrsge, welche in diesem Fall nur ein Arzt beantworten kann:
2010: unwahrscheinlich da ja nach dem damaligen Gutachten ja noch keine Erwerbsminderung vorlag; wieso sollte das ein Arzt nach 9 Jahren plötzlich anders sehen?
2014: möglich, aber schwer zu beweisen, da auch nach fünf schwer beurteilt werden kann, ob es damals gereicht hätte.
2019: klar möglich (wenn überhaupt, auch das beurteilt nun mal der Arzt).

Da Sie als Antragsteller beweispflichtig sind hilft ein „es könnte so gewesen sein“ nicht weiter. Aber durch Ihre Berufserfahrung wiesen Sie ja welche Anforderungen an einen Vollbeweis gestellt werden.

Und wenn das o.g. aufgeklärt ist werden die 3 Jahre in den letzten 5 Jahren davor geprüft.

Und deshalb hat bereits der erste (und viele weitere) recht: Was dieses Forum betrifft kann nur gewürfelt werden, weil die maßgebliche (bewiesene) Tatsache nicht bekannt ist.

Experten-Antwort

Hallo Anna,

wie Ihnen ja bereits mitgeteilt wurde, hängt der Rentenbeginn davon ab, wann die Erwerbsminderung eingetreten ist, wann der Antrag gestellt wurde und ob es sich um eine befristete Erwerbsminderung handelt. Voraussetzung ist zudem, dass die Wartezeit erfüllt ist und in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen liegen.

Zum Eintritt der Erwerbsminderung:
Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsminderung wird von den Ärzten der Rentenversicherung festgestellt. Ohne Kenntnis der konkreten Anamnese kann hier in diesem Forum unmöglich gesagt werden, auf welchen Zeitpunkt der Eintritt von Erwerbsminderung ggf. datiert wird. Da bei einer Begutachtung immer nur Ihr aktueller Gesundheitszustand betrachtet werden kann, spielt für die Feststellung von Erwerbsminderung für vergangene Zeiträume unter anderem eine Rolle, inweiweit Ihre gesundheitlichen Einschränkungen in der Vergangenheit durch aussagekräftige Befundberichte dokumentiert wurden.

Zu den Anträgen:
Auf den Rentenantrag 09/2010 kann nicht mehr zurückgegriffen werden, da dieser Antrag mit dem bindenden Ablehnungsbescheid "verbraucht" ist.

Auf die Anträge 09/2014 und 08/2018 kann zurückgegriffen werden.

Sollten Sie neben den Rentenanträgen auch einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt haben, kann dieser Antrag ggf. zusätzlich in einen Rentenantrag umgedeutet werden.

Grundsätzlich gilt: Die Rente beginnt bei unbefristeter Erwerbsminderung mit dem Folgemonat, wenn der Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach Eintritt der Erwerbsminderung gestellt wurde. Wurde der Antrag später gestellt, beginnt die Rente mit dem Antragsmonat.

Bei befristeter Erwerbsminderung beginnt die Rente frühestens mit dem 7. Kalendermonat nach Eintritt der Erwerbsminderung (Ausnahmen sind bei Wegfall von Arbeitslosengeld oder von Krankengeld/Krankentagegeld möglich).