ruhen der Witwenrente durch Vermögen?

von
mary

Hallo,
habe schon im Forum gesucht, aber keinen Fall dieser Art gefunden, hoffe auf Hilfe!
Meine Schwiegermutter bezieht die große Witwenrente und erhält mtl.davon 508 Euro.Die Ehe wurde erst 2003 geschlossen. Sie selbst erhält 620 Euro Altersrente.Nach jahrelangem Erbschaftskampf inclusive Anfechtung des Testaments durch die enterbten Töchter und versuchten Geltungsanspruch durch Juden, hat sie vom verstorbenen Ehemann ( 2. Ehe, nicht mein Vater) ein Haus geerbt. Dieses Haus wurde aber vom Makler auf Null geschrieben,da unbewohnbar und verfallen. Das Grundstück wurde jetzt für 70 000 verkauft.Wird das auf ihre Witwenrente angerechnet? Kommt diese zum Ruhen? Hat sie einen Freibetrag bzw. Schonvermögen? Sie lebt jetzt in einer kleinen Wohnung und die Familie hilft ihr, so gut es geht. Wenn sie mal in`s Heim kommt oder die Beerdigung steht an, muss doch Geld da sein. Wie ist die Rechtslage, bitte um schnelle Antwort, vielen Dank!

von
Anwalt

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von
???

Was soll denn diese Antwort? Wollten Sie einfach mal in ein Forum schreiben???

von
mary

Ich hoffe sehr, dass ich noch eine kompetente Antwort erhalte!

von
Knut Rassmussen

Ja, Veräußerungsgewinne sind anzurechnendes Einkommen. Vom Veräußerungsgewinn werden pauschal 25% abgezogen. Der Restbetrag wird dem Freibetrag (bitte einfach hier im Lexikon nachschlagen) gegenübergstellt. Das Überschreiten des Freibtrages führt zum anteiligen Kürzen der Witwenrente (bis 0 EUR, wenn der Betrag entsprechend hoch ist)

von
mary

Vielen Dank für die Antwort! Ich habe gleich im Lexikon nachgesehen,der Freibetrag liegt bei 606 Euro in den neuen Ländern. Die 70 000 Euro für das Grundstück sind allerdings kein Reinerlös, es müssen Pflichtanteile an 2 Kinder ausgezahlt werden,ebenso erhebliche Kosten für Räumung des Grundstückes, Gerichtskosten- und Anwaltskosten..., Rechnungen sind natürlich alle vorhanden! Wissen Sie, ob das in den 25 % Pauschbetrag enthalten ist! Ich denke, das die tatsächlichen Kosten höher sind.Wie das dann ausgerechnet wird, ist mir allerdings noch unklar.Wenn 40 % angerechnet werden, warum dann evtl.auf Null gekürzt? Tut mir leid, Mathe war noch nie meine Sache! Schöne Grüße!

von
Schiko.

Hallo, rassmussen, ich weiß natürlich, dass sie kein heu-
riger haase hier sind.
Trotzdem, die aussage einer einkommensanrechnung im
geschilderten fall überrascht mich doch sehr.

Der erlös aus haus-oder grundstücksverkauf ist noch lange
nicht ein veräußerungsgewinn.
Selbst im steuerrecht fällt nach 10 jahren besitz auf die ver-
kaufssumme keine steuer an.
Kannte bisher auch nicht den 25% pauschalen abschlag.
Auf wieviel jahre muss dann bei der witwenrente auf mo-
natlich eigenes einkommen betragsmäßig umgerechnet
werden.
Danke ihnen für dementsprechende hinweise, hatte bisher
keine ahnung davon.

Mit freundlichen Grüßen.

von
mary

Jetzt bin ich reichlich durcheinander! Hoffe auf Aufklärung, vielen Dank!

von
Knut Rassmussen

Genau, lieber Schiko, aber innerhalb dieser Spekulationsfrist von 10 Jahren fallen Steuern an. Und hier ist das Rentenrecht - wie sonst ja auch sehr oft - an das Steuerrecht angelehnt. Zur Verteilung: § 18 b SGB IV Maßgebend ist das für denselben Zeitraum erzielte monatliche Einkommen. Mehrere zu berücksichtigende Einkommen sind zusammenzurechnen. Wird die Rente nur für einen Teil des Monats gezahlt, ist das entsprechend gekürzte monatliche Einkommen maßgebend. Einmalig gezahltes Vermögenseinkommen gilt als für die dem Monat der Zahlung folgenden zwölf Kalendermonate als erzielt. Einmalig gezahltes Vermögenseinkommen ist Einkommen, das einem bestimmten Zeitraum nicht zugeordnet werden kann oder in einem Betrag für mehr als zwölf Monate gezahlt wird....

Zum Abschlag von 25%: ebenfalls § 18 b SGB IV "Das Einkommen ist zu kürzen ... 7.
bei Vermögenseinkommen um 25 vom Hundert; bei steuerfreien Einnahmen im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens um 5 vom Hundert; Einnahmen aus Versicherungen nach § 18a Abs. 4 Nr. 1 werden nur gekürzt, soweit es sich um steuerpflichtige Kapitalerträge handelt."

von
mary

Lieber Knut Rassmussen,
habe den § 18b SGB gelesen,stimmt alles, für mich fachchinesisch!
Das Einzige, was ich jetzt glaube zu wissen, ist, dass 25 % abgezogen werden.Aber was ist mit den von mir genannten Ausgaben,können Sie mir das mitteilen? Und zu der Berechnung evtl. ein vereinfachtes Beispiel? Das wäre sehr, sehr freundlich!
Meine Schwiegermutter könnte ja auch`nen Anwalt in Anspruch nehmen, bloß wenn da nix übrig bleibt, kann sie diesen von ihrem Einkommen nicht bezahlen. Falls die W-Rente völlig wegfällt, muss ja das "Restgeld" auf die kommenden Jahre verteilt werden, denn mit ihrer eigenen Altersrente kommt sie niemals über den Monat.
Grüße Mary

von
---

Hallo Mary!
Wenden Sie sich mit Ihrer Frage am Besten an eine Auskunfts- und Beratungsstelle! Die können Ihnen die Auskunft geben in welcher Höhe das Vermögen anzurechnen ist. Dort kann man Ihnen auch direkt die Auskunft geben welche Unterlagen ggfs. benötigt werden.
Vielleicht ist ja aufgrund der Tatsache, dass dieses Haus älter als 10 Jahre ist, gar nichts anzurechnen.

von
mary

Das Haus ist viel älter , aber nicht relevant, da offiziell auf Null geschrieben. Das heißt, es ist gar nicht da, verkauft wurde nur das Grundstück in guter Lage ( Berlin).Deshalb der relativ hohe Preis.

von
Schiko.

Vielen dank, sehr informativ.

MfG.

von
mary

Ach ja ? Sie hat ihr ganzes Arbeitsleben Steuern bezahlt!
Im Übrigen geht es nicht um Steuern, da hätte sie einen weitaus höheren Freibetrag!
Ich mag Leute nicht, die Anderen nicht die Wurst auf der Stulle gönnen.
Nachdenken !!!

von
Fürz`le

sie haben jetzt genug das forum

vollgelabert! es reicht!

wenn sie langeweile haben,

legen sie sich einen HUND zu

und gehen spazieren -!-

Grüße Fürz `le

von
?-?

heute sehr aktiv, skat du "D E P P"

Experten-Antwort

Der Gesetzgeber hat sich bei der Reform der Einkommensanrechnung zum 01.01.2002 wesentlich am Einkommensteuerrecht orientiert.

Nach § 18a Abs.4 SGB IV ist Vermögenseinkommen die positive Summe der positiven oder negativen Überschüsse, Gewinne oder Verluste aus Vermögenseinkommen.
Es muss sich also nach Saldierung eine positive Summe ergeben, damit angerechnet wird.

Zu den Vermögenseinkommen zählen u.a. Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften. Dieses sind die Einkünfte nach § 23 EStG. In erster Linie geht es hier um "kurzfristige" Weiterveräußerung von z.B. Immobilien. Kurzfristig ist ein Zeitraum von bis zu zehn Jahren zwischen Anschaffung und Veräußerung.
Gewinne entstehen als einmaliges Vermögenseinkommen immer nur, wenn der Erlös aus der Veräußerung die Summe aus dem Anschaffungspreis zzgl. Werbungskosten übersteigt.

Ausgenommen sind allerdings generell Immobilien bzw. Grundstücke, die ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden.

Inwieweit diese Grundsätze auch bei einem geerbten Grundstück anzuwenden sind, ist - wie eingangs erwähnt - nicht zuletzt eine Frage des Steuerrechts. Dazu können Sie Auskünfte über das zuständige Finanzamt oder Ihren Steuerberater einholen. Im Forum der gesetzlichen Rentenversicherung kann diesbezüglich keine Aussage getroffen werden.

Sollte der Grundstücksverkauf steuerrechtlich positiv bewertet werden, würde auf die Witwenrente ein Zwölftel des gezahlten Betrages als monatliches Einkommen ein Jahr lang angerechnet werden.
Der § 18b SGB IV ist ja schon genug gewürdigt worden.

von
Schiko.,

Lassen sie sich nicht verwirren, dies gilt selbstverständ-
lich auch für meine aussagen.
Es sei dahingestellt ob der erlös aus dem grundstücks-
verkauf auf die witwenrente ein jahr lang angerechnet
wird.
Dies ist auch nicht sache des finanzamtes, zuständig ist
hierfür die deutsche rentenversicherung.

Steuerechtlich sollte auch die schwiegermutter nichts
unternehmen, vom hausverkauf erhält das zuständige
finanzamt sicher vom notar kopie der verkaufsurkunde.

Lassen sie doch einfach die angelegenheit auf sich zu-
kommen.

Grundsätzlich kann eigenes einkommen zur kürzung
einer witwenrente führen.
Das grundstück einmal nicht beachtet, sind 693.53/609.58
alte/neue bundesländer anrechnungsfrei. Die genannten
summen liegen ja innerhalb dieser grenzen.

Als erfahrungswert sage ich ihnen, nichts unternehmen ist
oft günstiger als aktiv zu sein.
Ich hoffe, sie verstehen mich nicht falsch.

Mit freundlichen Grüßen.

von
mary

Vielen Dank für die Auskunft!
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass meine Schwiegermutter mit ihrem damals noch lebenden Mann dieses Haus bewohnt hat, also kein fremdes Haus geerbt hat.