Ruhendes Arbeitsverhältnis

von
Wolle

Ich beginne demnächst über das Berufsförderungswerk eine 2 jährige Ausbildung.Zur Zeit bin ich aber noch in einer Firma beschäftigt, wo ich aber momentan wegen meiner gesundheitlichen Einschränkung nicht arbeiten kann.Muß ich selber kündigen, oder kann man das Arbeitsverhältnis die 2 Jahre ruhen lassen?

von
...

Das sollten Sie vielleicht mit Ihrem Arbeitgeber klären...

von
Wolle

Mein Arbeitgeber möchte natürlich das ich kündige und er keine Abfindung zahlen braucht.

Experten-Antwort

Hallo Wolle,

aus rentenversicherungsrechtlicher Sicht gibt es keine Vorgaben hinsichtlich eines parallel neben der Leistung zur Teilhabe bestehenden, ruhend gestellten Arbeitsverhältnis. Insoweit gibt es hier auch keine Verpflichtung zur Kündigung.

von
Wolle

Aber wenn der Arbeitgeber verlangt das ich kündige?

von
Schade

Dann kann Ihnen ein Rentenberater auch nicht sagen, was richtig ist und was nicht.

Sie stellen hier eine Frage aus dem Arbeitsrecht und sind so gesehen im falschen Forum.

Oder anders gesagt: das ist rentenrechtlich so lang wie breit.

von
Wolle

Dann werde ich mich woanders erkundigen müssen. Mich wundert es bloß, weil mir die Sachbearbeiterin von der DRV gesagt hatte, das ich auf keinen Fall kündigen soll und ich das Arbeitsverhältnis ruhen lassen soll.

von
Schade

Es sagt hier ja auch keiner, dass Sie kündigen sollen.
Sie brauchen m.E. nichts unternehmen.
M.E. braucht auch der AG nichts unternehmen und kann das Arbeitsverhältnis ruhen lassen.
Nur das ist meine Privatmeinung.......

Zusatzfrage: Was nützt Ihnen das bestehende Arbeitsverhältnis, wenn es in neuen Beruf keine Beschäftigungsmöglichkeit in der alten Firma gibt? Dann kann niemand Ihren AG zwingen Sie im neuen Beruf zu beschäftigen!

Bsp: Sie haben bisher als Fließenleger gearbeitet und werden zum Bürokaufmann umgeschult.
Aus Ihrem alten Arbeitsvertrag erwächst dem AG keine Verpflichtung Sie im Büro zu beschäftigen.
Der wird kaum seine bisherige Büromannschaft entlassen, nur weil sein alter Fließenleger jetzt umgeschult ist????

von
Auskenner

Ihr Arbeitgeber kann nicht von ihnen verlangen, das SIE kündigen.

Allerdings haben Sie auch keinen Ansoruch darauf, das ihr Arbeitsverhältnis während der 2 Jahre ruhend gestellt wird !

Wenn der Arbeitgber ihnen jetzt kündigen möchte, kann er dies ja jederzeit - unter Einhaltung der Kündigungsfrist - tun.

Einen Anspruch auf eine Abfindung haben Sie übrigens nicht ( es sei denn sie haben so etwas in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ).

Abfindungen sind rein freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers und sind keinesfalls Pflicht - auch nicht bei langjähriger (z.B. 20 oder 30 Jahre ) Betriebszugehrörigkeit, was ja viele denken !

Möchte ihr Arbeitgeber also keine Abfindung an Sie zahlen, können Sie nur mit einer Kündigungschutzklage vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung vorgehen.

Dort kommt es dann erstmal zu einem Vermittlungstermin wo event. durch den Richter eine Abfindung vorgschlagen wird. Lehnt ihr AG dies weiter ab ( was er kann ) , kommt es dann zu einer Hauptverhandlung wo die ganze Sache per Richerspruch entschieden wird.

Sie sollten sich aber in ihrem doch etwas kompliziertem Fall auf jeden Fall eine rechtsverbindliche Auskunft bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht einholen. Dieser
kann Sie dann ja auch falls notwendig später gegenüber ihren Nocharbeitgeber oder dann vor Gericht vertreten

von
wolle

Ich möchte mir damit eventuell eine Möglichkeit offen lassen.Vieleicht geht es mir ja in den 2 Jahren gesundheitlich wieder besser und ich kann in meinem alten Beruf in der selben Firma wieder arbeiten.

von
rentner

Wenn Sie Glück haben, stehts in Ihrem Tarifvertrag.
Dass Sie kündigen, kann niemand verlangen. Wär blöde, es zu tun, denn damit bringen Sie sich um alle eventuellen Ansprüche (Abfindung, ALG).

von
Auskenner

Eine Eigenkündigung ist auf gar keinen Fall anzuraten !

Das Blatt des Handelns haben darum nicht Sie, sondern dann nur ihr Arbeitgeber in der Hand.

Wenn der aus welchen Gründen auch immer Sie jetzt nicht mehr beschäftigen möchte ( auch wenn es nur auf dem Papier ist ) , kann und wird er eine Personenbezogene Kündigung wegen lang andauernder Erkrankheit und schlechter Zukunftsprognose ausprechen.

So eine Kündigung hat zu 99% auch vor Gericht Bestand. Da können Sie gar nichts gegen machen.

Man kann keinen Arbeitgeber " zwingen " oder zumuten, 2 Jahre auf einen Arbeitnehmer zu warten in der Hoffnung
- mehr ist es ja nicht -, das dieser dann wieder vollkommen fit ist und seine alte volle Arbeitskraft der Firma wieder zur Verfügung stellen kann.

Auch ein nur noch auf dem Papier geführter Arbeitnehmer verursacht einer Firma Kosten ( z.b. für Beiträge für Versicherungen, Berufsgenossenschaft etc. pp )

Wenn Sie dem Chef mitteilen , das Sie jetzt 2 Jahre mindestens nicht mehr bei ihm arbeiten können, wird er dies entweder einfach so hinnehmen - und Sie bleiben auf dem Papier bei ihm angestellt - oder er wird Sie kündigen.

Mehr Möglichkleiten gibt es nicht.

Anzuraten wäre natürlich auch ein persönliches Gespräch mit ihrem Chef , um diese Dinge gleich zu klären damit Sie Gewissheit haben was er in ihrem Falle beabsichtigt.