Scheinselbständigkeit einer Hundetrainerin

von
Francke&Partner

Uns stellt sich die Frage, ob eine Hundetrainerin die selbständig ist, aber nur für einer Hundeschule arbeitet, als scheinselbständig gilt.

von
Klarer Fall

siehe § 2 Ziff. 1 SGB VI

von Experte/in Experten-Antwort

Scheinselbständig bedeutet, dass eigentlich ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Dann wäre Sie ganz normale Arbeitnehmerin. Sicher kann das so sein; es hängt letztendlich von der Aus-gestaltung der Tätigkeit ab. Auf Antrag "V027" führt die Clearingstelle bei der DRV Bund in Berlin eine entsprechende Statusprüfung durch. Den Antrag können sowohl Auftraggeber, wie auch Auftragnehmer stellen. Als Arbeitnehmerin würde sie sich den Sozialversicherungsbeitrag mit ihrem Arbeitgeber teilen.

Es könnte aber auch sein, dass sie versicherungspflichtig Kraft Gesetzes als selbständig tätige Person wird. Zum Beispiel als Selbständige mit einem Auftraggeber nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI.
Das Trainieren von Tieren wäre grundsätzlich keine Lehrtätigkeit i.S. des § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI. Sofern im Rahmen einer derartigen Tätigkeit jedoch auch z.B. die Besitzer im Umgang mit den Tieren geschult werden, könnte Versicherungspflicht nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI eintreten, wenn die Schu-lung der Personen überwiegt.
Nr. 1 wäre vorrangig gegenüber Nr. 9.
Den Beitrag müsste die Selbständige in voller Höhe alleine tragen.

Die Versicherungspflicht kann bei Selbständigen grundsätzlich erst oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze eintreten.