scheinselbstständigkeit

von
scheinselbstständigkeit

Hallo!
was passiert eigentlich mit steuern; abschreibungen und ähnlichem beim scheinselbststandigen; wenn rueckwirkend ein angestelltenverhältnis durch die bfa festgestellt wird?

und...
wie lange ist der komplette zeitrahmen;
wenn z.bsp der arbeitgeber immer wieder widerpruch
einlegt bis z.bsp. das ganze vors bundessozialgericht kommt.
ensteht dem arbgeber dadurch ein nachteil?
davon ausgehend, dass der arbeitnehmer natürlich sofort bei bescheideingang gekündigt wurde.

und...
wenn der bescheid für ein vertragsverhältnis gilt;
gilt er dann auch automatisch für andere die den gleichen vertrag haben?

gruss aus hessen
norman

von
Sch(w)ein(erei)selbstständigkeit

Zu steuerlichen Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihr Finanzamt oder Ihren Steuerberater. Das ist nicht Thema dieses Forums.

Vor das Bundessozialgericht kommen nur Fälle mit grundsätzlicher rechtlicher Bedeutung. Die Tatsacheninstanzen enden mit der Berufung, d. h. es geht nur bis zum Landessozialgericht. Dann können Sie allenfalls noch eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen, wenn die Revision beim BSG nicht zugelassen wurde.

Den Nachteil für den Arbeitgeber können Sie im § 28g SGB 4 nachlesen. Der zahlt nämlich möglicherweise den gesamten Sozialversicherungsbeitrag (auch den Arbeitnehmeranteil) allein, wenn ein Abzug vom Entgelt nicht mehr zulässig oder möglich ist. Ein unterbliebener Abzug darf nur bei den drei nächsten Lohn- oder Gehaltszahlungen nachgeholt werden.
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__28g.html

Kollektiventscheidungen sind nach meiner Kenntnis nicht möglich, allerdings tut der Arbeitgeber im eigenen Interesse gut daran, wenn er schnell von seinen krummen Touren abkommt (siehe § 28g SGB 4), denn sonst wird es vielleicht sehr, sehr teuer für ihn. Gehen Sie mal davon aus, dass Betriebe, bei denen solche "Schweinereien" passieren "eingehend" geprüft werden. Ansonsten ist auch die FKS möglicherweise nach einem gezielten anonymen Hinweis schnell im Hause.
http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsatz/b0_finanzkontrolle/k0_ansprechpartner/index.html
Deren Aufgaben und Befugnisse können Sie hier nachlesen:
http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsatz/b0_finanzkontrolle/i0_aufgaben/index.html

Ein solcher anonymer Hinweis rettet möglicherweise einem Betroffenen Scheinselbständigen auch den Job, da der Arbeitgeber so möglicherweise gar nicht erfährt, wer ihn "verpetzt" hat.

von
scheinscheinselbststandigkeit

ich denke der zoll ist dafür nicht wirklich zuständig... warum gehen die zolljungs sonst nicht einfach mal in dem nächsten mediamarkt, saturn oder karstadt. da steht doch an jeder ecke ein scheinselbstständiger.
kaffee hier... handys da...apple hier... birnen da.

von
Sch(w)ein(erei)selbstständigkeit

Sie sollten besser nicht denken, meinen oder vermuten, sondern die angegebenen Seiten einfach einmal nachlesen. Wer lesen kann, ist nämlich klar im Vorteil.

Da steht es schwarz auf weiß:

http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsatz/b0_finanzkontrolle/a0_vorenthaltene_sozialabgaben/index.html

Es besteht außerdem auch die Möglichkeit, sich telefonisch oder per Fax direkt mit den Prüfbüros der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung zu setzen. Die Adressen finden Sie unter:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_9958/SharedDocs/de/Inhalt/Zielgruppen/02__arbeitgeber__steuerberater/02__pruefbueros/pr_C3_BCfb_C3_BCros__index.html

Experten-Antwort

Den Vorbeiträgen kann nicht viel hinzugefügt werden. Nur soviel: Ein Bescheid dient der Regelung eines Einzelfalles. Insofern sind andere Beschäftigungsverhältnisse nicht automatisch von dem zur Regelung eines Einzelfalles für einen Versicherten erlassenen Bescheid mit betroffen. Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass das zukünftige Handeln der Versicherungsträger (beispielsweise im Rahmen einer Betriebsprüfung) davon beeinflusst werden kann.