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Schwerbehindert und 20 Jahre voll

von
Engel 71

Hallo,
ich habe Spastische Tetraparese nach frühkindlichem Hirnschaden mit beidseitiger Spitzfußstellung.(ich bin ein 6,5 Monat Baby) Nach meiner Ausbildung bekam ich Chronische Diarrhoe an der ich auch heute noch zu leiden habe,und nur mit Loperamid einigermaßen in den Griff bekomme. Mein Körper schwächt mehr und mehr ab.Seit einigen Monaten stehe ich auch in dem Verdacht Rheuma zu haben.(Mein Hausarzt möchte das ein Rheumatest erst in der Kur gemacht wird)Zudem habe ich auch eine Verengung des Spinalkanals in höhe des 4/5 Lendenwirbels. Mein Hausarzt befürwortet eine Kur, damit mich die Ärzte dort richtig durchchecken und durch auf mich abgestimmte Maßnahmen wieder fit fürs Arbeitsleben machen.Der Vertrauensarzt zu dem ich mal geschickt wurde sagte:"Stellen sie sich mal nicht so an ,es gibt schließlich Menschen denen es schlimmer geht als ihnen und die jammern auch nicht rum." Dieser Satz hat mich Psychisch so sehr runtergezogen,das ich Ärzten nur bedingt mein Anliegen anvertraue.Mein Hausarzt ist der Meinung das wenn die Kur keine Verbesserung ist,mir nur noch die Rente bleibt. Ich habe 20 Jahre eingezahlt,und weiß nicht ob mir die rente schon zusteht. Er ist der Meinung das ich nicht mehr erwerbsfähig bin,aber diese Entscheidung liegt nicht bei ihm.Kann mir da jemand helfen? Ich bin nun doch etwas verwirrt.

Danke im voraus.

von
LS

Wenn innerhalb der letzten fünf Jahre vor Rentenbeginn für 3 Jahre Beitragszeit vorliegt, besteht ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Der Grad der Schwerbehinderung ist dabei nicht grundsätzlich ausschlaggebend.

Entscheidend ist, in welchem zeitlichen Umfang Ihre Arbeitsfähigkeit eingeschätzt wird.

Sie sollten deswegen einen Antrag auf Erwerbsminderung stellen und die Entscheidung abwarten.

von
Rosanna

Hallo Engel71,

ich würde Ihnen auch empfehlen, einen Rentenantrag zu stellen.

Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten. Aber für mich hört es sich so an, als wenn evtl. § 43 Abs. 6 SGB VI anzuwenden ist.

Danach kann für Versicherte, bei denen die volle Minderung der Erwerbsfähigkeit bereits vor der vorzeitigen oder tatsächlichen Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von 60 Kalendermonaten eingetreten ist, ein Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung vorliegen, wenn die Wartezeit von 20 Jahren erfüllt ist.

Dies ist meistens der Fall, wenn - wie bei Ihnen - durch eine frühkindliche Hirnschädigung noch nie eine ausreichende Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestand (ist jetzt extra bißchen laienhaft ausgedrückt und obwohl ich nicht weiß, ob und wie Sie bisher beschäftigt waren oder sich in einer WfB befinden).

Selbstverständlich können Sie auch einen Reha-Antrag bei der DRV stellen.

Ich wollte Sie nur auf &#34;gesonderte&#34; EM-Rente hinweisen. Evtl. haben Sie auch einen EM-Rentenanspruch aus anderen Gründen bzw. weil der Leistungsfall erst später eingetreten ist. Dann müßten die von @LS genannten versicherungsrechtlichen Voraussetzungen - 36 Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren vor Eintritt des Leistungsfalles - erfüllt sein.

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Bei der Beantwortung Ihrer Fragen gehen wir davon aus, dass sie nach dem 1.1.1961 geboren sind und vor dem 1.1.1984 noch keine 5 Jahre gearbeitet haben.

Eine Rente wegen Erwerbsminderung kann gezahlt werden, wenn die Versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und Erwerbsminderung vorliegt.

Das Vorliegen der Erwerbsminderung überprüft der Ärztliche Dienst des Rentenversicherungsträgers anhand vorhandener Gutachten bzw. Befundberichte oder einer Untersuchung.

Anmerkung: Die Schwerbehinderteneigenschaft wird am Grad der Behinderung festgemacht, im Gegensatz hierzu ist für die Beurteilung der Erwerbsminderung im Sinne der Rentenversicherung ihr tatsächliches Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt entscheidend.

Liegt Erwerbsminderung vor, besteht ein Rentenanspruch, wenn innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge und mindestens die allgemeine Wartezeit (5 Jahre Beiträge) vorhanden sind. Dann sind auch die Versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt

Sobald ein Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung gestellt wird, prüft die Rentenversicherung ohnehin, ob die Erwerbsminderung ggf. durch eine &#34;Kur&#34; abgewendet werden kann, sie erhalten dann eine entsprechende Nachricht.

Eine Kur kann natürlich auch unabhängig von einem Rentenantrag beantragt werden.
Nach der &#34;Kur&#34; wird durch die Rentenversicherung geprüft, ob diese erfolgreich war, d.h. ob sie weiterhin arbeiten können, oder ob möglicherweise ein Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung vorliegt, sie erhalten dann eine entsprechende Nachricht.

Wir empfehlen Ihnen unbedingt eine Beratung bei Ihrem Rentenversicherungsträger!

von
Engel 71

Hallo nochmal,
ich habe wohl einige Details vergessen zu erwähnen.
Ich wurde 1971 geboren und bin zu 60% schwerbehindert. Gearbeitet habe ich seit meiner Ausbildung die ich im BBW Volmarstein absolvierte,bist vor ca.6 jahren immer in der freien Wirtschaft. Falls ich noch etwas vergessen haben sollte,fragen Sie mich einfach.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Gruß,Engel 71

von
Rosanna

Hallo,

Sie schreiben, dass Sie bis vor 6 Jahren immer in der freien Wirtschaft gearbeitet haben. Somit wird vermutlich § 43 Abs. 6 SGB VI nicht anwendbar sein. Sie müssen für eine EM-Rente dann die anderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen - 36 in 60!

Was haben Sie in den letzten 6 Jahren gemacht? Sind Sie arbeitslos oder arbeitsunfähig?

Ich würde Ihnen empfehlen, sich mit der zuständigen DRV bzw. einer der Beratungsstellen in Ihrer Nähe in Verbindung zu setzen und zu klären, ob Sie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine EM-Rente überhaupt erfüllen. Sie können natürlich auch einen Reha-Antrag stellen. In einem persönlichen Beratungsgespräch läßt sich das alles viel besser klären als hier im Forum.

MfG Rosanna.