Selbständig

von
Hansi

trotz meiner privaten Vorsorgesoll ich auf einmal in die rentenversicherung einzahlen. Ich habe bisher gut verkauft und nun heisst es ich habe nur eiinen Auftraggeber. Das ist gelogen! Ich besuche viele Kunden !! Ich soll auch für die vergangenen vier Jahre nachzahlen. Das kann doch nicht sein ?!? Mache das ganze schon seit 10 Jahren und bisher hat kein Hahn danach gekräht. Alles wegen der dussligen Kontenerklärung. Ist das rechtens ???

von
Schade

Was soll die Klage hier im Forum?

Ob Sie Selbständig mit einem Auftraggeber sind und somit versicherungspflichtig, kann mit Ihren paar Angaben keiner im Forum beurteilen.

Ein "Eismann" "Vorwerk" "Versicherungsvertreter für den AWD, DVAG und Co" um nur einige zu nennen, hat auch viele Kunden aber nur einen Auftraggeber für den er arbeitet.

Was machen Sie denn wirklich, dass Sie sich belogen fühlen?

von
Bescheidener

Es sei auch nur mal am Rande angemerkt: Solche Situationen kann man umgehen, indem man sich frühzeitig, das heißt vor Aufnahme der Tätigkeit informiert. Das erspart so einiges. Daher greifen Sätze wie "Wusst' ich net" o.ä. hier auch nicht.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hansi,
leider können wir hier im Forum weder beurteilen, ob Sie "selbständig mit nur einem Auftraggeber" sind (selbst für eine unverbindliche Prognose reichen Ihre Angaben nicht aus), noch könnten wir Ihnen helfen, falls sich herausstellen sollte, dass doch keine Versicherungspflicht vorliegt. Sie müssen das bitte persönlich mit Ihrem Rentenversicherungsträger klären.

von
Hansi

Danke für die Antworten. ich verkaufe Zubehör für Einfamilienhäuser (Fenster & Türen). Natürlich kommt die Ware von einem Hersteller mit dem ich einen entsprechenden Handelsvertretervertrag abgeschlossen habe. Meine Auftraggeber sind doch aber meine Kunden. Ohne Kunden kein Umsatz.

von
Bescheidener

Da ist Ihre Einschätzung leider nicht richtig. Ihr Auftraggeber ist in diesem Fall derjenige FÜR DEN Sie tätig werden und dessen Produkte Sie (evtl. sogar ausschließlich) vertreiben.

An der Sachlage ändert sich etwas, wenn Sie regelmäßig mehr als 1/6 Ihres Verdienstes durch einen zweiten oder mehrere Auftraggeber erzielen.

von
...

Mit wem rechnen Sie denn ab? Mit den einzelnen Kunden oder mit diesem einen Anbieter der Produkte?

von
Bescheidener

Auch die Abrechnungsform dürfte hier wohl nicht maßgebend sein:

"Aufgrund des Schutzzwecks der Norm ist Auftraggeber, wer gegenüber dem Selbständigen eine arbeitgeberähnliche Position inne hat. Dies bedeutet, dass z.B. die Kunden eines selbständigen Versicherungsvertreters nicht als „Auftraggeber“ zu beurteilen sind." (jurisPK-SGB VI, § 2, Rn. 189)

Das wird regelmäßig nicht nur bei Versicherungsvertretern der Fall sein.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hansi,
ich fürchte, dass Sie tatsächlich unter die Regelung der "arbeitnehmerähnlichen Selbständigen" fallen könnten, wenn Sie nur für den einen Hersteller verkaufen. Vielleicht kann ich es an einem Beispiel deutlich machen: Eine Verkäuferin hat auch viele Kunden, an die sie die Waren verkauft - aber Arbeitgeber ist das Kaufhaus, bei dem sie arbeitet. Und so ähnlich (!) ist das bei Ihnen - auch wenn Sie mit dem Hersteller natürlich keinen Arbeitsvertrg haben, deshalb ja auch "arbeitnehmerähnlich".

Ich kann nur nochmal meine Empfehlung wiederholen, sich persönlich mit dem Rententräger in Verbindung zu setzen (z.B. über eine A+B-Stelle aus der linken Menüleiste). Dort kann man dann auch z.B. über Möglichkeiten der Ratenzahlung reden...