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Selbständig im Haupterwerb - Umstieg auf selbständig im Nebenerwerb, was müsste ich beachten?

von
Josephine

Hallo,

ich hatte mich Februar 2012 mit meiner nebenberuflichen Selbständigkeit (freischaffende Künstlerin) hauptberuflich als Existenzgründerin selbständig gemacht (Kunstpädagogik). Nun riet man mir vor Ort in der Rentenversicherung, noch diesen Monat den Antrag auf weitere (man benannte es tatsächlich "freiwillige") Rentenversicherung zu stellen, um meine Erwerbsunfähigkeitsrente nicht zu verlieren und da ich meine Pflichtjahre noch nicht voll hätte. Das werde ich aller Voraussicht nach auch tun (müssen?).

Wenn ich mich im Moment für den noch diesen Jahres möglichen, halben Regelbetrag entscheide, kann ich dann später wieder auf einkommensabhägig wechseln oder ist die Entscheidung für ein bestimmtes Modell immer bindend? Aufgrund meines Einkommens, bin ich steuerpflichtig, führe also kein Kleinunternehmen.

Mein angestrebtes Zukunftsmodell ist geteilt: angestellt und nebenberuflich selbständig. Wobei mein Einkommen nebenberuflich, vermutlich sehr ähnlich dem des Angestellteneinkommens sein wird. Muss ich hier in der Rentenversicherung auf etwas achten?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Josephine

von
W*lfgang

Hallo Josephine,

als "freischaffende Künstlerin" fallen Sie möglicherweise in die Versicherungspflicht der Künstlersozialkasse rein.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist in der Summe viel zu komplex, um das hier zu Ihren Gunsten zu sortieren. Da schon eine Hauptbeschäftigung/Versicherungspflicht besteht, ist mein erster Gedanke - was soll eine zusätzliche freiwillige Versicherung für die selbständige Tätigkeit im Hinblick auf Erwerbsminderungsrente da (zusätzlich) bewirken? Irgendwie Blödsinn ..waren Sie wirklich bei einer Beratungsstelle der DRV (im Rathaus der Stadt/Gemeinde halte ich diese Aussagen nicht für gänzlich ausgeschlossen ...sorry KollegInnen ;-)

Erster Tipp: Beratungsstelle der DRV aufsuchen und Analyse machen lassen.
Alternativ: Statusfeststellung für die selbständige/künstlerische Tätigkeit einleiten und deren Diagnose abwarten.
3. Besteht tatsächlich Versicherungspflicht in der selbständigen Tätigkeit, Wahl des geringsten Beitrags treffen (nach Einkommen, oder (halber) Mittelbeitrag - kann für die Zukunft immer neu bestimmt werden).
4. Besteht keine Versicherungspflicht aus der selbständigen Tätigkeit, entsprechend dem Einkommen weitere (private) Vorsorgemöglichkeiten checken - auch hilft allgemein die nächste DRV-Beratungsstelle für einen Überblick.

Gruß
w.

von
W*lfgang

Nachtrag:

Ich habe eben erst Ihre Frage von gestern gelesen, die ja inhaltlich zum selben Thema war - die Missverständnisse freiwillige Versicherung/(Antrags-)Pflichtversicherung für Selbständige wurde in den Antworten wohl aufgeklärt - hoffe ich doch. Ansonsten, wieder rein die Beratungsstelle und solange 'nerven', bis Sie das Gefühl haben 'Jetzt weiß ich Bescheid' und die künftige Beitragsgestaltung ist aktuell/vorausschauend die beste Lösung.

Gruß
w.

von
Josephine

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Josephine,

als "freischaffende Künstlerin" fallen Sie möglicherweise in die Versicherungspflicht der Künstlersozialkasse rein.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist in der Summe viel zu komplex, um das hier zu Ihren Gunsten zu sortieren. Da schon eine Hauptbeschäftigung/Versicherungspflicht besteht, ist mein erster Gedanke - was soll eine zusätzliche freiwillige Versicherung für die selbständige Tätigkeit im Hinblick auf Erwerbsminderungsrente da (zusätzlich) bewirken? Irgendwie Blödsinn ..waren Sie wirklich bei einer Beratungsstelle der DRV (im Rathaus der Stadt/Gemeinde halte ich diese Aussagen nicht für gänzlich ausgeschlossen ...sorry KollegInnen ;-)

Erster Tipp: Beratungsstelle der DRV aufsuchen und Analyse machen lassen.
Alternativ: Statusfeststellung für die selbständige/künstlerische Tätigkeit einleiten und deren Diagnose abwarten.
3. Besteht tatsächlich Versicherungspflicht in der selbständigen Tätigkeit, Wahl des geringsten Beitrags treffen (nach Einkommen, oder (halber) Mittelbeitrag - kann für die Zukunft immer neu bestimmt werden).
4. Besteht keine Versicherungspflicht aus der selbständigen Tätigkeit, entsprechend dem Einkommen weitere (private) Vorsorgemöglichkeiten checken - auch hilft allgemein die nächste DRV-Beratungsstelle für einen Überblick.

Gruß
w.

Hallo und Danke!

zur Zeit bin ich ausschließlich selbständig und arbeite darin Vollzeit. Daher habe ich nur eine ergänzende private Vorsorge getroffen. Ich möchte meine Renteneinzahlungen nicht verlieren und bekomme keine private BU. Beides ist das Argument der RV vor Ort und zweimal persönlich besucht, dass ich zurück in die gesetzliche RV soll. Die Frist läuft Ende diesen Monates ab, damit ich nicht in Verzug bin.

Da ich gerne etwas mehr SIcherheit hätte, strebe ich dauerhaft eben doch eine Teilselbständigkeit an und tendiere daher tatsächlich dazu den halben Regelbeitrag (weil Existenzgründer in 2012) zu zahlen für dieses Jahr und dann entsprechend dem, was nötig ist.

Es hieß jedoch weiter vor Ort, dass ich den gewählten Rentenbetrag im Falle einer Anstellung auch weiter zusätzlich! zahlen müsse und dies nur aufheben könne, indem ich meine Selbständigkeit komplett aufgebe. Da ich aber weiter nebenberuflich arbeiten möchte, (wenn ich eine Festanstellung bekomme) da Kliniken Honoarkräfte meist aus Spenden oder Stiftungsgeldern bezahlen und keine Festanstellung machen in meinem Bereich, kann ich mich nicht abmelden und dann mit der gleichen Arbeitsleistung unter einem anderen Titel eine neue Selbständigkeit anmelden. Das ist mir zu heikel.

Wenn ich den Antrag stelle, hieß es, kann ich ihn nicht mehr zurücknehmen.

Wenn ich ihn nicht in Kürze stelle, versäume ich die Frist und man argumentiert mit den 3 Jahren Wartezeit EU im Fall der Fälle.

grumpf.....

werde mir ihre Punkte zu Herzen nehmen!

Herzlichen Dank!

Josephine

Experten-Antwort

Hallo Josephine,

grundsätzlich möchte ich zunächst den Beiträgen von W*lfgang zustimmen. Auch ich würde (neben den weiteren Tipps von W*lfgang) zunächst empfehlen noch einmal den versicherungsrechtlichen Status der selbständigen Tätigkeit klären zu lassen – hier kommen aus meiner Sicht sowohl eine Versicherungspflicht als selbständiger Künstler als auch als selbständiger Lehrer in Frage.

Und soweit es am Ende doch auf eine „Versicherungspflicht auf Antrag“ hinauslaufen sollte, möchte ich ergänzend noch darauf hinweisen, dass bei einer evtl. späteren parallelen versicherungspflichtigen Beschäftigung zwar die „Versicherungspflicht auf Antrag“ in der selbständigen Tätigkeit nicht einfach beendet werden kann, sich die Beiträge aber gleichwohl entsprechend dem erzielten Einkommen reduzieren lassen. Auch kommt bei einem Unterschreiten der Geringfügigkeitsgrenzen (max. 450 Euro mtl. Gewinn) ggf. eine Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit für die selbständige Tätigkeit in Betracht.

von
Josephine

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Josephine,

grundsätzlich möchte ich zunächst den Beiträgen von W*lfgang zustimmen. Auch ich würde (neben den weiteren Tipps von W*lfgang) zunächst empfehlen noch einmal den versicherungsrechtlichen Status der selbständigen Tätigkeit klären zu lassen – hier kommen aus meiner Sicht sowohl eine Versicherungspflicht als selbständiger Künstler als auch als selbständiger Lehrer in Frage.

Und soweit es am Ende doch auf eine „Versicherungspflicht auf Antrag“ hinauslaufen sollte, möchte ich ergänzend noch darauf hinweisen, dass bei einer evtl. späteren parallelen versicherungspflichtigen Beschäftigung zwar die „Versicherungspflicht auf Antrag“ in der selbständigen Tätigkeit nicht einfach beendet werden kann, sich die Beiträge aber gleichwohl entsprechend dem erzielten Einkommen reduzieren lassen. Auch kommt bei einem Unterschreiten der Geringfügigkeitsgrenzen (max. 450 Euro mtl. Gewinn) ggf. eine Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit für die selbständige Tätigkeit in Betracht.

Vielen Dank,

diese Antworten hier helfen mir wirklich, wirklich weiter (Buntes, gedankliches Geschenk ich überreich an alle Vorschreiber :)).

Ich hole mir also einen Termin und bitte den "Status" prüfen zu lassen!? Ich habe vor, nach Bayreuth in die Zentrale zu fahren. Können Sie mir dort jemanden empfehlen?

Da es hieß, der Antrag auf Versicherungspflicht müsse bis Ende des Monates gestellt sein, das reiche, auch wenn ich meine Selbständigkeit im ersten Drittel des Februars 2012 angetreten habe, wird die Zeit nun sehr knapp.

Was muss ich alles für Unterlagen zur Statusfeststellung beibringen. Honorarverträge? Ausbildungsnachweise, Fortbildungsnachweise? ähnliches?

Noch irgendwelche Tips?

Herzlichen und sonnigen Dank!

Josephine

Experten-Antwort

Die Prüfung des versicherungsrechtlichen Status der selbständigen Tätigkeit schließt prinzipiell nicht aus, dass Sie nicht auch gleichzeitig einen Antrag auf die „Versicherungspflicht auf Antrag“ stellen können. Letztlich greift Ihr Antrag auf Versicherungspflicht ohnehin nur, wenn Sie in der selbständigen Tätigkeit nicht bereits nach einer anderen Vorschrift Kraft Gesetz versicherungspflichtig sind. Sie sollten daher die entsprechenden Formblätter für die Antragspflichtversicherung einfach gleich mit ausfüllen (lassen).

Bezüglich der für die Statusprüfung notwendigen Unterlagen sollten Sie möglichst alles mitnehmen, was Auskunft über die Art der selbständigen Tätigkeit geben kann. Lieber mehr als zu wenig. Der Berater Ihres Rentenversicherungsträger kann dann selektieren, was wirklich notwendig ist und was nicht.

Eine konkrete Person für die Beratung in Bayreuth kann ich Ihnen im Übrigen leider nicht empfehlen.

von
W*lfgang

Hallo Josephine,

schade, dass Sie keine Beratungsstelle im Norden ansteuern, wäre sicher ein lustiges Gespräch *g

Bayreuth ...hmm, fällt mit nur Wagner ein, praktiziert der noch? ;-)

Zur Sicherung etwaiger Ansprüche zum Februar/rückwirkend reicht bereits eine einfache Terminvereinbarung mit den südlichen Behörden aus. Der 'mündliche' Termin ist maßgebend, auch wenn danach erst schriftliche Anträge folgen, wie z. B. die Antragspflichtversicherung für Selbständige oder rein freiwillige Beiträge - je nach dem, was sinn- oder unsinnig ist. Terminlaufzeiten der Beratungsstellen gehen nicht zu Lasten der Versicherten/deren Ansprüche.

Gruß
w.

von
Josephine

Danke für die Info,

ich habe inzwischen einen persönlichenTermin in der RV Oberfranken ausgemacht und mich auf Anraten dieses Gespräches bei der KSK gemeldet. Den Antrag für die KSK fülle ich nun aus und werde sehen, ob ich dort hinpasse, bzw ob sie mich nehmen :). Parallel hab ich dann das Gespräch, wenn noch nötig, hieß es, Ende Februar, bei der RV.

Jetzt hab ich wohl alles richtig gemacht, mir auf die Schulter klopf :).

Herzlichen Dank

Josephine