Selbständige Tätigkeit und ALG II

von
Jennifer Dark

Ich bin in der Zeit vom 01. November 2008 bis 02. März 2010 selbständig freiberuflich tätig gewesen.

Einen Antrag auf Pflichtversicherung (V020) für selbständig Tätige habe ich bereits vor der Gründung gestellt.

Die DRV hat daraufhin wie folgt beschieden:
1) "Nach §4 Abs.2 des Sozialgesetzbuches - (SGB VI) -
sind Selbständige auf Antrag versicherungspflichtig, wenn und solange sie eine selbständige Tätigkeit ausüben."
2) "Ab 01.11.2008 besteht
Versicherungsfreiheit nach §5 Abs. 2 SGB VI, weil nur eine geringfügige selbständige Tätigkeit ausgeübt wird."

Wie ist dies zu verstehen?
Bedeutet der erste Satz, dass meinem Antrag auf Pflichtversicherung entsprochen wurde?
Da ich gehalten bin, regelmäßig meine Einkommensteuerbescheide der DRV vorzulegen, spricht dies ja eigentlich sehr für die Bewilligung meines Antrages, sodass ich mich also im Status der "Pflichtversicherung auf Antrag" befinde, oder nicht?

So weit, so klar,
wenn da nicht Satz 2 wäre, der von meiner Versicherungsfreiheit nach §5 Abs. 2 SGB VI spricht.

Es ist richtig, dass ich in den ersten Geschäftsjahren die typischen Anlaufverluste bei Gründung zu tragen hatte und leider bislang auch keine 400,00 EUR Gewinn verzeichne.

Fazit: große Verwirrung!
Bin ich nun "versicherungspflichtig auf Antrag nach "§ 4 Abs 2 SGB VI"
oder aber
"versicherungsfrei nach "§ 5 Abs. 2 SGB VI"???

von
Schade

nach der Art Ihrer Tätigkeit gehören Sie dem Grunde nach zu den versicherungspflichtigen Selbständigen.
Aber weil der Gewinn unter 400 € monatlich lag, sind Sie frei und brauchen keinen Beitrag zu zahlen.

Sobald Sie über 400 € Gewinn erzielen, tritt ganz konkret Versicherungspflicht ein (s.o.)

von
Jennifer Dark

Habe ich richtig verstanden,
dass ich "versicherungspflichtig auf Antrag" bin, dies aber mit einer "Beitragsfreistellung" aufgrund der vorhandenen Anlaufverluste / des geringen Gewinns?

Somit wäre dann lediglich der Begriff "versicherungsfrei" verwirrend und ist identisch mit dem Begriff "beitragsfrei"?

Experten-Antwort

Sie sind während Ihrer selbständigen Tätigkeit aufgrund Ihres Antrags im Grunde versicherungspflichtig. Da Sie allerdings mit einem Gewinn von unter 400 EUR geringfügig selbständig tätig sind, sind Sie versicherungsfrei. D.h., Sie zahlen keine Beiträge zur Rentenversicherung. Ihnen werden natürlich auch keine rentenrechtlichen Zeiten gutgeschrieben. Sobald Ihr Gewinn 400 EUR monatlich übersteigt, entfällt die Versicherungsfreiheit wieder und Sie werden versicherungspflichtig.