selbständiger dozent

von
Alexander

hallo,
ich werde mich ende dieses monats selbständig machen als dozent.
ich bin 45 jahre alt und war seit april dieses jahres arbeitslos. vorher war ich kaufmännischer angestellter und habe seit meinen abitur und meiner kaufmännischen lehre als angestellter gearbeite und in die rentenversicherung als eingezahlt. ich habe den exisenzgründerzuschuß beantragt über das arbeitsamt und werde diesen wahrscheinlich auch bekommen.
meine frage an sie:
wie ist das jetzt mit der rentenversicherung?
muss ich weiter einzahlen oder nicht?
was würden sie mir raten?
was ist mit der erwerbsunfähigkeit wenn mir was passieren würde? ich habe seit meinen 20 lebensjahr immer beiträge zu rentenvers. bezahlt?
wie soll ich jetzt als selbstständiger vorgehen? die witwenrente, falls was passieren sollte, sollte ja auch meiner frau erhalten bleiben:
vielen, vielen Dank!

von
-

Hallo Alexander,

mit Beginn der selbständigen Tätigkeit als Dozent unterliegen Sie der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung, wenn der monatliche Gewinn 400,- € (Geringfügigkeitsgrenze)übersteigt. Die Versicherungspflicht entfällt, wenn Sie einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. (§ 2 S.1 Nr. 1 SGB VI)

Sollte keine der beiden Ausschlussgründe zutreffen, so müssen Sie monatlich einen Pflichtbeitrag zahlen. Dabei können Sie innerhalb der ersten drei Kalenderjahre nach Aufnahme der Tätigkeit zwischen dem halben Regelbeitrag (254,22 €) und einem einkommensgerechten Beitrag ( 19,9 % des steuerlichen Gewinnes) wählen.

Als versicherungspflichtig selbsttändig Tätiger sind Sie verpflichtet, sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden ( §190a Abs. 1 SGB VI).

Durch die weitere Pflichtbeitragszahlung bleibt der Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung bestehen. Dafür ist unter anderem Voraussetzung, dass in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen vorhanden sind. Mit freiwilligen Beiträgen können Sie den Anspruch nicht aufrechterhalten, da Sie dazu vor dem 01.01.1984 bereits fünf Jahre Beiträge gezahlt haben müssen. Nach eigenen Angaben haben Sie erst 1986 mit einer Beitragszahlung begonnen.

Der Anspruch auf die Hinterbliebenenrente bleibt mit oder ohne weitere Beitragszahlung erhalten.

Sollten Sie selber noch einen geförderten Altersvorsorgevertrag (Riesterrente) abgeschlossen haben, so kann es auch dort Veränderungen in der Beitragshöhe geben.

Sie sehen es handelt sich um ein ziemlich komplexes Thema, so dass ich Ihnen eine persönliche Beratung in einer Auskunfts- und Beratungstelle in Ihrer Nähe empfehlen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Interessante Themen

Altersvorsorge 

Inflation: Was Sparer jetzt tun können

Milliarden auf den deutschen Sparkonten verlieren derzeit an Wert. Wie Sie sich bei der Altersvorsorge gegen die Teuerung wappnen können.

Altersvorsorge 

Berufsunfähigkeit: Als Schüler schon versichern lassen?

Wer noch vor Ausbildungsstart eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, kann auf Dauer Tausende sparen.

Altersvorsorge 

Wie Sparer von Immobilienfonds profitieren können

Offene Immobilienfonds versprechen auch in Zeiten niedriger Zinsen stabile Renditen. Doch die Pandemie hat Spuren hinterlassen. Was das für Anleger...

Rente 

Rentenplus auch für Witwen und Witwer

Zum 1. Juli steigen die Renten – auch für Witwen und Witwer. Wer wie profitiert und wie Einkommen angerechnet wird.

Rente 

Rentenerhöhung 2022: Sattes Plus

Von Juli an bekommen Millionen Menschen deutlich mehr Rente. Warum das so ist und was die nächsten Jahre bringen könnten.