Selbständigkeit und Rentenversicherung

von
Roberto

Ich bin Student und übe nebenbei ein Nebengewerbe als Künstlervermittler aus. Ich habe gelesen, dass die Tätigkeit bis zu einem Verdienst von höchstens 400 Euro beitragsfrei ist. Wie sieht es aber aus, wenn man in einem Monat mal gar nichts verdient, im nächsten mal 650 Euro? Muss man dann für diesen einen Monat, indem man mehr als 400 verdient hat, Rentenversicherungsbeiträge zahlen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe

von
Sozialrechtler

http://kuenstlersozialkasse.de/

von
Roberto

Ich glaube, als Künstlervermittler hab ich mit der KSK nichts am Hut. Aber ich habe ohnehin gerad gelesen, dass ich als Selbständiger gar nicht rentenversicherungspflichtig bin - zumindest gehöre ich als Künstlervermittler mit mehreren Auftraggebern nicht zu den Selbständigen, die Beiträge zahlen müssen.

Experten-Antwort

Hallo Roberto,

um z.B. die Versicherungspflicht überprüfen zu lassen, können Sie unter dem folgenden Link das Formular V020 herunterladen und dies Ihrem Rentenversicherungsträger zusenden:
http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/cae/servlet/contentblob/32272/publicationFile/717/V0020.pdf
Für den Fall, dass Sie dem Grunde nach versicherungspflichtig sein sollten, würde dies erst dann zutreffen, wenn Sie regelmäßig im Monat mehr als 400 Euro verdienen würden (siehe hierzu auch frage 2.2. im angegebenen Formular.

von
hegehosa

Zitiert von: Roberto

Ich glaube, als Künstlervermittler hab ich mit der KSK nichts am Hut.

An Ihrer Stelle würde ich mich vorsorglich trotzdem mal an die KSK wenden. Nicht, dass irgendwann später das "böse Erwachen" kommt. Denn Sie sind als Vermittler vermutlich zwar nicht versicherungspflichtig nach dem KSVG. Es könnte aber gut sein, dass Sie der Abgabepflicht zur KSK unterliegen (§ 24 KSVG).

von
hegehosa

Habe grad ein Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) gefunden. Da könnte es um einen ähnlichen Sachverhalt gehen.

Ein Unternehmer, der Künstler an verschiedene Veranstalter (z.B. Diskotheken, Tanzcafes usw.) vermittelt hat. Hier hat das BSG entschieden, dass dieser Unternehmer als Konzertdirektion i.S. von § 24 Abs. 1 Nr. 3 KSVG der Abgabepflicht nach dem KSVG unterliegt.
Orientierungssatz: "Der Begriff der Konzertdirektion ist weit auszulegen. Erfaßt wird jedes Unternehmen, das - wenn auch nur mittelbar - dafür sorgt, daß ein Konzert veranstaltet wird, ohne selbst Träger eines Orchesters oder einer Gesangsgruppe zu sein." (Urteil vom 16. September 1999, Az. B 3 KR 7/98 R)

Möglicherweise passt das Urteil aber auch nicht. Denn ich hab ja keine Ahnung, welche Art Künstler Sie wohin vermitteln....