Selbstständig mit nur einem Arbeitgeber?!

von
D. Ulla

Hallo zusammen!
Ich habe eine Frage zur gesetzlichen Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Ich habe mich vor ca. 6 Monaten selbstständig (freiberuflich tätig) gemacht. Habe den Gründungszuschuss bezogen. Nun kristallisiert es sich immer mehr heraus, dass ich zukünftig wohl Selbstständige mit nur einem Arbeitgeber sein werde. Was ursprünglich als Projekt geplant war, weitet sich stundenmäßig aus und auch die Thematik der Aufgaben variieren zunehmend.
Sollte mein Eindruck sich auch zukünftig bestätigen, möchte ich mich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
Als Existenzgründer ist dies nur in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit möglich, richtig? Momentan zahle ich keine Rentenversicherung. Kann ich mich auch jetzt noch rückwirkend befreien lassen? Oder muss ich für die letzten 6 Monate rückwirkend Rentenbeiträge bezahlen und kann mich erst ab Datum der Antragstellung befreien lassen?
Vielen Dank und viele Grüße!

Experten-Antwort

Hallo D. Ula,

ich gehe einmal davon aus, dass Sie eine selbständig Tätige mit einem Auftraggeber (nicht: Arbeitgeber) sind.
Sie wären dann in der Rentenversicherung versicherungspflichtig, wenn Sie im Zusammenhang mit der selbständigen Tätigkeit keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und regelmäßig mehr als 450 Euro monatlich verdienen.

Von dieser Versicherungspflicht können Sie sich für einen Zeitraum von 3 Jahren nach der erstmaligen Aufnahme dieser selbständigen Tätigkeit befreien lassen.
Die Befreiung ist aber nur ab dem Beginn der Tätigkeit möglich, wenn sie innerhalb von 3 Monaten beantragt wird. Bei einem späteren Antragszeitpunkt beginnt die Befreiung mit dem Eingang des Antrags.

von
speedy

Merkwürdig, ein Bekannter von mir ist schon seit vielen Jahren freiberuflich in der IT als Informatiker tätig und arbeitet auch nur für einen Auftraggeber.
Der ist privat krankenversichert und hat seit seiner freiberuflichen Tätigkeit nie etwas in die DRV eingezahlt.
Hat ca. 7000 Euro monatlich brutto.
Lügt der mich an oder was stimmt da nicht ?

von
...

Wenn er das bisher nicht mitgeteilt hat, weiß das die Rentenversicherung gar nicht.

Wenn die Rentenversicherung davon Wind bekommt, z.B. bei einer Kontenklärung/Scheidung spät .der Altersrente muss er nachzahlen...

Es sei denn, er hat selbst einen Arbeitnehmer bei sich beschäftigt.

von
...

Zitiert von: speedy

Merkwürdig, ein Bekannter von mir ist schon seit vielen Jahren freiberuflich in der IT als Informatiker tätig und arbeitet auch nur für einen Auftraggeber.
Der ist privat krankenversichert und hat seit seiner freiberuflichen Tätigkeit nie etwas in die DRV eingezahlt.
Hat ca. 7000 Euro monatlich brutto.
Lügt der mich an oder was stimmt da nicht ?

Vielleicht hat er sich bei Einführung der Versicherungspflicht für Selbständige mit einem Auftraggeber nach folgender Vorschrift befreien lassen:

§ 231 Absatz 5 SGB VI besagt:
"Personen, die am 31. Dezember 1998 eine selbständige Tätigkeit ausgeübt haben, in der sie nicht versicherungspflichtig waren, und danach gemäß § 2 Satz 1 Nr. 9 versicherungspflichtig werden, werden auf Antrag von dieser Versicherungspflicht befreit, wenn sie
1.
vor dem 2. Januar 1949 geboren sind oder
2.
vor dem 10. Dezember 1998 mit einem öffentlichen oder privaten Versicherungsunternehmen einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag abgeschlossen haben, der so ausgestaltet ist oder bis zum 30. Juni 2000 oder binnen eines Jahres nach Eintritt der Versicherungspflicht so ausgestaltet wird, dass
a)
Leistungen für den Fall der Invalidität und des Erlebens des 60. oder eines höheren Lebensjahres sowie im Todesfall Leistungen an Hinterbliebene erbracht werden und
b)
für die Versicherung mindestens ebensoviel Beiträge aufzuwenden sind, wie Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen wären, oder
3.
vor dem 10. Dezember 1998 eine vergleichbare Form der Vorsorge betrieben haben oder nach diesem Zeitpunkt bis zum 30. Juni 2000 oder binnen eines Jahres nach Eintritt der Versicherungspflicht entsprechend ausgestalten; eine vergleichbare Vorsorge liegt vor, wenn
a)
vorhandenes Vermögen oder
b)
Vermögen, das aufgrund einer auf Dauer angelegten vertraglichen Verpflichtung angespart wird,
insgesamt gewährleisten, dass eine Sicherung für den Fall der Invalidität und des Erlebens des 60. oder eines höheren Lebensjahres sowie im Todesfall für Hinterbliebene vorhanden ist, deren wirtschaftlicher Wert nicht hinter dem einer Lebens- oder Rentenversicherung nach Nummer 2 zurückbleibt. Satz 1 Nr. 2 gilt entsprechend für eine Zusage auf eine betriebliche Altersversorgung, durch die die leistungsbezogenen und aufwandsbezogenen Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 2 erfüllt werden. Die Befreiung ist binnen eines Jahres nach Eintritt der Versicherungspflicht zu beantragen; die Frist läuft nicht vor dem 30. Juni 2000 ab. Die Befreiung wirkt vom Eintritt der Versicherungspflicht an."

von
speedy

Er ist 1960 geboren.
Denke 3a wirds wohl sein, er hat schon im zarten Alter als ältester Sohn von Mutti das Erbe überschrieben bekommen und damit 2 Mehrfamilienhäuser gekauft.
Eigentlich müsste er gar nicht mehr arbeiten.
Seit drei Jahren arbeitet er für seinen einen Auftraggeber auch nur noch von Zuhause aus.