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Sicherung der privaten Altersvorsorge Selbstständiger bei Hartz4

von
oldmen55

Als Selbstständiger war und bin ich von der Sozialver-sicherung befreit. Deshalb habe ich privat vorgesorgt. Einmal über eine klassische Lebensversicherung und des weiteren über eine private Rentenversicherung. Da ich nun ALG 2 beantragen muß, stellt sich die Frage in wie weit diese o. g. Altersrücklagen geschützt sind vor Zugriff des Staates. Die LV hat derzeit einen Wert von rd. 45 TE und die RV einen Wert von rd. 75 TE. Danke für sachkundige Rückinformationen.

von
Amadé

Ihr zu verwertendes Vermögen liegt eindeutig über den Freibetragsgrenzen. Diese Seite bietet Ihnen einen Freibetragsrechner in Sachen Vermögen und Zusammentreffen mit ALG II.

http://www.ihre-vorsorge.de/Finanzrechner-Vermoegen-Freibetragsrechner-ALG2.html

Um eine Beratung bei der ALG II- zahlenden Stelle werden Sie nicht umhin kommen. Bei der Beratung von der ARGE allein würde ich es an Ihrer Stelle jedoch nicht bewenden lassen. Manche Berater nehmen es mit ihren Auskunfts- und Beratungspflichten nach dem SGB I (Sozialgesetzbuch) leider nicht so ganz genau.

Kaufen Sie sich einen preiswerten Hartz.IV-Ratgeber und machen Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten schlau.
Zum Beispiel

http://www.tacheles-sozialhilfe.de/literatur/Leitfaden.html

VOR Beantragung von Hartz IV sollten Sie einen Verwertungsausschluss bei Ihrer privaten Rentenversicherung beantragen. Nur wenige Anbieter kaufen auch Rentenversicherungen.

Evtl. könnte auch der Verkauf Ihrer Lebensversicherung in Frage kommen. Da springt alle male mehr heraus als bei einer einfachen Kündigung

http://www.google.com/search?client=safari&#38;rls=de-de&#38;q=Verkauf+von+Lebensversicherungen&#38;ie=UTF-8&#38;oe=UTF-8

Sie könnten mit dem Ertrag ggf. bestehende Schulden begleichen, die grundsätzlich nicht vom ALG II-Träger übernommen bzw. berücksichtigt werden oder VOR Beantragung von ALG II sinnvolle Investitionen vorziehen, um das anrechenbare Vermögen zu reduzieren (angemessene Eigentumswohnung, neuen PC, angemessenes Auto, Wohnungsrenovierung usw.) oder das Geld Hartz IV-sicher - diese besteht nur in der der Sparphase!- in eine Rürup-Rente - z.B. per Einmalzahlung anlegen. Die Rürup-Rente ist für Sie die EINZIGE Hartz IV- sichere Anlage! Wählen Sie hier wegen der höheren Rendite nur einen Direktversicherer.

Beratung: Stiftung Warentest / Verbraucherzentrale. Alle diese Massnahmen wären unbedingt V O R Beantragung von ALG II zu tätigen.

Sie haben eine Menge zu verlieren. Tun Sie nichts ohne fachkundigen Rat.

von
oldmen55

Hallo Amade´,
erst einmal vielen Dank für die Informationen. Jetzt habe ich unter: www.ihre-vorsorge.de/Themen-2004-Arbeitslosengeld-II-Lebensversicherung.html einen Beitrag zu meinem Thema gefunden. Dieser ist jedoch wohl aus 2004! Ob hier die Rechtslage noch so ist kann ich nicht sagen? Hier sind diverse Beiträge wie: &#34;Sonderregeln für Altersvermögen&#34;, &#34;Bei Befreiung von der Rentenversicherung&#34;, &#34;Verwertungsausschluss nicht erforderlich&#34; sowie &#34;Vorteil für gescheiterte Selbstständige&#34;.

Was ist hier 2008 noch richtig?

von
Amadé

Eine komplette, auf Ihren Einzelfall abgestimmte Rechtsberatung wird Ihnen hier vermutlich niemand liefern können.

Besorgen Sie sich unbedingt einen AKTUELLEN Hartz IV-Ratgeber. Kontaktieren Sie ggf. auch die Verbraucherzentrale.

Ohne Eigeninitiative geht es nicht. Fertige Lösungen wird und kann Ihnen niemand &#34;frei Haus&#34; liefern.

Die Schwerpunkte, in welche Richtung Sie sich orientieren sollten, sind benannt worden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

von
Maria L.

Hallo oldmen55,

Sie haben leider &#34;verloren&#34;, denn ein Schutz der Altersvorsorge vor Hartz IV ist von unserem Gesetzgeber entgegen anderer Behauptungen leider nicht vorgesehen (oder nur in sehr, sehr geringem Umfang).

Bevor Sie überhaupt zur ARGE gehen (selbst für eine Beratung, bei der Sie ja schon Ihre Vermögenslage preisgeben), sollten Sie sich sachkundig machen und erkunden, welche Möglichkeiten Sie haben, wenigstens einen Teil Ihrer Altersvorsorge zu retten. Amadé hat Ihnen hierzu ja schon viele Hinweise gegeben.

Mich interessiert das Thema auch sehr, weil es theoretisch ja jeden betreffen kann, der private Vorsorge betreibt.

In Rürup-Verträge können pro Jahr meines Wissens 20.000 Euro eingezahlt werden. Vielleicht finden Sie einen Anbieter, der noch rückwirkend für 2007 eine Einzahlung zuläßt (leider vermutlich doch schon zu spät)? Möglicherweise sollten Sie auch einen Fachanwalt befragen, wie Sie es richtig anfangen, damit die ARGE nicht behaupten kann, Sie hätten Ihr Vermögen &#34;verschleudert&#34;.

Fragen Sie auch bei den Versicherungsgesellschaften nach, bei denen Sie Ihre Verträge abgeschlossen haben. Die sind mit der Thematik vertraut und können Sie beraten (z.B. Verwertungsausschluß, Teilkündigung, Beitragsfreistellung).

Die ARGE prüft meines Wissens auch rückwirkend für 2-3 Jahre, ob höhere Auszahlungen von Ihren Konten erfolgt sind (Sie sind dort dann ein &#34;gläserner Mensch&#34;, denn die ARGE hat Zugriff auf die seit einigen Jahren bestehende bundesweite Datensammlung der Stammdaten aller Konten, d.h. die wissen, welche Konten Sie haben) - Geld abheben und unter der Matratze verstecken wird also wohl nicht möglich sein.

Melden Sie sich doch später nochmal hier im Forum und berichten von Ihren Erfahrungen - das interessiert bestimmt auch andere.

Und das beste wäre natürlich: versuchen Sie irgendeinen Job zu finden, der Sie davor bewahrt, Ihre Altersvorsorge vorzeitig verfrühstücken zu müssen.

Ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen: eine Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit gibt es nur für 12-18 Monate, danach ist man auf sich allein gestellt (es sei denn, man ist wirklich völlig &#34;blank&#34;).

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo oldmen55,

sind Sie 55 Jahre alt? Dann müssen Sie ja leider noch viele Jahre überbrücken. Es gibt auch Sofortrenten gegen Einmalbeitrag, ich weiß nicht, ob das vielleicht helfen würde (Umwandlung der bestehenden Versicherungen). Sie müßten etwaige Rentenzahlungen auf ALG II als Einkommen anrechnen lassen, aber dann bliebe noch etwas für später übrig. Ich weiß allerdings nicht, ob die ARGE so eine Konstruktion mitmacht.

Rentenversicherungen haben meist sehr geringe Renditen, aber in Ihrem Fall müßten Sie das wohl inkaufnehmen.

Sie müßten auch klären, ob Sie im Rentenalter überhaupt Einkommen oberhalb der Grundsicherung haben werden - alleine aus den zwei genannten Versicherungen dürfte das wohl kaum reichen. Für die Inanspruchnahme der Grundsicherung gibt es noch viel geringere Freibeträge als bei ALG II.

Alles Gute,
Maria L.

von
oldmen55

Ja, dann erst einmal vielen Dank!