Sind Anträge zur EM-Rente und Teilhabe zum Arbeitsleben miteinander kombinierbar?

von
Nixdestotrotz

Hallo erstmal.
Zu Allerserst möchte ich meine Situation erläutern. Ich bin 51 Jahre alt, weiblich und befinde mich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis. Ich habe Parkinson und diverse andere Erkrankungen, wie z.B. Raynaud Syndrom und chron. Magenschleimhautentzündung. Mein GdB 50 ist seit Dez. 2012 unbefristet ausgestellt worden. Auf Grund des Morbus Parkinson habe ich seit Januar 2013 einvernehmlich mit meinem Arbeitgeber meine Arbeitszeit auf 30 Std. wöchentlich reduziert. Da diese Arbeitszeit aber für mich auch weiterhin nicht zu absolvieren war, habe ich meine Arbeitszeit krankheitsbedingt erneut reduziert auf 25 Std wöchentlich. Auch hier war ich nicht in der Lage meine Arbeitszeit durchzustehen. Im August 2014 beantragte ich daraufhin die EM Rente, um die fehlende Arbeitsfähigkeit durch eine chron. Erkrankung hervorgerufen, mit einer Teilerwerbsminderungsrente auszugleichen. Zeitgleich haben mich die Symptome des Parkinson, u.a. unerträgliche Rückenschmerzen, Zittern und Unkonzentriertheit, sowie die durch das Raynaud Syndrom hervorgerufene Gefühllosigkeit in den Fingern, in die Arbeitsunfähigkeit gebracht. Im Oktober war ich dann 2 Wochen zur AKUT Reha, in der man mich medikamentös umgestell hat. Kurzfritige Besserung trat ein, doch die Schmerzen sind zurück und laut meiner Neurologin bin ich zudem auch noch Schmerzmittelresistent. Bis auf Opiate wurde alles versucht. Nach der REHA bekam meine KK den Bescheid der Reha Klinik und in diesem wird mir meine Berufsunfähigkeit bescheinigt. Ich bin Feinmechanikerin ... Ich wurde daraufhin im November 2014 von der KK aufgefordert, einen Antrag auf Teilhabe zum Arbeitsleben zu stellen. Gestern musste ich zur ärztlichen Begutachtung und man sagte mir, dass ich meinen Rentenantrag zurücknehmen müsse, wenn ich einen Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben genehmigt bekommen möchte. Ziehe ich den von mir gestellten Antrag nicht zurück, wird der Antrag zur Teilhabe abgewiesen, mit der Begründung, dass ich keine Umschulungsmassnahme will! Das stimmt aber so nicht, glaube ich doch lediglich von mir zu wissen, dass ich aus psychischen und gesundheitlichen Gründen keine Umschulung machen kann. Zudem erklärte ich, dass ich mit meinem Arbeitgeber in Verhandlung stünde und dierser gewillt sei, mir einen anderen Arbeitsplatz zu schaffen. Aber diese Aussage wurde nicht ernst genommen, wurde nur kommentiert mit den Worten, ich könne ja machen was ich möchte. Wie soll ich mich jetzt verhalten? Ich habe einen ungekündigten Arbeitsplatz, möchte am liebsten in meiner Firma auch weiterhin arbeiten, aber mit der Vorraussetzung, dass mir eine Erwerbsminderungsrente gewährt wird und mein Arbeitgeber die notwendigen Zuschüsse erhält, um mir einen anderen Teilzeit-Arbeitsplatz einzurichten. Ob ich das dann gesundheitlich schaffe, weiß niemand. Ich kann auf jeden Fall nicht länger als zwei Stunden am Stück sitzen, nicht länger als 15-30 Minuten am Stück stehen und mich schon gar nicht mehr länger als 3 Stunden am Stück konzentrieren.
Und vor Allem, was wäre, wenn ich einer Umschulung zustimme, ist mein ungekündigter Job dann weg? Was ist, wenn ich die Umschulung nicht schaffe? Was ist, wenn mein Krankheitsbild sich deutlich verschlechtert, wie in den vergangenen 12 Monaten auch? Was wäre im Falle der Rücknahme meines EM Renten Antrages, wenn die RV meinen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben ablehnt?
Ich weiss nicht, was ich jetzt machen soll?

:-(

von
???

Wer erzählte Ihnen denn, dass Sie den Rentenantrag zurücknehmen müssten? Im Rahmen der Rentenantragstellung wird auch geprüft, ob Reha-Maßnahmen
erforderlich sind. Wenn Sie jetzt einen entsprechenden Antrag nachreichen, wird vorrangig geprüft, ob die Reha-Maßnahme erfolgversprechend im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Wenn das nicht der Fall ist, wird anschließend über den Rentenantrag entschieden. Die Reha-Servicestellen helfen Ihnen weiter.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/01_beratung_vor_ort/01_servicezentren_beratungsstellen_node.html

von
Nixdestotrotz

Danke schon mal für die Antwort.
Wer mir das sagte? Gute Frage. Ich hatte auf jeden Fall einen ärztlichen Begutachtungstermin bei der RV. Ich nehme von daher auch an, dass es sich um eine Ärztin der RV gehandelt hat, da sie die beiden Anträge nun bescheiden muss. Sie hat mich mehrmals darauf hingewiesen, dass ich meinen von mir gestellten Antrag auf EM Rente zurückziehen müsse, wenn der Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben Bestand haben soll! Ansonsten gibt sie an, dass der Antrag auf TzA auf meinen Wunsch hin zurückgewiesen wird, weil ich keine Teilhabe in Anspruch nehmen WILL, so und nicht anders ...

von
Schade

Sie sollten der DRV mitteilen, was Sie genau wollen - dort hat man Ihren Rentenantrag (den Sie wegen EM gestellt haben) und gleichzeitig einen LTA Antrag (weil Sie Hilfe bei der Arbeit brauchen).

Ob es clever war den LTA Antrag zu stellen, während der EM Antrag noch läuft, bezweifle ich mal. Das wäre m.E. gar nicht nötig gewesen und verwirrt offensichtlich alle Beteiligten mehr als es für Klarheit sorgt.

Warum haben Sie der Kasse nicht gesagt, dass bereits ein Rentenantrag läuft, als man Sie dort zur Reha aufgefordert hat?

Fragen über Fragen, die aber letztlich vor Ort und nicht im Forum geklärt werden sollten.

von
Nixdestotrotz

Hallo Schade.
Fragen über Fragen. Das ist richtig, so viele Fragezeichen bietet meine Tastatur gar nicht :-/
In meinem Antrag auf EM Rente habe ich erklärt, dass ich in meiner jetzigen Firma bleiben möchte, allerdings wegen meiner Berufsunfähigkeit nicht mehr an meinem jetzigen Arbeitsplatz eingesetzt werden kann. Dieser Antrag zur EM Rente wurde von mir im August 2014 gestellt. Daraufhin bekam ich von meiner KK Post, mit der Auskunft, dass ich die EM Rente eingereicht hätte und die spätere Versicherung über diese KK nur auf freiwilliger Versicherungsbasis ablaufen könne, da ich die Beitragszeiten, die sich aus 9/10 der 2. Hälfte seit Eintritt ins Berufsleben errechnen, nicht erfüllen würde. Die KK ist also darüber informiert gewesen, dass ich meine EM Rente eingereicht habe. Im Oktober war ich dann 2 Wochen stationär zur Parkinson Akut Reha, von der aus dann an die Krankenkasse die Information ging, dass ich berufsunfähig sei. Daraufhin wurde ich von der Krankenkasse aufgefordert innerhalb von 10 Wochen einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen, andernfalls streiche man mir das Krankengeld und ich würde zudem auch keinen Krankenversicherungsschutz mehr geniessen. Auf meine Anfrage bei der RV, was mit meunem EM Renten Antrag sei, bekam ich die Frage zu hören, ob ich schon einen Begutachtungstermin hätte. Nein ... Stille ... Ups ... Termin folgte dann 2 Wochen später. Für beide Anträge wohlgemerkt! Der dortige Arzt saß dann vor mir und erklärte mir, dass er gar nicht wüßte, warum er als Internist über mein Erkrankungsbild urteilen solle, wo er sich mit Parkinson doch überhaupt nicht auskennen würde. Daraufhin nun der 2. Termin mit oben geschildertem Ausgang!

Experten-Antwort

Hallo Nixdestotrotz,

wie von "Schade"bereis angesprochen, kann durch das Forum keine Klärung erfolgen.
Festzustellen ist jedenfalls, dass kein Antrag zurückgezogen werden muß.
Der zuständige Rentenversicherungsträger wird nach dem Ergebnis der Untersuchung über die Anträge entscheiden.
Es besteht durchaus die Möglichkeit , dass sowohl eine Teil-Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit als auch Leistungen an den Arbeitgeber gewährt werden können.

von
Nixdestotrotz

Ich bedanke mich hiermit für die Auskünfte. So weiß ich wenigstens, dass ich mit der Aufrechterhaltung meines EM Renten Antrages nichts falsch gemacht habe. Ich werde jetzt erst einmal abwarten, was mir die Post in den Briefkasten steckt .... und gegebenenfalls Widerspruch einlegen.

Nixdestotrotz!

von
Nixdestotrotz

Ich bedanke mich hiermit für die Auskünfte. So weiß ich wenigstens, dass ich mit der Aufrechterhaltung meines EM Renten Antrages nichts falsch gemacht habe. Ich werde jetzt erst einmal abwarten, was mir die Post in den Briefkasten steckt .... und gegebenenfalls Widerspruch einlegen.

Nixdestotrotz!