Sind Gutachten manchmal nur eine Formsache?

von
Unwissende

Hallo,

ist es richtig, dass psyologische Gutachten als Zusatz mittlerweile "nur" eine Formsache sind?

Wird denn wirklich stichprobenartig immer mal die Erwerbsminderung neu überprüft, bei unheilbaren Erkrankungen, oder gibt es da Vorschriften in welchen Abständen das zu erfolgen hat?

Wenn 6 Gutachten innerhalb von 10 Jahren immer das Gleiche aussagen, verstehe ich diesen Aufwand - auch finanziell - nicht.

Viele Grüße

Experten-Antwort

Renten wegen Erwerbsminderung werden seit 01.01.2001 grundsätztlich nur auf Zeit geleistet. Eine Befristung erfolgt zunächst für längstens 3 Jahre. Nachdem ein Weitergewährungsantrag gestellt wurde, aktuelle Befundberichte von dem/den behandelnden Arzt/Ärzte eingeholt worden sind, ist es der Entscheidung des Sozialmedizinischen Dienstes des Rentenversicherungsträgers vorbehalten, ob ein aktuelles Gutachten noch zu veranlassen ist oder nicht. Dies wird jedoch - um ein aktuelles Leistungsbild zu erhalten - die Regel sein, unabhängig davon, ob es sich um ein psychologisches Gutachten handelt oder um ein Gutachten auf einem anderen Fachgebiet.
Bei Dauerrenten hat der Sozialmediziner bereits festgestellt, dass eine Besserung nicht mehr wahrscheinlich ist. Im Einzelfall kann dann eine Rentenkontrolle noch durchgeführt werden. Hierzu gibt es keine Vorschriften und ist eher die Ausnahme.

von
Melody

Zitiert von: Techniker

Renten wegen Erwerbsminderung werden seit 01.01.2001 grundsätztlich nur auf Zeit geleistet.

Wie kann es dann sein, dass ich auf Anhieb ohne Reha oder jedwelche Therapien meine volle unbefristete EMR mit Mitte 40 bekommen habe?

Experten-Antwort

Zitiert von: Melody

Zitiert von: Techniker

Renten wegen Erwerbsminderung werden seit 01.01.2001 grundsätztlich nur auf Zeit geleistet.

Wie kann es dann sein, dass ich auf Anhieb ohne Reha oder jedwelche Therapien meine volle unbefristete EMR mit Mitte 40 bekommen habe?

Wie gesagt werden Renten wegen Erwerbsminderung grundsätzlich (d.h. Ausnahmen sind möglich) auf Zeit geleistet. Eine Befristung kommt regelmäßig dann in Betracht, wenn eine Besserung des Leistungsvermögens nicht unwahrscheinlich ist (Besserung innerhalb von 3 Jahren möglich). Liegt jedoch nach Auffassung des Sozialmediziners eine Erkrankung vor, die innerhalb von 3 Jahren nicht gebessert werden kann oder keine Aussicht auf Besserung besteht, wird die Rente auf Dauer gewährt.

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