Sonderzahlungen an Rentenversicherung

von
Peter Pan

Hallo,
ich (59 Jahre, 43 Jahre rentenversichert, schwerbehindert)
möchte gerne etwas früher in Rente gehen. Um eventuelle
Abschläge auszugleichen, oder um die Rente etwas erhöhen,
möchte ich eine Sonderzahlung leisten. Ich finde nur nirgendsetwas,wie ich es machen soll.Von meiner Logik her nehme ich ein Konto der Rentenversicherung, gebe Zahlungssumme an,
Meine Versicherungnummer, Name, und Sonderzahlung. ist das richtig so ?
Zweite Frage:bis welcher Höhe ist es möglich? (falls es Grenzen gibt)
Dritte Frage: wie komm ich zu einer Bescheinigung das ich die
Zahlung geleistet habe ? (ich möchte es ja auch steuerlich geltend machen )
Danke

von
Schade

Da gibt es im Formularcenter der DRV das Formular V0210, finden Sie wenn Sie googeln.

Oder Sie lassen sich persönlich beraten.

Kurzform:
Formular ausfüllen und abschicken, dann kommt von der DRV ein Schreiben und es wird Ihnen die höchstmögliche Summe genannt. Die überweisen Sie ganz oder in Telbeträgen auf das im Schreiben genannte Konto und nach Geldeingang erhalten sie früher (oder später) eine Bescheinigung über die Einzahlung, mit der Sie etwaige steuervergünstigungen geltend machen können. So haben Sie Ihre spätere Rente erhöht.
:)

von
W*lfgang

Zitiert von: Peter Pan
Von meiner Logik her nehme ich ein Konto der Rentenversicherung, gebe Zahlungssumme an, Meine Versicherungnummer, Name, und Sonderzahlung. ist das richtig so ?

Hallo Peter Pan,

fast richtig, lesen Sie auch diesen Beitrag:

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/einzahlung-von-freiwilligen-beitraegen.html

Pro 10.000 EUR Einzahlung gleichen Sie ganz grob 40 EUR Brutto-Rentenminderung aus. Bei Ihrem Jahrgang (11,4 % Abschlag) und Annahme von 2000 EUR ungekürzter Rente mit 63, beträgt die Rentenminderung knapp 230 EUR.

Gruß
w.

von
W*lfgang

Nachtrag:

> "Dritte Frage: wie komm ich zu einer Bescheinigung das ich die Zahlung geleistet habe ?"

Bankbeleg der Überweisung etwa?! - ansonsten Quittierung der Übergabe Ihrer im Bio-Sack gesammelten 1-Cent-Münzen am Service-Schalter Ihrer nächstgelegen DRV ;-)

Gruß
w.

von
suchenwi

Überweisungsbeleg ist schon mal gut und wichtig.
Nach einigen Monaten bekommt man (meine Erfahrung) eine sogar unterschriebene Bestätigung, dass die Zahlung eingegangen ist (ohne Angabe, von wem).
Ich habe dieses Jahr über V0210 eine Teilzahlung geleistet (bis Limit Sonderaufwand Altersvorsorge) und werde nächstes Jahr die Überweisungsbelege und die Bestätigung mit der Steuererklärung einreichen. Dann sehen wir weiter...
Das Limit ist übrigens der Höchstbeitrag Knappschafts-RV, in diesem Jahr 23712€, auch Pflichtbeiträge (AG+AN) und etwa Rürup-Renteneinzahlungen gehen davon ab.

von
Memyself

Ich mache seit 2 Jahren Sonderzahlungen jährlich. Ist steuerlich günstiger.

Parallel schicke ich am Tag der Einzahlung eine Mail an die drv und bitte um bestätigung

Experten-Antwort

Hallo Peter Pan,
eine verbindliche Auskunft darüber, wie hoch Ihre mögliche zusätzliche Einzahlung in die Rentenversicherung ist, erhalten Sie, wie von den anderen Usern bereits benannt, über den Vordruck V0210. Allerdings sollten Sie noch den Vordruck V0211 mit beifügen (Bescheinigung des Arbeitgebers über weiteres zu erwartendes Arbeitsentgelt), sofern sich drastische Änderungen an Ihrem Gehalt im laufenden oder folgenden Kalenderjahr ergeben. Ansonsten wird der Rentenversicherungsträger die Berechnung aus Ihrem Vorjahreseinkommen vornehmen. Weiterhin müssen Sie noch den Vordruck V0300 mit beifügen, damit Sie bestätigen, dass Ihr Versicherungskonto geklärt ist. Als Faustformel für die Rentabilität der Einzahlung können Sie die Angaben vom User W*lfgang verwenden.
Sobald Sie diese Vordrucke bei der Rentenversicherung eingereicht haben, erhalten Sie dann die Auskunft wie hoch der Einmalbetrag ist, den Sie einzahlen können, um Ihre Abschläge auszugleichen. Hier ist dann auch eine Bankverbindung hinterlegt mit Verwendungszeck Ihrerseits. Wenn Sie den Einmalbetrag über mehrere Jahre hinweg strecken möchten, um die steuerliche Begünstigung optimal ausnutzen zu können, müssen Sie die genannten Vordrucke mehrmals ausfüllen, da die Auskunft nach 3 Monaten ihre Gültigkeit verliert.
Bitte klären Sie mit Ihrem Steuerberater, inwieweit eine Einzahlung für Sie rentabel ist, da Sie die Beiträge nur zu einer bestimmten Höchstgrenze über den Sonderausgabenabzug steuermindernd geltend machen können. Derzeit liegt diese bei Alleinstehenden bei den bereits erwähnten 23712 Euro und bei Ehegatten bei derzeit 47424 Euro im Jahr.

von
Greta

Hallo,
bei den Beiträgen über Sonderzahlungen:
Man könnte doch auch einfach Summe X zurücklegen und sich pro Monat davon etwas zuteilen, wenn man dann in Rente geht und Abschläge befürchtet. Worin liegt der Vorteil von Sonderzahlungen in die Rentenversicherung?
Bei 10.000€ Sonderzahlung circa 40€ plus pro Monat, kann ich mir doch selber über 250 Monate zuteilen. Sollte eine Krankheit mich ereilen auch den ´Rest´ noch schnell auf den Kopf hauen.
Oder?

von
Greta

Hallo,
bei den Beiträgen über Sonderzahlungen:
Man könnte doch auch einfach Summe X zurücklegen und sich pro Monat davon etwas zuteilen, wenn man dann in Rente geht und Abschläge befürchtet. Worin liegt der Vorteil von Sonderzahlungen in die Rentenversicherung?
Bei 10.000€ Sonderzahlung circa 40€ plus pro Monat, kann ich mir doch selber über 250 Monate zuteilen. Sollte eine Krankheit mich ereilen auch den ´Rest´ noch schnell auf den Kopf hauen.
Oder?

von
memyself

Zitiert von: Experte/in
Hallo Peter Pan,
eine verbindliche Auskunft darüber, wie hoch Ihre mögliche zusätzliche Einzahlung in die Rentenversicherung ist, erhalten Sie, wie von den anderen Usern bereits benannt, über den Vordruck V0210. Allerdings sollten Sie noch den Vordruck V0211 mit beifügen (Bescheinigung des Arbeitgebers über weiteres zu erwartendes Arbeitsentgelt), sofern sich drastische Änderungen an Ihrem Gehalt im laufenden oder folgenden Kalenderjahr ergeben. Ansonsten wird der Rentenversicherungsträger die Berechnung aus Ihrem Vorjahreseinkommen vornehmen. Weiterhin müssen Sie noch den Vordruck V0300 mit beifügen, damit Sie bestätigen, dass Ihr Versicherungskonto geklärt ist. Als Faustformel für die Rentabilität der Einzahlung können Sie die Angaben vom User W*lfgang verwenden.
Sobald Sie diese Vordrucke bei der Rentenversicherung eingereicht haben, erhalten Sie dann die Auskunft wie hoch der Einmalbetrag ist, den Sie einzahlen können, um Ihre Abschläge auszugleichen. Hier ist dann auch eine Bankverbindung hinterlegt mit Verwendungszeck Ihrerseits. Wenn Sie den Einmalbetrag über mehrere Jahre hinweg strecken möchten, um die steuerliche Begünstigung optimal ausnutzen zu können, müssen Sie die genannten Vordrucke mehrmals ausfüllen, da die Auskunft nach 3 Monaten ihre Gültigkeit verliert.
Bitte klären Sie mit Ihrem Steuerberater, inwieweit eine Einzahlung für Sie rentabel ist, da Sie die Beiträge nur zu einer bestimmten Höchstgrenze über den Sonderausgabenabzug steuermindernd geltend machen können. Derzeit liegt diese bei Alleinstehenden bei den bereits erwähnten 23712 Euro und bei Ehegatten bei derzeit 47424 Euro im Jahr.

Ich hatte bei der DRV angefragt, wieviel ich einzahlen kann und das dann auch bestätigt bekommen. Von einem Formular war dabei nie die Rede, man sagte mir sogar, das könne ich auch ganz formlos machen, Hauptsache der Name, die Sozialversicherungsnummer und "RM" steht mit auf der Überweisung. Habe ich bislang auch so gehandhabt, und keiner hat was dagegen gesagt. Liegt hier ein Fehler vor?

von
memyself

...und ich habe die entsprechenden Beträge auch steuerlich die letzten Jahre geltend gemacht und einiges vom FA zurückbekommen. Also scheint es auch so zu klappen

Experten-Antwort

Die wesentlichen Hintergründe zum Ausgleich der Rentenminderung werden hier erläutert:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/03_vor_der_rente/03_rentenzeiten/02_nachzahlung_und_erstattung/02_rentenminderung_ausgleichen.html

Der Auskunfts- und Beratungsdienst der Rentenversicherungsträger erläutert gern alles Weitere und nimmt alle notwendigen Daten auf.

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