Sonderzahlungen ... Vorteile!?

von
Greta

Hallo,
bei den Beiträgen über Sonderzahlungen:
Man könnte doch auch einfach Summe X zurücklegen und sich pro Monat davon etwas zuteilen, wenn man dann in Rente geht und Abschläge befürchtet. Worin liegt der Vorteil von Sonderzahlungen in die Rentenversicherung?
Bei 10.000€ Sonderzahlung circa 40€ plus pro Monat, kann ich mir doch selber über 250 Monate zuteilen. Sollte eine Krankheit mich ereilen auch den ´Rest´ noch schnell auf den Kopf hauen.
Oder?

von
??

natürlich, keiner zwingt einen doch zu Sonderzahlungen! Und wenn man eine Bank findet, die das ersparte dann auch noch zu rund 3% verzinst, ist alles gut. nach 20 Jahren ist dann halt Schluss

von
chi

Zitiert von: Greta
Worin liegt der Vorteil von Sonderzahlungen in die Rentenversicherung?
Bei 10.000€ Sonderzahlung circa 40€ plus pro Monat, kann ich mir doch selber über 250 Monate zuteilen. Sollte eine Krankheit mich ereilen auch den ´Rest´ noch schnell auf den Kopf hauen.
Oder?

Richtig, das geht. (Wobei, einerseits steigt der Rentenbetrag über die Jahre, andererseits bekämen Sie auf das nicht eingezahlte Geld noch Zinsen – kommt etwa aufs selbe hinaus.) Der Punkt bei jeder, auch privaten, lebenslangen Rente ist das sogenannte Langlebigkeitsrisiko: Das selbst verwaltete Geld ist irgendwann mit Mitte achtzig verbraucht; die Rente gibt es dagegen lebenslang, auch wenn Sie 120 werden sollten.

von
Greta

Okay, so habe ich das also richtig eingeordnet.
Und natürlich wünsche ich jedem ein langes und selbstbestimmtes Leben, nur die Wahrscheinlichkeit ... ? , das muss jeder für sich selbst entscheiden. Pflege ist sehr teuer, ob ich jetzt 40€ mehr an Rente beisteuern kann, wird mich dann auch nicht mehr tangieren, wenn es nicht genügend gut bezahltes, wertgeschätztes Pflegepersonal gibt, das nur am Rande.
Sorry, komme aus dem Gesundheitswesen, wollte keine schlechte Laune verbreiten.

Ein gutes, gesundes und glückliches Leben.

von
suchenwi

Zwei steuerliche Vorteile von freiwilligen RV-Beiträgen fallen mir noch ein:
- Für das Jahr der Zahlung können diese als Sonderaufwand Altersvorsorge zum Großteil (2018 zu 86%) vom zu versteuernden Einkommen abgesetzt werden, mindern also ESt+Soli+KiSt
- Im Jahr des Rentenantritts wird der Rentenfreibetrag als Prozentsatz der Bruttorente (2019: 22%) bestimmt und gilt dann (in Euro) lebenslang - bei 40€ freiw. Erhöhung hat man also 8.80€/Monat bzw, 105.60€/Jahr mehr Rentenfreibetrag ;^)

Experten-Antwort

Die Frage, ob sich eine laufende freiwillige Versicherung oder Sonderzahlung "lohnt", kann nur der Versicherte für sich selbst beantworten. Geht man von einem langen Leben aus, dürfte die Höhe der späteren Rentenzahlungen sicher den eingezahlten Betrag übersteigen. Um Ihnen diese Abwägung zu erleichtern, bietet Ihnen die Rentenversicherung Probeberechnungen an.

von
Modi1969

Die steuerliche Wirkung der eingezahlten Beträge ist nicht zu unterschätzen: davon ausgehend, dass der Einzahler 2018 86 % der Rentenbeiträge (Max. 86 % von 23712 Euro -AN/AG-Beiträge aus Lohn + Zahlung Ausgleich Minderung) vom zu versteuernden Einkommen abziehen kann, führt dies -je nach Steuerprogression - im Folgejahr über die Einkommensteuererklärung zu entsprechenden Rückflüssen auf's eigene Konto bzw. geringeren Steuernachforderungen. Da können beim Spitzenverdiener gerne 30 % der Summe wieder rauskommen. Rechnet man diesen Steuereffekt ein, verkürzt sich der Zeitraum, den man auf jeden Fall die Rente aus der Einzahlung beziehen muss, um die "Investition" zu amortisieren, entsprechend. Es bleibt aber trotzdem im gewissen Sinne eine Wette auf die eigene Langlebigkeit - mit dem Vorteil, diese Wette über die gesetzliche RV im Vergleich zur privaten RV schneller zu gewinnen...