Sozialabgaben von Pensionskasse

von
Helga

Hallo,ich hatte 2002 die Entgeltumwandlung meines Weihnachtsgeldes vereinbart gilt jetzt hier auch wie bei den Direktversicherungen das ich bei Auszahlung der Kapitalsumme Volle Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen muss.Bei normalen Lebensversicherungen hat man einen Schnitt zum 1.1.2005 vorgenommen und zwar dass erst ab dem Datum abgeschlossene verträge pflichtig sind.Danke

von
Maria L.

Hallo Helga,

das ist leider so, daß 2004 rückwirkend für bestehende Verträge der betrieblichen Altersversorgung die doppelte Beitragspflicht eingeführt wurde. Evt. können Sie Widerspruch einlegen und gegen dessen Ablehnung klagen (wenn die bisher gerichtlich abgelehnten Fälle auf Sie nicht zutreffen sollten). Sie finden bei Benutzung der Suchfunktion viele Beiträge zu diesem Thema hier im Forum.

Z.B. diese hier, da könnten Sie sich einmal durch die Threads durchlesen:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=85716&dekade=1

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=85869&dekade=1

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=86005&dekade=1

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Helga

Hallo Maria L.,
vielen Dank für Ihre Antwort wo kann ich erfahren ob ich noch Aussicht habe wenn ich Widerspruch einlege.
Danke
Helga

von
Hobbyoptimierer

Die Musterklagen, bzw. deren Stand sind z.B. auf der Website des VdK einsehbar. Beim selber Klagen gilt: "Vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand".

von
Hobbyoptimierer

Das mit dem Widerspruch ist garnicht so einfach. Meine Krankenkasse fühlt sich da garnicht so recht zuständig, die haben mir vorgeschlagen, mich gegen meine Zahlstelle zu wenden, die den KK Beitrag ja von der Rentenzahlung direkt an die KK weiterleitet. Diese Zahlstelle hätte der KK mitgeteilt, dass meine Rente der KK Beitrag Pflicht unterliege. Die KK selbst könne das garnicht beurteilen, da sie ja meinen Vertrag garnicht kennt. Naja, nach langen Diskussionen hat mir die KK nun einen kleinen Brief geschickt auf dem sinngemäß steht: "Die Zahlstelle hat gesagt, sie kriegen Rente und davon müssen KK Beiträge abgeführt werden. Das machen wir hiermit." Keine Belehrung über Widerspruchsrecht usw. - Ja, und dagegen erhebe ich nun Widerspruch.

von
Maria L.

Hallo Hobbyoptimierer,

ich finde, die Krankenkassen sind sowieso etwas obskure Organisationen in unserem Sozialsystem. Z.B. habe ich noch nie einen Bescheid meiner Krankenkasse erhalten, aus dem hervorgeht, wie hoch die Beiträge sind, die ich zahlen muß - geschweige denn, daß ich über Beitragserhöhungen informiert würde. Und als ich zum Strafbeitrag für Kinderlose herangezogen wurde, gab es auch nichts Offizielles (gegen das ich hätte Widerspruch einlegen können, wie das wohl manche getan haben - mir war es zu viel Aufwand, mich damit zu befassen). Stattdessen mußte ich meinem Arbeitgeber unterschreiben, daß ich zu diesem anscheinend "verdammenswerten" Bevölkerungskreis gehöre.

In diesem komplexen System läuft vieles im Hintergrund ab, über das man als Betroffener gar nicht informiert wird, geschweige denn eine Kontrolle hat. Z.B. haben anscheinend auch Ärzte das Recht, mehr über meine Gesundheit/Krankheiten zu wissen als ich selber. Da werden Gutachten ausgetauscht, die man selber nie zu sehen bekommt, auch auf Nachfrage nicht. Solche Themen (Datenschutz bei medizinischen Fragen) werden hier im Forum auch immer wieder thematisiert.

Mich würde nochmal interessieren: haben Sie nochmal nachgeforscht, ob Sie nicht doch wenigstens den privat finanzierten Teil Ihrer Direktversicherungen zurückkaufen können - vermutlich mit hohen Verlusten und vielleicht auch mit KV-/PV-Abzügen? Wenn der privat finanzierte Teil als "verwertbar" bei Hartz IV- Bezug gilt, müßte er doch auch für Sie verwertbar sein? Sie hatten auf meinen diesbezüglichen Hinweis nicht mehr reagiert, aber ihn doch vermutlich noch gelesen?

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo Helga,

lassen Sie sich am besten beim VdK beraten, den Ihnen ja auch Hobbyoptimierer genannt hat.

Hier im Forum kennt sich Amadé gut mit diesem Thema aus, er schreibt hier zur Zeit aber nicht. Vielleicht finden Sie etwas über die Suchfunktion, da er aber ein normalerweise fleißiger Schreiber ist, könnte die Suche mühsam werden. Mehr weiß ich hierzu leider nicht beizutragen.

Die Empörung bei allen Betroffenen ist groß. Beschweren Sie sich bei Ihrem Bundestagsabgeordneten, das rate ich dann immer. Das wird Ihnen zwar nichts nutzen, aber vielleicht merken die dann irgendwann mal, daß es so nicht geht! Und wenn die Erkenntnis auch für Sie zu spät kommt: Geben Sie Ihre Erfahrung an Jüngere im Verwandten- und Freundeskreis weiter. Staatliche Zusagen bei ebenso staatlich geförderten Verträgen sind nicht zuverlässig!

Alles Gute für Sie,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo Helga,

wenn Ihr Vertrag gezillmerte Abschlußkosten beinhaltet (d.h. wenn in den ersten Jahren des Vertrags die gesamten Provisionszahlungen abgezogen wurden), haben Sie evt. einen Schadenersatzanspruch gegen den Arbeitgeber. Das ist auch ein Spezialthema von Amadé, zu dem ich nicht viel mehr sagen kann (obwohl ich selber so einen Vertrag habe, 2002 abgeschlossen, 2005 stillgelegt - ich habe derzeit keinen Nerv, mich darum zu kümmern, und bis zur Rente habe ich noch lang).

"Bietet der Arbeitgeber für die Entgeltumwandlung Tarife an, bei denen zunächst die Abschlusskosten mit den Beiträgen verrechnet werden (so genannte "gezillmerte Tarife"), haben Arbeitnehmer Anspruch auf Schadensersatz. Diese Meinung vertritt jedenfalls der Vorsitzende Richter des Bundesarbeitsgerichts, Dr. Gerhard Reinecke. Der Grund: Bei solchen Tarifen zur betrieblichen Altersvorsorge laufen Arbeitnehmer Gefahr, einen Großteil ihrer Beiträge zu verlieren, wenn sie beispielsweise einige Zeit nach Vertragsabschluss arbeitslos werden oder die Firma wechseln."

http://www.vorsorgedurchblick.de/projekt01/side403.html&sid=264f0ddedbe68ffd2beffa571a1fe37a

Gruß,
Maria L.

von
Hobbyoptimierer

Ich könnte den privat finanzierter Teil rückkaufen. Mit Ertragsanteilbesteuerung (wohl NULL). KV/PV Pflicht... momentan läuft die Anfrage bei der Gesellschaft, wie viel ich zurückkriegen kann.

von
Maria L.

Hallo Hobbyoptimierer,

danke für die Rückmeldung - so habe ich wieder was dazugelernt. Also der Beitragspflicht entkommt man so nicht, das hätte mich auch verwundert, denn dann könnte man ja kurz vor der Rente den Vertrag zurückkaufen. Es wird sich für Sie vermutlich trotzdem lohnen (lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende). Sie müssen in Opportunitätskosten denken. Was erhalten Sie bei einer Alternativinvestition des Rückzahlungsbetrags? Falls Sie meine Beiträge in den letzten Tagen hier mitgelesen haben, wissen Sie, daß ich 13% eff. Durchschnittsrendite bei langjährigem Ratensparen in weltweit gestreute stark fokussierte Aktienfonds für nicht unrealistisch halte. Einmalbeiträge sind riskanter. Auch größere Beträge sollte man deshalb besser auf mehrere Aktienfonds verteilt investieren und dann regelmäßig diese Fonds weiter besparen.

Gruß,
Maria L.

von
Hobbyoptimierer

Hallo Maria L.,

Sie denken immer in Aktienfonds. Kritisieren andere, verwaltete Anlageformen ob deren unnötiger Gebühren. Auch ein aktiv gemanageter Aktienfonds kostet jährliche Gebühren, die die Rendite drücken. Liegen diese Gebühren nur 1% über denen vergleichbarer passiver Fonds (Stichwort ETF) können Sie sich den "Verlust" ausrechnen. Prüfen Sie einmal, wie viele Gebühren die momentan von Ihnen bespeisten, aktiv gemanagten Fonds kosten, vergleichen Sie deren Rendite mit derer vergleichbarer Indexfonds (die zwischen 0,3%-0,75% Kosten verursachen). Der Index wird allein aufgrund der geringeren Kosten immer gewinnen.

von Experte/in Experten-Antwort

Ob in diesem Fall Krankenversicherungsbeiträge fällig werden, kann Ihnen nur Ihre Krankenkasse verbindlich beantworten. Bitte wenden Sie sich daher an diese.

von
Maria L.

Hallo Hobbyoptimierer,

meine Fonds liegen bei einer Gesamtkostenquote von jeweils unter 2%. Diese Kosten sind ärgerlich, lassen sich aber nicht vermeiden. Ich investiere nicht index-nah (und damit nicht in ETFs), weil mir das nicht genug Chancen bietet (aber gewiß ist die Investition in ETFs um ein Vielfaches besser und rentabler als festverzinsliche Verträge aller Art).

Das Augenmerk sollte nicht schwerpunktmäßig auf den Kosten liegen, da haben Sie recht. Ich füge noch hinzu: ebenso wenig sollte das Augenmerk auf staatlichen Förderungen und/oder Steuervorteilen liegen. Es zählt am Ende nur die persönlich erreichte effektive Durchschnittsrendite nach Kosten und nach Steuern. Die aktuelle Rendite meiner Fonds (ausgewiesen wird in der Regel nur die Jahresrendite bezogen auf eine Einmalzahlung, nicht die korrekte Rendite für einen Sparplan) interessiert mich wenig. Ich möchte nicht gleichmäßig Jahr für Jahr vorhandenes Vermögen etwas erhöhen (wie mit einer Einmalanlage), sondern ich möchte Vermögen langfristig bilden. Je später während der Ansparzeit meine Fonds im Wert steigen, umso besser. Wenn die Rendite erstmal jahrelang negativ ist und ich somit lange billig Anteile einsammeln kann, bevor sie im Wert steigen, umso besser.

Das meiste, was zum Thema publiziert wird, bezieht sich auf Vermögensverteilung, nicht auf Vermögensbildung, und ist deshalb für mich derzeit noch nicht relevant.

Gruß,
Maria L.