Sozialversicherung bei älteren Arbeitnehmern

von
Anonym

Wie werden Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung bei Personen über 67, die freiwillig keine Rente beziehen, berechnet? Zahlen die noch Beiträge? Zahlt der Arbeitgeber noch Beiträge? Wird der Rentenanspruch erhöht? Danke.

von
Dan Iury

Das hängt von ein paar mehr Faktoren ab, als Sie vermuten. Wenn es sich zB um eine geringfügige Beschäftigung handelt, besteht keine RV-Pflicht, s. § 5 Abs. 2 SGB 6.
Haben Sie bereits vor Erreichen der Regelaltersrente gearbeitet, können Sie nach dieser: http://www.ihre-vorsorge.de/forum.html?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=22556&tx_mmforum_pi1%5Bpageret%5D=2 Antwort "die Altersrente auch erst mit 70 beantragen und bis dahin ganz normal weiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein." § 5 Abs. 4 Nr. 3 SGB 6 greift dann nicht, wenn Sie bislang versichert waren oder keine Beitragserstattung nach der Regelaltersrente erhalten haben.
Dem Hinweis auf § 172 Abs. 1 SGB 6 im verlinkten Beitrag ist noch hinzuzufügen, dass Sie von den seitens des AG gezahlten Beiträgen nichts mehr haben werden, sie fließen nicht in Ihre Rentenebrechung ein, wenn Sie schon Rentner sind. Die Beiträge kommen vielmehr erst bei einem neuen Leistungsfall zum tragen, und das wird die Hinterbliebenrente sein.
Bitte auch beachten, dass der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt, je später diese in Anspruch genommen wird – und auf die "Expertenantwort" warten.

Experten-Antwort

Hallo Anonym,

sofern keine Altersvollrente bezogen wird und die Regelaltersgrenze erreicht worden ist, sind Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses jeweils zur Hälfte seitens des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers zu zahlen. Beiträge zur Arbeitslosenversicherungsversicherung entfallen.

Sind bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze keinerlei Beiträge eingezahlt worden, besteht Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Werden Beiträge seitens des Arbeitnehmers und Arbeitgebers gezahlt, erhöht dies die spätere Altersrente.
Darüber hinaus erhöht sich die Rente durch den verspäteten Rentenbezug um 0,5 % pro Monat, den man die Rente später in Anspruch nimmt.

von
Anonym

Danke für Ihre Antworten. Das heißt, daß jemand, der vorher rentenversicherungspflichtig gearbeitet hat und dann einfach 10 Jahre als "normaler" Arbeitnehmer weiterarbeitet, ganz normal Rentenpunkte nach Beitrag erhält und zusätzlich die gesamte Rente dann um 60% erhöht wird, bevor die Steuer dann zuschlägt ...

von
KSC

....oder er beantragt die Regel AR und hat zusätzlich seinen Arbeitslohn.......ist ein Rechenbeispiel, auch mit der Unbekannten, wie lange man leben wird.......:)

von
DarkKnight RV

Hallo Anonym,

das Finanzamt können Sie austricksen, indem Sie die Regelaltersrente als Teilrente in Höhe von 1/3 beziehen. Dann behalten Sie den Besteuerungsanteil, auch wenn Sie erst mit 75 die Regelaltersrente als Vollrente in Anspruch nehmen.

Dann erhalten Sie allerdings auch nur für 2/3 der Entgeltpunkte den erhöhten Zugangsfaktor.

Alles ein Rechenbeispiel. Wenn Sie 100 werden, lohnt es sich auf jeden Fall!!

8-)