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Sozialversicherung Promotionsstudent

von
Markus

Hallo!
ICh war zwei Jahre als Promotionsstudent sozialversicherungsfrei beschäftigt (&#34;Studentenjob&#34;, 20h/Woche). Nun wurde bei einer Betriebsprüfung mitgeteilt, dass man als Promotionsstudent kein &#34;ordentlicher&#34; Student ist und somit nicht soz.versicherungsfrei beschäftigt werden darf. Es folgt nun wohl eine Nachzahlung, ggf. zzgl. Strafe?
Meine Frage: Muss das mein Arbeitgeber bezahlen oder mein AG und ich zu gleichen Teilen? Und wenn es eine Strafe gibt- müsste ich diese auch zur Hälfte tragen? Mein AG hat bereits angebkündigt, mich zur Hälfte an allem &#34;beteiligen&#34; zu wollen...
Ich wäre für eine Einschätzung sehr dankbar...

von
Keith Moon

Wird im Rahmen einer Betriebsprüfung beim Arbeitgeber festgestellt, das eine sozialversicherungsrechtliche Beurteilung durch den Arbeitgeber nicht korrekt durchgeführt und dadurch keine oder zu niedrige Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden, werden die zu wenig entrichteten Gesamtsozialversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile) zu Lasten des Arbeitgebers nachgefordert.

Eine zusätzliche "Strafe" erfolgt in der Regel nicht, dies wäre nur bei Straftatbeständen (z.B. Schwarzlohnzahlungen) der Fall.

Allerdings können aufgrund der verspäteten Zahlung zusätzliche Säumniszuschläge anfallen, vielleicht empfindet der Arbeitgeber diese als "Strafe".

Beitragsschuldner ist ausschliesslich der Arbeitgeber. Eine nachträgliche Beteiligung des Arbeitnehmers ist - mit Ausnahme der letzten drei Lohnabrechnungszeiträume - grundsätzlich nicht zulässig.

Sollte das Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses länger als drei (bereits abgerechnete) Kalendermonate zurückliegen, können sie daher den Forderungen ihres ehemaligen Arbeitgebers gelassen entgegensehen.

von
meierhofer

Könnten Sie mal erklären, was eigentlich ein &#34;Promotionsstudent&#34; so macht? Ich habe diesen Begriff noch nie gehört.

von
Wolfgang

Hallo meierhofer,

vielleicht haben Sie den Begriff &#34;Google&#34; schon mal gehört?! ;-))

Gruß
w.

von
Markus

Danke für die Antwort!

@Keith Moon: Was ist, wenn zum ZEitpunkt des Bescheides das Arbeitsverhältnis beendet, die letzte Lohnabrechung noch keine drei Monate her ist?

@ meierhofer: Ein Promotionsstudent schreibt seine Doktorarbeit; wenn er erfolgreich abschließt darf er sich Dr. med., Dr. jur., Dr. phil. o.ä. nennen...

von
-_-

... und das kann Ihr Arbeitgeber unter
http://bundesrecht.juris.de/sgb_4/__28g.html
schwarz auf weiß nachlesen oder die Krankenkasse als Einzugsstelle befragen.

Experten-Antwort

Personen, die bereits über einen Hochschulabschluss verfügen und wegen einer Promotion weiterhin an einer Hochschule eingeschrieben sind, befinden sich nicht mehr in einer wissenschaftlichen Ausbildung. Nehmen diese Doktoranden eine Beschäftigung auf, sind die Vorschriften über die Sozialversicherungsfreiheit von beschäftigten Studenten nicht anzuwenden. Grundsätzlich besteht dann Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in allen Zweigen der Sozialversicherung.

Wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt nicht mehr als 400 Euro monatlich betragen hat (Minijob), liegt Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit vor und der Arbeitgeber hat eine Pauschalabgabe von 30 % allein zahlen. Bei einem regelmäßigen Arbeitsentgelt von mehr als 400 Euro monatlich zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam Beiträge zur Sozialversicherung - wobei der Arbeitnehmer weniger als die Hälfte des Sozialversicherungsbeitrages zu zahlen hat. Erst bei einem regelmäßigen Arbeitsentgelt von mehr als 800 Euro tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge je zu gleichen Teilen.

Bei einer rückwirkend festgestellten Versicherungspflicht ist der Arbeitgeber Schuldner der Gesamtsozialversicherungsbeiträge. Ob und inwieweit Ihr Arbeitgeber die von Ihnen geschuldeten Arbeitnehmerbeiträge an Ihrem laufenden Arbeitsentgelt einbehalten kann, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden kann wohl davon ausgegangen werden, dass das laufende Arbeitsentgelt so gering ist, dass keine Einbehaltung hiervon möglich ist.

Bei einem beendeten Beschäftigungsverhältnis kann der Arbeitgeber nur dann Ansprüche geltend machen, wenn Sie Ihren Auskunftspflichten hinsichtlich der Beitragszahlung vorsätzlich bzw. grob fahrlässig nicht nachgekommen sind oder wenn die Voraussetzungen für einen Schadensersatzanspruch nach dem bürgerlichen Recht vorliegen.

Strafrechtliche Konsequenzen ergeben sich für Sie nicht.

von
Promotionsstudent

Das ist ein Student, der an der Uni zur Fertigung einer Doktorarbeit eingeschrieben ist. Da dieser Student aber seine Berufsausbildung (z. B. Diplom, 1. Staatsexamen) bereits abgeschlossen hat, ist er eigentlich kein &#34;richtiger&#34; Student mehr und hat deshalb auch nicht die gleichen Rechte, die ein Student hat. Der &#34;Doktor&#34; ist ja für seinen Beruf keine Pflicht, sieht aber auf dem Klingelschild (und manchmal in der Geldbörse) besser aus.