Sozialwahl

von
Matthäus Müller

Hallo, habe heute Post von der BfA gekriegt wegen Sozialwahl. Sollte man da wählen? Kann mich nicht erinnern, das jemals gemacht zu haben...

von Expertin Experten-Antwort

Die Sozialwahl in der Sozialversicherung findet am 01.06.2011 statt. Diese Wahl findet alle sechs Jahre statt, um die Selbstverwaltung in der Gesetzlichen Renten-, Kranken- und Unfallversicherung zu bestimmen.
In der Vergangenheit wurde die Wahl als sogenannte Friedenswahl durchgeführt. Das bedeutet, dass die Vertreter der Sozialversicherung nicht direkt von den Wählern gewählt werden, sondern dass die Verbände und Organisationen von Arbeitgebern und Versicherten untereinander regeln, wie die Mandate verteilt werden.

von
Kleinrentner

"Friedenswahl" hört sich zunächst mal gut an.

Wenn ich jedoch die zumeist kleinen Renten betrachte, welche die Rentenversicherung zusagt, glaube ich eher, daß in diesen Gremien zu viel Frieden herrscht.

Ein bischen mehr überlegte Kritik und mehr soziales Engagement kämen den Versicherten mehr zu gute als diese Biergartenstimmung und dem gegenseitigen Schulterklopfen in diesen Gremien der Paladine.

von
Elisabeth

Ich finde die Sozialwahl völlig neben der Spur. Man soll Leute wählen, die man gar nicht kennt. Meiner Klage gegen die Kündigung hat die Schwerbehindertenvertreterin auch nachträglich zugestimmt, die mich nie gesehen hat. Ich habe die Klage gewonnen aber welchen Nutzen ich habe steht in den Sternen. Für mich ist das schlimme , dass ich in dem ganzen
Verfahren die gute Frau nicht umgehen kann.

von
Pollenflug

Zitiert von: Elisabeth

Ich finde die Sozialwahl völlig neben der Spur. Man soll Leute wählen, die man gar nicht kennt. Meiner Klage gegen die Kündigung hat die Schwerbehindertenvertreterin auch nachträglich zugestimmt, die mich nie gesehen hat. Ich habe die Klage gewonnen aber welchen Nutzen ich habe steht in den Sternen. Für mich ist das schlimme , dass ich in dem ganzen
Verfahren die gute Frau nicht umgehen kann.

Ich denke, die Situation ist ähnlich wie bei einem Betriebsrat. Die Betriebsratmitglieder haben eigene Interessen, die nicht mit denen übereinstimmen müssen, welche diejenigen haben, die bei ihm Hilfe suchen.
Insbesondere bei Betriebsratsmitgliedern, die einer Gewerkschaft angehören, ist Vorsicht geboten. Man kann da ganz böse auflaufen oder reingelegt werden. Vielleicht ist die Schwerbehindertenvertreterin von einer Partei entsandt worden, die vorwiegend Arbeitgeberinteressen vertritt.
Vielleicht hat sie bei Ihnen Zugeständnisse an die Gegenseite gemacht, weil sie in einem anderen Falle gerade Zugeständnisse bekommen hat.

von
-_-

:P

Zitiert von: Kleinrentner

Wenn ich jedoch die zumeist kleinen Renten betrachte, welche die Rentenversicherung zusagt, glaube ich eher, daß in diesen Gremien zu viel Frieden herrscht.

Die wesentlichen Berechnungsfaktoren, die Einfluss auf die Rentenhöhe haben, beschließt der Gesetzgeber und nicht die gewählte Selbstverwaltung der Rentenversicherungsträger.

Lesen bildet:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/129408/publicationFile/20315/Datei_Heft_1_2011_rische.pdf

von
Tom Waits

Zitiert von: -_-

:P
Zitiert von: Kleinrentner

Wenn ich jedoch die zumeist kleinen Renten betrachte, welche die Rentenversicherung zusagt, glaube ich eher, daß in diesen Gremien zu viel Frieden herrscht.

Die wesentlichen Berechnungsfaktoren, die Einfluss auf die Rentenhöhe haben, beschließt der Gesetzgeber und nicht die gewählte Selbstverwaltung der Rentenversicherungsträger.

Lesen bildet:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/129408/publicationFile/20315/Datei_Heft_1_2011_rische.pdf

Ja, lesen bildet. Aber wie es wirklich läuft, ist halt wie der bekannte Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Da gibt es Lobbyisten, Interessen und informelle Wege und Strukturen, die letzten Endes mehr zu sagen haben, als die offiziellen Organe. Und auch das geschriebene Wort läßt viele Auslegungen zu. So mancher Gesetzesparagraf läßt sich genau umgekehrt auslegen, wie es an sich klar und deutlich im Gesetzbuch steht. Das beste Beispiel ist die jüngst erfolgte Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Abschlags bei Erwerbsminderungsrenten. Wieviele Gerichte wurden da bemüht?!! Auch die Geschichte von Herrn Dr. zu Guttenberg macht deutlich, was man von dem geschriebenen Wort halten soll.
Ja lesen bildet, aber hinterfragen und zwischen den Zeilen lesen ist besser.