Späterer EM-Rentenbeginn - höhere Abschläge?!?

von
BobbyJean

Ist nachfolgender Sachverhalt zutreffend?

Ein im Dezember 1955 Versicherter hätte bei einer Erwerbsminderungsrente (ohne Vertrauensschutz), beginnend im Dezember 2018 einen Abschlag von 3,9% (Lebensalter: 62 J. + 11 Mo.; Referenzalter: 64 J). Richtig?

Würde bei diesem Versicherten die Erwerbsminderungsrente einen Monat später beginnen, also ab Januar 2019, so ergäben sich höhere Abschläge (!), nämlich 4,2% (Lebensalter: 63 J; Referenzalter: 64 J + 2 Mo.).

Ist diese Gesetzesinterpretation so richtig? Wenn ja, ist das Ergenis nicht irgendwie sonderbar, dass man zukünftig für einen nicht selbst bestimmbaren Erwerbsminderungsrentenbeginn u.U. höhere lebenslange Abzüge in Kauf zu nehem hat, wenn diese einen Monat später beginnt?

von
Juhu

Einmal mehr alles voll durchdacht - dafür lieben wir die deutsche Gesetzgebung.

Experten-Antwort

Ihre Rechnung ist richtig.

Die Anhebung der Altersgrenze für die Bestimmung des Zugangsfaktors erfolgt bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in den Jahren von 2012 bis 2023 zeitgleich und in den gleichen Stufen wie bei der Anhebung der Altersgrenze für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Dabei werden die Altersgrenzen bis 2018 jährlich um einen Monat angehoben und ab 2019 um 2 Monate.
Im Einzelfall kann bei Vorliegenden einer Schwerbehinderung anstatt der Erwerbsminderungsrente eventuell eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit geringeren Abschlägen in Anspruch genommen werden.