Spezialfrage : Elterngeld und Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug

von
Rentenanwärter

Guten Tag,
folgende Grundsituation: es fehlen mir noch 48 Wartezeit Monate zur Beantragung einer Altersrente für langjährig Versicherte. Aktuell beziehe ich bis zum 30.09.2019 noch ALG 1; die Arbeitsagentur hat mir geraten, mich nach diesem Termin weiterhin als "Arbeitslos ohne Leistungsbezug" zu melden, das würde auch als Wartezeit Monate angerechnet werden.

Von dieser Möglichkeit habe ich noch nie gehört : falls möglich, wieviele Wartezeit Monate kann man durch "Arbeitslos ohne Leistungsbezug" maximal erzielen ?

Als zusätzlichen komplizierenden Sachverhalt beziehe ich ab 01.10.2019 für 9 Monate noch Elterngeld .... zählen dann die Wartezeit Monate von "Arrbeitslos ohne Leistungsbezug" und "Elterngeld" doppelt ?

Gibt es eine empfehlenswerte Reihenfolge oder Auswahl von "Elterngeld" und "Arbeitslos ohne Leistungsbezug" ab 01.10.19 ?

Vielen Dank & MfG

Experten-Antwort

Hallo Rentenanwärter,
„Arbeitslos ohne Leistungsbezug“ ist dann eine Anrechnungszeit und auf die Wartezeit anrechenbar, wenn Sie weiter der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen und Leistungen nur mangels Bedürftigkeit oder anderer Ansprüche nicht gezahlt werden. Eine Höchstdauer dieser Anrechnungszeit gibt es nicht.
Der Bezug von Elterngeld ist grundsätzlich keine rentenrechtliche Zeit und zählt nicht für die Wartezeit, es sei denn, für Sie werden für diese Zeit Kindererziehungszeiten (bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes) angerechnet. Während dieser Zeit gelten Pflichtbeiträge als gezahlt. Kindererziehungszeiten werden grundsätzlich dem Elternteil zugeordnet, der das Kind überwiegend erzogen hat. Die Anerkennung Kindererziehungszeit muss bei der Rentenversicherung beantragt werden.

von
senf-dazu

Hallo Rentenanwärter!

Zitiert von: Rentenanwärter
... zählen dann die Wartezeit Monate von "Arrbeitslos ohne Leistungsbezug" und "Elterngeld" doppelt ? ...

Ein Monat ist immer nur ein Monat. Egal ob ein oder mehrere Gründe für eine rentenrechtliche Zeit vorliegen, es ist immer nur ein Monat.
Wenn Sie derzeit die Kindererziehung hauptsächlich stemmen, dann sollten Sie gemeinsam mit der Partnerin bei der Rentenversicherung eine Erklärung abgeben, in welcher Zeit wer die Kindererziehung angerechnet bekommen soll (weil eben die Hauptlast der Erziehung von dieser Person getragen wurde).
Das wären dann sogar Pflichtbeiträge für die Rente.
Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug zählt als sogenannte Anrechnungszeit zur Wartezeit von 35 Jahren.
Fallen beide Zeiten in einem Monat zusammen, spricht man von einer beitragsgeminderten Zeit, aber es bleibt immer noch bei *einem* Monat.

von
Ohne Leistungsbezug

Hallo, ich habe hier im Forum gelesen, dass wenn Sie kein Arbeitslosengeld beziehen, auch keine Rentenbeiträge an die DRV gehen. Also sich Ihre Fehlzeiten nicht verändern.
Es sei denn, Sie bezahlen freiwillig in die DRV ein.

Persönlich gedacht, Edel Denken und Handeln hilft Ihnen nicht.

von
W°lfgang

Hallo Ohne Leistungsbezug,

...bei den 35 Jahren zählen nicht nur Zeiten mit ausschließlich Beiträgen, sondern grundsätzlich alle rentenrechtlichen Zeiten.

Für mehr Info schmökern Sie einfach mal hier nach:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/03_vor_der_rente/03_rentenzeiten/01_rentenrechtliche_zeiten_node.html

oder auch in diesem Merkblatt/Info zu den 'Wartezeiten'/was wann wie dazu zählt, ab Seite 55 ff.:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/das_renten_abc.pdf?__blob=publicationFile&v=28

Gruß
w.
PS: von @Ohne Leistungsbezug: "Hallo, ich habe hier im Forum gelesen," ...lesen und selbst _verstehen_ geht manchmal nicht so richtig zusammen ;-)

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