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stationäre Begutachtung

von
Auguste

Guten Tag,
Ich (weibl. 46 Jahre) leide seit Jahren an Depressionen und bin seit ca. zwei Jahren arbeitsunfähig. Im März 2013 habe ich eine Erwerbsminderungsrente beantragt.

Diese wurde abgelehnt, wogegen ich Widerspruch eingelegt habe. Eine ambulante Begutachtung hat bisher nicht stattgefunden.

Die Rentenversicherung verlangt nun von mir eine stationäre Begutachtung (eine Übernachtung) in einer psychiatrischen Klinik. Ist dies zulässig?

Eine beantragte medizinische Rehaklinik wurde mit Verweis auf ambulante Behandlung abgelehnt.

von
Cassandra

Ja,das ist zulässig.

von
Cassandra

§ 62 SGB I.
Der Sozialleistungsträger hat alles Nähere über die Untersuchung zu bestimmen, etwa wann und wo sie stattfindet, welcher Arzt sie durchführt, ambulant oder stationär.

von
Auguste

@ Cassandra

Vielen Dank für Ihre Antwort,

Wozu dient dann eine medizinische Rehamaßnahme?

Diese hat nach meiner Kenntnis u. a. den Sinn einer Begutachtung (Entlassungsbericht)

von
Auguste

Zitiert von: Cassandra

§ 62 SGB I.
Der Sozialleistungsträger hat alles Nähere über die Untersuchung zu bestimmen, etwa wann und wo sie stattfindet, welcher Arzt sie durchführt, ambulant oder stationär.

Wie verhält es sich mit § 65 SGB I?
Sind hier nicht die Grenzen der Mitwirkung überschritten? Warum muss ich in der örtlichen Psychiatrie übernachten, wenn es Rehakliniken gibt?

von
Pegasus

Eine stationäre Rehamaßnahme in einer dafür spezialisierten Klinik dient der Erhaltung bzw. Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit.
Der dort am Ende erstellte Entlassungsbericht kann auch im Rahmen der Feststellung der Erwerbsminderung hinzugezogen werden, weil in ihm auch eine Beurteilung des Restleistungsvermögens vorgenommen wird.

Eine Begutachtung wird von darauf sozialmedizinisch geschulten Ärzten (ambulant oder stationär) in einer in der Regel einmaligen Untersuchungssituation durchgeführt und hat mit dem Aufenthalt in einer Reha-Klinik überhaupt nichts zu tun.

Wenn Sie im Rahmen der Rentenbeantragung die Feststellung des noch oder nicht mehr vorhandenen Leistungsvermögens ermittelt haben möchten, müssten Sie sich auch einer gutachterlichen Untersuchung, ggf. auch stationär, unterziehen.

von
Auguste

Zitiert von: Pegasus

Eine stationäre Rehamaßnahme in einer dafür spezialisierten Klinik dient der Erhaltung bzw. Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit.
Der dort am Ende erstellte Entlassungsbericht kann auch im Rahmen der Feststellung der Erwerbsminderung hinzugezogen werden, weil in ihm auch eine Beurteilung des Restleistungsvermögens vorgenommen wird.

Eine Begutachtung wird von darauf sozialmedizinisch geschulten Ärzten (ambulant oder stationär) in einer in der Regel einmaligen Untersuchungssituation durchgeführt und hat mit dem Aufenthalt in einer Reha-Klinik überhaupt nichts zu tun.

Wenn Sie im Rahmen der Rentenbeantragung die Feststellung des noch oder nicht mehr vorhandenen Leistungsvermögens ermittelt haben möchten, müssten Sie sich auch einer gutachterlichen Untersuchung, ggf. auch stationär, unterziehen.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Das bedeutet, es geht zu meinen Lasten, wann die DRV keinen ambulanten Gutachter benennen kann?

von
Pegasus

Offenbar möchte die DRV, dass Sie stationär begutachtet werden.
Und zu Ihren Lasten geht nur der persönliche Aufwand, alle tatsächlichen Kosten (Fahrt, Übernachtung...) werden von der DRV übernommen.

von
Auguste

Zitiert von: Pegasus

Offenbar möchte die DRV, dass Sie stationär begutachtet werden.
Und zu Ihren Lasten geht nur der persönliche Aufwand, alle tatsächlichen Kosten (Fahrt, Übernachtung...) werden von der DRV übernommen.

Bin ich dann berechtigt, einen rechtlichen Beistand mitzunehmen?

von
Frau Müllerschön

Zitiert von: Auguste

Zitiert von: Pegasus

Offenbar möchte die DRV, dass Sie stationär begutachtet werden.
Und zu Ihren Lasten geht nur der persönliche Aufwand, alle tatsächlichen Kosten (Fahrt, Übernachtung...) werden von der DRV übernommen.

Bin ich dann berechtigt, einen rechtlichen Beistand mitzunehmen?

Klar,ein ganzes Rechtsanwaltsbüro,das dort mit ihnen übernachtet.
Mein Gott,wenn sie das nicht möchten,dann lassen sie das mit der Begutachtung,sie sind ein freier Mensch.
Natürlich wird als Konsequenz für die verweigerte Mitwirkung die DRV ihren Antrag als Nichtig ansehen,aber sie haben ihren Willen durchgesetzt und nicht in einer Klinik übernachtet.

von
Auguste

Zitiert von: Frau Müllerschön

Bin ich dann berechtigt, einen rechtlichen Beistand mitzunehmen?

Klar,ein ganzes Rechtsanwaltsbüro,das dort mit ihnen übernachtet.
Mein Gott,wenn sie das nicht möchten,dann lassen sie das mit der Begutachtung,sie sind ein freier Mensch.
Natürlich wird als Konsequenz für die verweigerte Mitwirkung die DRV ihren Antrag als Nichtig ansehen,aber sie haben ihren Willen durchgesetzt und nicht in einer Klinik übernachtet.

[/quote]

Sehr geehrte Frau Müllerschön,

mir geht es nicht darum, "meinen Willen" durchzusetzen, sondern um eine neutrale Begutachtung. Ich kenne meine Rechte überhaupt nicht. Im Bekanntenkreis konnte auch jemand den Ehemann mit zum Gutachter nehmen. Kann da jeder Regionalträger machen, was er will? Ich möchte eine Klage beim Sozialgericht vermeiden, da ich die Nerven nicht habe.

Grüße Auguste

Experten-Antwort

Guten Tag,
jeder, der Sozialleistungen beantragt, ist grundsätzlich verpflichtet, sich auf Verlangen des zuständigen Sozialleistungsträgers ärztlichen und psychologischen Untersuchungsmaßnahmen zu unterziehen. Der Sozialleistungsträger entscheidet dabei im Einzelfall über die Einzelheiten der erforderlichen Untersuchung, z.B. wann und wo sie stattfindet, welcher Arzt sie durchführt und ob sie ambulant oder stationär erfolgt. In Ihrem Fall scheint eine stationäre Begutachtung aus Sicht des ärztlichen Dienstes der Rentenversicherung notwendig zu sein, um abschließend über Ihren Widerspruch entscheiden zu können. Sollten Sie Fragen und Sorgen „rund um die Begutachtung“ haben, können Sie sich gerne mit Ihrem zuständigen Träger der Rentenversicherung in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

von
=/=

Zitiert von: Auguste

Zitiert von: Pegasus

Offenbar möchte die DRV, dass Sie stationär begutachtet werden.
Und zu Ihren Lasten geht nur der persönliche Aufwand, alle tatsächlichen Kosten (Fahrt, Übernachtung...) werden von der DRV übernommen.

Bin ich dann berechtigt, einen rechtlichen Beistand mitzunehmen?

Was verstehen Sie unter einem "rechtlichen Beistand"? Doch nicht etwa einen Rechtsanwalt?

Sie können selbstverständlich eine Person Ihres Vertrauens mitnehmen, evtl. nach Absprache mit dem Arzt auch zur Untersuchung (wollen Sie das wirklich???). Die Kosten für Fahrt, Übernachtung in einem Hotel o.ä., Essen etc. für die Begleitperson werden allerdings nicht von der DRV getragen.

von
Auguste

Zitiert von: Pegasus

Guten Tag,
jeder, der Sozialleistungen beantragt, ist grundsätzlich verpflichtet, sich auf Verlangen des zuständigen Sozialleistungsträgers ärztlichen und psychologischen Untersuchungsmaßnahmen zu unterziehen. Der Sozialleistungsträger entscheidet dabei im Einzelfall über die Einzelheiten der erforderlichen Untersuchung, z.B. wann und wo sie stattfindet, welcher Arzt sie durchführt und ob sie ambulant oder stationär erfolgt. In Ihrem Fall scheint eine stationäre Begutachtung aus Sicht des ärztlichen Dienstes der Rentenversicherung notwendig zu sein, um abschließend über Ihren Widerspruch entscheiden zu können. Sollten Sie Fragen und Sorgen „rund um die Begutachtung“ haben, können Sie sich gerne mit Ihrem zuständigen Träger der Rentenversicherung in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

@ Experte, vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich hätte noch eine Frage dahingehend, inwieweit dies mit dem mir bekannten Grundsatz: "Reha vor Rente" vereinbar ist?

von
Frau Müllerschön

Zitiert von: Auguste

Zitiert von: Auguste

Guten Tag,
jeder, der Sozialleistungen beantragt, ist grundsätzlich verpflichtet, sich auf Verlangen des zuständigen Sozialleistungsträgers ärztlichen und psychologischen Untersuchungsmaßnahmen zu unterziehen. Der Sozialleistungsträger entscheidet dabei im Einzelfall über die Einzelheiten der erforderlichen Untersuchung, z.B. wann und wo sie stattfindet, welcher Arzt sie durchführt und ob sie ambulant oder stationär erfolgt. In Ihrem Fall scheint eine stationäre Begutachtung aus Sicht des ärztlichen Dienstes der Rentenversicherung notwendig zu sein, um abschließend über Ihren Widerspruch entscheiden zu können. Sollten Sie Fragen und Sorgen „rund um die Begutachtung“ haben, können Sie sich gerne mit Ihrem zuständigen Träger der Rentenversicherung in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

@ Experte, vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich hätte noch eine Frage dahingehend, inwieweit dies mit dem mir bekannten Grundsatz: "Reha vor Rente" vereinbar ist?

Es geht nicht um eine Reha sondern um eine Begutachtung !

von
Auguste

Zitiert von: =/=

Zitiert von: Auguste

Bin ich dann berechtigt, einen rechtlichen Beistand mitzunehmen?

Was verstehen Sie unter einem "rechtlichen Beistand"? Doch nicht etwa einen Rechtsanwalt?

Sie können selbstverständlich eine Person Ihres Vertrauens mitnehmen, evtl. nach Absprache mit dem Arzt auch zur Untersuchung (wollen Sie das wirklich???). Die Kosten für Fahrt, Übernachtung in einem Hotel o.ä., Essen etc. für die Begleitperson werden allerdings nicht von der DRV getragen.

Hallo =//=,

das ist mal eine sehr hilfreiche Antwort, vielen Dank! Nein, keinen Rechtsanwalt (den habe ich ja noch nicht!) sondern entweder meine Tochter oder eine Freundin (Arzthelferin), die sich ein bißchen auskennt, was erlaubt ist. Ich würde mich dann sicherer fühlen. Nochmals vielen Dank.
Grüße Auguste

von
Frau Müllerschön

Zitiert von: Auguste

Hallo =//=,

das ist mal eine sehr hilfreiche Antwort, vielen Dank! Nein, keinen Rechtsanwalt (den habe ich ja noch nicht!) sondern entweder meine Tochter oder eine Freundin (Arzthelferin), die sich ein bißchen auskennt, was erlaubt ist. Ich würde mich dann sicherer fühlen. Nochmals vielen Dank.
Grüße Auguste

Mal ganz doof gefragt,was soll ein Beistand bewirken ?Sie werden dort doch nicht irgendwelchen Foltern ausgesetzt.
Die Begutachtung erfolgt nach gewissen Kriterien,entweder sie sind krank,dann bekommen sie auch ein positives GA,oder sie simulieren,dann eben nicht.
Eine Begleitperson kann da eher nachteilig sein.Und wenn der zuständige Arzt aufgrund bestimmter Faktoren eine Begleitperson nicht zulässt,dann haben sie die Begutachtung schon hinter sich,mit entsprechendem Ergebnis.

Man kann sich das Leben selbst schon sehr schwer machen.

von
Netter

Ich kann diesen Wunsch nach "Schutz" gut verstehen, nachdem ich auf einem jahrelangen Leidensweg (der jetzt endlich überstanden ist) leider auch Gutachter erleben musste, die vergessen hatten, was Würde und Respekt bedeuten im Umgang mit Menschen, die von ihnen in gewisser Weise abhängig sind.
Nicht alle sind so, aber es gibt sie auch die "Schlechtachter"

von
Auguste

Zitiert von: Frau Müllerschön

Mal ganz doof gefragt,was soll ein Beistand bewirken ?Sie werden dort doch nicht irgendwelchen Foltern ausgesetzt.
Die Begutachtung erfolgt nach gewissen Kriterien,entweder sie sind krank,dann bekommen sie auch ein positives GA,oder sie simulieren,dann eben nicht.
Eine Begleitperson kann da eher nachteilig sein.Und wenn der zuständige Arzt aufgrund bestimmter Faktoren eine Begleitperson nicht zulässt,dann haben sie die Begutachtung schon hinter sich,mit entsprechendem Ergebnis.

Man kann sich das Leben selbst schon sehr schwer machen.
[/quote]

Liebe Frau Müllerschön,
es gibt absolut keinen Grund für eine stationäre Begutachtung, sondern es handelt sich um reine Schikane. Ich könnte auch zwei Tage nacheinander dort anreisen. Schon von daher bin ich sicher, dass ihre angeführten "Begutachtungskriterien" nicht eingehalten werden sollen. Ich werde jetzt um meine medizinische Reha kämpfen. Soll die DRV den Widerspruch zur Rente doch abweisen. Von einem Gerichtsgutachter verspreche ich mir ohnehin eher Neutralität.

von
Auguste

Zitiert von: Netter

Ich kann diesen Wunsch nach "Schutz" gut verstehen, nachdem ich auf einem jahrelangen Leidensweg (der jetzt endlich überstanden ist) leider auch Gutachter erleben musste, die vergessen hatten, was Würde und Respekt bedeuten im Umgang mit Menschen, die von ihnen in gewisser Weise abhängig sind.
Nicht alle sind so, aber es gibt sie auch die "Schlechtachter"

Hallo Netter,
Schön dass Sie Ihre Ansprüche durchgesetzt haben. Sie machen mir Hoffnung. Ich habe sehr viele Horrorgeschichten über Begutachtungen im Internet gelesen und bin sicher: Es gibt diese Gutachter, die nur für die DRV arbeiten. Es ist traurig, aber wahrscheinlich bekommt man doch erst vor Gericht sein Recht. Muss ich eben diesen Weg gehen. Andere schaffen das ja auch.
Vielen Dank nochmal für Ihre Anwort!
Grüße Auguste