Stationäre Reha -> ambulante Reha

von
delirio

Hallo,

nach einem Verletzung am Fußgelenk hat mein behandelnder Arzt einen Reha-Antrag gestellt mit der Aussicht, dass dieser wahrscheinlich sowieso abgelehnt wird.
Nun kam unerwartet der Bescheid, dass die Reha bewilligt wurde und zwar sogar eine stationäre Reha.
Da ich bereits wieder arbeite, ist es mir unangenehm, dass ich schon wieder drei Wochen meinem Arbeitgeber fehle. Ich verstehe die stationäre Maßnahme auch nicht ganz, da ich eigentlich wieder ganz gut klarkomme.
Gibt es die Möglichkeit, eine stationäre Reha in eine Ambulante "umzuwandeln" ohne Nachteile?

Danke!

von
Oldenburger

Guten Morgen, delirio!

Die Möglichkeit gibt es grundsätzlich. Eine Entscheidung ist aber nur unter Berücksichtigung der medizinischen Aspekte möglich.

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Rentenversicherungsträger und bitten Sie um Prüfung, ob eine ambulante Reha möglich ist. Darüber kann in der Regel sehr schnell entschieden werden.

Ansonsten können Sie Ihren Antrag auf Reha natürlich wieder zurückziehen, wenn Sie partout keine stationäre Reha in Anspruch nehmen möchten.

Nachteile entstehen Ihnen keine.

Gruß, Oldenburger

von
****

Hallo delirio,
auch eine "ambulante Reha" ist ganztägig und würde auch die bewilligten 3 Wochen dauern und sie könnten während der Maßnahme nicht arbeiten!

von
Oldenburger

@ ****: An den Umstand habe ich jetzt gar nicht gedacht....
Stimmt, dann würde eine ambulante Reha keine Vorteile bringen.

von
delirio

Danke für die Antworten! Jetzt ist es mir ein wenig klarer.

Also besteht zwischen stationärer und ambulanter Reha nicht so viel Unterschied - außer das man bei der stationären Reha aus dem sozialen Umfeld "gerissen" und "interniert" wird. Was ich jetzt bei orthopädischen Beschwerden nicht als großen Vorteil erachte...

Experten-Antwort

Hallo delirio,
grundsätzlich ist es natürlich möglich, eine stationär bewilligte Reha-Maßnahme in eine ambulante Durchführungsform umzuwandeln. Allerdings dürfen keine medizinischen Aspekte dagegen sprechen. Nachteile entstehen Ihnen dabei nicht, wenn Sie einen derartigen Umwandlungsantrag bei Ihrem Reha-Träger stellen.
Allerdings geht auch eine ambulante Reha-Maßnahme zeitlich gesehen über den gesamten Tag. Der Unterschied zur stationären Reha-Maßnahme besteht eigentlich nur darin, dass Sie zu Hause übernachten . Ihr Problem, dass Sie dann schon wieder drei Wochen Ihrem Arbeitgeber fehlen, wäre durch eine ambulante Reha-Maßnahme nicht aus der Welt. Sie könnten auch dann nicht auf Arbeit gehen, da die Therapien in den ambulanten Reha-Einrichtungen in der Regel auch von 8 bis 17 Uhr andauern.

Natürlich können Sie auch jederzeit Ihren Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme zurückziehen.

Wenn bei Ihnen offenbar jedoch ein Bedarf auf eine Rehabilitationsmaßnahme vorliegt, empfehlen wir Ihnen auch, diese Maßnahme in Anspruch zu nehmen. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Sie für diese Zeit von der Arbeit freizustellen. Für Ihre weitere Erwerbsfähigkeit ist es wichtig, diese Maßnahme in Anspruch zu nehmen, da bei Ihnen offensichtlich bereits eine Gefährdung der Erwerbsfähigkeit gegeben ist.

von
Oldenburger

Zitiert von: delirio

außer das man bei der stationären Reha aus dem sozialen Umfeld "gerissen" und "interniert" wird.

Oh, so hart habe ich das noch nie gesehen... Viele wären dankbar dafür... schmunzel

von
Nordlicht

Zitiert von: delirio

Danke für die Antworten! Jetzt ist es mir ein wenig klarer.

Also besteht zwischen stationärer und ambulanter Reha nicht so viel Unterschied - außer das man bei der stationären Reha aus dem sozialen Umfeld "gerissen" und "interniert" wird. Was ich jetzt bei orthopädischen Beschwerden nicht als großen Vorteil erachte...

Hallo Delirio,

Sie müssen keine Angst haben bei einer stationären Reha "interniert" zu werden. Eine "Internierung" ist im med. Sinne die Unterbringung auf einer "geschlossenen" Abteilung. Sie können sich bei einer stationären Reha sowohl Tags als auch Nachts frei bewegen.

Wenn Sie natürlich unter extremen "Heimweh" leiden und traurig sind, wenn Sie für Ihre Gesundheit drei Wochen auswärts übernachten müssen, dann ist eine stationäre Rehamaßnahme in ihrem speziellen Fall nicht das Richtige.

von
=//=

Zitiert von: delirio

Also besteht zwischen stationärer und ambulanter Reha nicht so viel Unterschied - außer das man bei der stationären Reha aus dem sozialen Umfeld "gerissen" und "interniert" wird. Was ich jetzt bei orthopädischen Beschwerden nicht als großen Vorteil erachte...

Sie werden nicht glauben, wie viele Versicherte froh und glücklich sind, während einer stationären Reha-Maßnahme aus ihrem sozialen Umfeld "gerissen" zu werden. Andere, die während einer ambulanten Reha jeden Tag bzw. Abend dem gleichen Trott ausgesetzt sind und vielleicht noch familiäre Probleme haben, würden eine stationäre Maßnahme vorziehen.