Steuerliche Auswirkung rückwirkend bewilligter Erwerbsminderungsrente (nach Krankengeld- und Arbeitslosengeldbezug)

von
Sophie

Hallo Lupo

hab vielen Dank für Deine Antwort.

Wenn Du davon sprichst, dass mir die DRV ja einen Bescheid über die Nachzahlungen hat zukommen lassen, meinst Du dann die eine Anlage zu meinem Rentenbescheid?

Ich werde mit dem ganzen Vorgang abwarten, bis meine neue Rente berechnet worden ist. Ich bin mir 100% sicher, dass es genauso laufen wird, wir in der 1. Runde. Die DRV übermittelt rückwirkenden Rentenbezug ans Finanzamt (nun dann auch noch für die Zeit des ursprünglich verbuchten Arbeitslosengeldbezuges) und ich höre nichts weiter. Weder von der DRV, noch von der Krankenkasse noch der Agentur für Arbeit. Aber, vielleicht stellt es sich ja dieses Mal anders dar. Zumindest weiß ich dann, wie ich vor zu gehen habe. Anlage des Rentenbescheides zücken, die Zeiten markieren, während derer früher Krankengeld gemeldet worden ist, aufsummmieren und dem Finanzamt sagen: :Schau hier, das ist ja nun Rente und muss somit weniger Krankengeld sein.
Ebenso markiere ich dann die Monate des ursprünglichen Arbeitslosengeldbezuges, summiere auf und sage dem Finanzbeamten: Guckst Du, das von der Agentur für Arbeit gemeldete stimmt aber um diesen Betrag gar nicht.

Und dann hat man, Jahre später, vielleicht endlich nen korrekten Steuerbescheid.

Ich frage mich, ob das im Sinne des Erfinders ist. Warum zum Henker zahlt die DRV nicht einfach mir die Rente als auszahlungswirksame Nachzahlung, teilt der Agentur für ARbeit und der Krankenkasse mit, dass sie von mir den mir nicht zustehenden Kranken- und ARbeitslosengeldanteil einforden mögen?

Dann wäre alles nach dem Zuflussprinzip geregelt, wie es sich eigentlich für die Steuer gehört und ich bin mir sicher, die Krankenkasse und die Agentur für Arbeit melden sich bei mir. Denn das Geld zu bekommen ist ganz sicher weitaus wichtige rund gewollter, als Korrekturbescheide über Entgeltersatzleistungen zu erstellen und ans Finanzamt zu übermitteln!

An wen kann man sich wohl wenden in Bezug auf einen Reformvorschlag? ;-)

Ich schreibe irgendwann ein Buch über den Irrsinn, der einen ereilt, wenn man erkrankt....

Liebe Grüße und danke Dir erneut,

Sophie

von
Lupo

Hallo Sophie,

die Anlage zum Rentenbescheid ist die eine Möglichkeit, die dir - wenn ich deine Ausführungen richtig verstanden habe - die Krankenkasse mitgeteilt hat.
Mit dem Rentenbescheid wurde dir mitgeteilt, in welcher Höhe eine Rentennachzahlung entstanden ist und dass diese Nachzahlung aufgrund etwaiger Erstattungsansprüche anderer Sozialleistungsträger noch nicht ausbezahlt wird.
Wenn dann dem RV-Träger die Erstattungsansprüche der anderen Sozialleistungsträger vorliegen, rechnet dieser die Nachzahlung ab und darüber erhälst du eine Mitteilung in der dann sinngemäß steht:

-Nachzahlung z. B. 5000,00 Euro
-davon erhält die Krankenkasse z. B. 3000,00 Euro
-für Sie verbleibt eine Nachzahlung in Höhe von z. B. 2000,00 Euro

Wenn du nun diese Mitteilung dem Finanzamt vorlegst, sollte im Idealfall die bisherige Meldung der Krankenkasse um 3000,00 Euro vermindert werden.

Falls sich die Erstattung an den anderen Sozialleistungsträger jedoch über mehrere Jahre erstreckt, wird anhand der Mitteilung über die Nachzahlungsabrechnung die zeitliche Zuordnung problematisch, so dass dann in diesem Fall doch wieder die Anlage zum Rentenbescheid die bessere Vorlage wäre.
Die Verrechnung von Beträgen zwischen den Sozialleistungsträgern ist deshalb sinnvoll, weil damit gewährleistet ist, dass der erstattungsberechtigte Sozialleistungsträger sich sehr einfach sein Geld wieder zurückholen kann.
Aber genauso selbstverständlich sollte dieser Sozialleistungsträger dann auch eine Berichtigungsmeldung an die Finanzbehörde übermitteln, damit du wenigstens damit keine unnötigen Probleme hast.
In diesem Sinn - liebe Grüße zurück
Lupo