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Steuerliche Behanlung: bAV, Riester, Privat

von
Optical

Guten Tagn,

ich stehe nun vor der Frage, ob ich die betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung), Riester-Rente oder private Versicherung ohne staatliche Förderung abschließe.
Können Sie mir sagen, wie die steuerliche Behandlung im Rentenbezug bei den drei Varianten ist? Welche Steuern und Sozialabgaben muss ich bei den drei Varianten im Rentenbezug bezahlen?

In der Hoffnung, dass Sie mir weiterhelfen können, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Besten Dank!

von
Maria L.

Hallo,

ich bin kein Experte, daher nur unter Vorbehalt folgende Hinweise, weil bisher hier keiner geantwortet hat:

Bei der betrieblichen Altersvorsorge muß die spätere Rente voll nachgelagert versteuert werden, d.h. 100% der Rente ist steuerpflichtig zum dann geltenden persönlichen Einkommensteuersatz. Besonderer Nachteil: auf jede Art von Betriebsrente müssen gesetzlich Versicherte den vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen (also ohne den halben Zuschuß wie zu Arbeitnehmerzeiten). Falls die zurzeit nochmal verlängerte Beitragsbefreiung in der Ansparphase später mal wegfallen sollte, würde das den &#34;dreifachen&#34; KV-/PV-Beitrag bedeuten: einmal sofort und nochmal doppelt bei der Auszahlung.

Die Riesterrente muß ebenfalls voll nachgelagert versteuert werden, darauf werden aber nach derzeitiger Gesetzeslage keine Sozialabgaben fällig (Ausnahme: Riester über betriebl. AV, s.o.). Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Riester-Rente

Bei der Rüruprente ist bei der Einzahlung nur ein bestimmter Prozentsatz steuerbegünstigt (analog der gesetzlichen Rentenversicherung). Dabei gelten noch Höchstgrenzen. Bei der Auszahlung ist ebenfalls nur ein bestimmter Prozentsatz steuerfrei. Aber Achtung: die Werte korrespondieren nicht, so sind z.B. 2007 nur 64% der Einzahlung steuerbegünstigt, im Jahr 2030 (als Beispiel) müssen aber 90% der Auszahlung versteuert werden. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCrup-Rente

Bei jeder privaten Altersvorsorge ohne staatliche Förderung erfolgt die Ansparung aus bereits versteuertem und verbeitragtem Einkommen. Auf die Auszahlung müssen keine KV-/PV-Beiträge bezahlt werden (sofern man in der Krankenversicherung der Rentner ist, im Alter freiwillig gesetzlich Versicherte müssen dagegen auf alle Einkommen, auch Zinseinkommen, KV-/PV-Beiträge zahlen). Die Versteuerung der privaten Altersvorsorge hängt von der Art der Vorsorge ab. Bei normalen Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden, Wertsteigerungen von Aktien/Aktienfonds) müssen ab 2009 25% Abgeltungssteuer bezahlt werden (plus Solidaritätzuschlag und Kirchensteuer). Jedenfalls müssen dann nur die Erträge noch versteuert werden, die Beiträge erfolgtem ja aus bereits versteuertem Einkommen. Bei Altersvorsorge über Versicherungsprodukte gibt es wieder andere Regeln (bei Rentenversicherungen z.B. Versteuerung des Ertragsanteils).

Übrigens: es ist nicht notwendig, für die Altersvorsorge eine &#34;Versicherung&#34; abzuschließen. Altersvorsorge bedeutet in erster Linie Vermögensaufbau. Dafür braucht man nicht unbedingt staatlich geförderte Produkte.

Gruß,
Maria L.

Experten-Antwort

Für die Besteuerung der verschiedenen Renten ist immer maßgeblich, wie die Beiträge für diese Leistungen steuerlich behandelt wurden. Wenn die Beiträge aus dem Bruttoeinkommen gezahlt wurden, bzw. eine steuerliche Förderung (z.B. auch durch Zulagen bei Riester) in Anspruch genommen wurde, ist die Rentenleistung später voll steuerpflichtig. Werden die Beiträge für die spätere Leistung jedoch aus versteuertem Einkommen, also aus dem Nettoeinkommen getragen, ist die Rentenleistung später nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Der Ertragsanteil ist ein gesetzlich festgelegter Prozentsatz der abhängig vom Lebensalter bei Rentenbeginn ist, z.B. Rentenbeginn mit 65 Jahren --&#62; 18 % Ertragsanteil.

Daher gilt:

Riesterrente: die spätere Rentenleistung ist voll steuerpflichtig. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen - nach heutiger Rechtslage - nicht an.
betriebliche Altersvorsorge: bei Inanspruchnahme der Entgeltumwandlung ist die spätere Rentenleistung voll steuerpflichtig. Außerdem fallen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an; diese sind in voller Höhe alleine vom Rentner zu tragen!
private Altersvorsorge: da bereits die Beiträge aus versteuertem Einkommen gezahlt wurden, sind bei der Auszahlung der Rente nur die Erträge steuerpflichtig. Auf die Besonderheiten der Besteuerung von Kapitallebensversicherung wird hier nicht eingegangen. Es gelten die gesetzl. festgelegten Ertragsanteile, die abhängig vom Lebensalter bei Rentenbeginn sind. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen - nach heutiger Rechtslage - nicht an.

von
Optical

Vielen Dank für die Antworten.

Mein Arbeitgeber bietet eine RiesterRente als bAV an.
Allerdings sind hier die Beiträge vom Nettogehalt zu bezahlen.

Demnach fallen - obwohl der Arbeitgeber die Beiträge aus dem Nettoentgelt überweist - nach heutiger Rechtslage keine Beiträge für KV/PV im Rentenbezug an.

Habe ich dies so richtig verstanden?

Besten Dank für eine Antwort.

Experten-Antwort

Aus jeglicher Form der betrieblichen Altersvorsorge (auch kombiniert mit Riester in Form von Nettoentgeltumwandlung) fallen in der Auszahlphase Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an. Dies ist immer im Hinterkopf zu behalten.
Siehe auch Hinweise unter Ihre-Vorsorge.de - Themen - Betriebliche Altersvorsorge - Modelle - Übersicht.

von
Optical

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Es ist aber nicht gerecht, wenn Beiträge aus dem Nettoentgelt bezahlt werden und trotzdem im Rentenbezug Beiträge abzuführen sind.

Ich hätte mich für dieses Produkt entschieden -&#62; http://www.zkdbg.de/portal/page/portal/bvk/zkdbg/index.html

Wenn es jedoch tatsächlich so ist, dass Beiträge abzuführen sind, dann wähle ich doch lieber eine Riester-Rentenversicherung bei einer Versicherungsgesellschaft.