Steuern

von
Ingo

Hallo liebe Experten,

zahle jetzt in eine Riester-Rente (1.280 p.a.), in eine Betriebliche (1.800 p.a., Entgeltumwandlung mit Beteiligung des Ag) und zahle Rentenbeiträge in die Gesetzliche. Kann ich das alles steuerlich im nächsten Jahr absetzen?

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Ingo,

grundsätzlich ja, allerdings berücksichtigt Dein Arbeitgeber - was die Entgeltumwandlung und was die Rentenversicherungsbeiträge betrifft - die steuerliche Begünstigung bereits bei Festsetzung der monatlichen Lohnsteuer, so dass Du insoweit keine größere Einkommensteuerrückerstattung mehr erwarten kannst.

Bei den Riesterbeiträgen kommt es darauf an, ob sich im Vergleich zu den gewährten Riesterzulagen überhaupt ein Steuervorteil ergibt. Nur falls ja, kannst Du neben den Zulagen eine zusätzliche Steuerrückerstattung erwarten.

Wie das vom Finanzamt ermittelt wird, dazu verweise ich auf folgenden Beitrag:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=84830&dekade=4

von
Ingo

Hallo Wolfgang,

danke für Deine Antwort!

Gruß
Ingo

von
Maria L.

Hallo Ingo,

die Riester-Rente und die Entgeltumwandlung werden voll nachgelagert versteuert. Daraus folgt, daß die Beiträge auch voll steuerlich absetzbar sind. Allerdings nur bis zu gewissen Höchstbeträgen, die von Ihrem Einkommen abhängig sind: 4% des Vorjahreseinkommens, maximal 2100 Euro + 1800 Euro (bei letzterem bin ich mir nicht ganz sicher).

Die Beiträge zur gesetzlichen Rente sind jedes Jahr zu einem größeren Anteil steuerfrei, das ist in den Lohnsteuertabellen aber schon berücksichtigt und muß in der Steuererklärung nicht extra angegeben werden (für die Entgeltumwandlung gilt das übrigens auch, das berücksichtigt das Personalbüro des Arbeitgebers schon). Zum Ausgleich wird die gesetzliche Rente nachher massiv besteuert, abhängig vom Jahr des Renteneintritts (ab 2040 zu 100% steuerpflichtig).

Sie haben aber gleich drei Altersvorsorge-Wege, die zukünftig schlechte Renditen bringen. Ist Ihnen das bewußt?

Bei der betrieblichen AV zahlen Sie als gesetzlich Krankenversicherter später volle (doppelte) KV- und PV-Beiträge auf die Auszahlung. Dazu finden Sie hier im Forum viele ältere Beiträge.

Bei der Riester-Rente gibt es hohe Abschluß- und Verwaltungskosten, eine unrentable, renditefressende Beitragserhaltungsgarantie (auf Wunsch des Gesetzgebers, weil anscheinend niemand über die negativen Konsequenzen dieser Förderbedingung nachgedacht hat) und schlechte Zinsen (bei einem festverzinslichen Produkt) oder eine schlechte Fondsauswahl (bei einem Fondsprodukt) - das ist natürlich etwas plakativ formuliert... Hier im Forum gibt es auch zu den Nachteilen der Riester-Rente viele Beiträge.

Es gibt einen besseren Weg für die Altersvorsorge: Vermögensbildung über Ratensparen in Aktienfonds.

Gruß,
Maria L.

von
Ingo

Danke Maria,

ich mache die Betriebliche nur, weil mein Ag ein wenig sponsert. Riester hingegen aus voller Überzeugung (kassiere 2 Kinderzulagen) und investiere da übrigens in Fonds. Daneben habe ich einen Fonds laufen, der mir in den letzten Jahren aber ehrlich gesagt wenig Freude gemacht hat. Dennoch: Wenn es wieder mehr Geld gibt, stocke ich meinen Fondssparplan auf - versprochen ;-)

Gruß

von
Maria L.

Hallo Ingo,

fragen Sie Ihren Riester-Anbieter mal, welcher Anteil Ihres Beitrags überhaupt in Fonds investiert wird, und wie viel für die unsinnige Beitragserhaltungsgarantie (die aber in den Förderbedingungen vorgeschrieben ist) draufgeht. Wenn Sie Pech haben, bleibt nur die Hälfte Ihres Beitrags überhaupt für das Fondsinvestment übrig.

Wenn Ihr Fondssparplan Ihnen derzeit "wenig Freude" macht, ist das möglicherweise gerade gut. Wer lange Fondsanteile zu einem günstigen Preis einsammelt, hat umso höhere Renditechancen, wenn später irgendwann während der Ansparzeit der Wert dieser Anteile steigt.

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Sparen Sie Ihren Aktienfondssparplan ruhig weiter; auch wenn dieser - wie Sie selbst sagen - aktuell keine Freude bereitet.
Leider haben Sie Ihren Fonds nicht mit Namen benannt.

Unter http://www.Finanztest.de finden Sie viele Gute Aktienfonds. Fonds mit der Fondsnote 1 oder 2 sind - ähnlich wie in der Schule - gut. Schauen Sie mal, ob auch der von Ihnen besparte Fonds zu diesen gehört.
Fonds sollen auch keinen Spass machen. Antizyklisch investieren.

Übrigens: Das eingedeutschte Wort "Aktie" kommt aus dem Griechischen: AXXIA heisst Wert. Tatsächlich spiegelt die Gesamtheit der ausgegebenen Aktien eines Unternehmens den Gesamtwert eines Unternehmens an der Börse wider.

Ist also Ihr Fonds "am Boden" also billig, lohnt es sich gerade jetzt, den einen oder anderen mehr oder weniger hohen Einmalbetrag zusätzlich zu investieren. Das heisst dann "antizyklisch".

Nix

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Ingo,

als Experten der Deutschen Rentenversicherung können und dürfen wir Ihnen keine konkreten Ratschläge zu steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten geben. Wir können Ihnen nur die Rahmenbedigungen erläutern. Für eine konkrete Beratung wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein oder das Finanzamt.

Beiträge im Rahmen der Riester-Förderung können ab dem Jahr 2008 bis zu einer Höhe von 2.100 Euro jährlich als sog. zusätzliche Sonderausgaben geltend gemacht werden. Von einer eventuellen Steuererstattung wird vom Finanzamt allerdings die Ihnen zustehende Zulage abgezogen.

Beiträge im Rahmen der Bruttoentgeltumwandlung können im Jahr 2008 bis zu 2.544 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei umgewandelt werden. Dabei werden die Beiträge direkt vom Bruttoentgelt abgehalten. Eine Veranlagung über die Steuererklärung ist somit grundsätzlich nicht nötig.

Die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung werden im Jahr 2008 mit 66 Prozent steuermindernd anerkannt. Von diesem Betrag ist allerdings der gesamte Arbeitgeberbeitrag abzuziehen. Der Rest wirkt sich dann grundsätzlich steuermindernd für Sie aus.

von
Schiko.

Konnte erst heute ihren eintrag lesen, will auch meine meinung
kundtun.

Gehe davon aus, mit steuerlich absetzbar im nächsten jahr meinen
sie vermutlich die einreichung der steuererklärung 2009 für das
steuerjahr 2008.

Sehe ich es richtig, sind sie verheiratet und ihre zwei kinder wirken
sich mit 370 zulage neben der grundzulage von 154 günstig für
sie aus. Steuerlich bringt es nichts, da die steuerersparnis entfällt,
weil 524 zulagen höher sind als ca. 320 steuerliche begünstigung
für 1280 zusätzliche vorsorgeaufwendungen im jahr.

Sind die 1280 bruttobeitrag die notwendigen 4% verdienten sie 2007
32.000 brutto. Die rentenbeiträge und auch zusätzlich 3.000 für sonstige
sonderausgaben sind monatlich in der gehaltsabrechnung schon berück-
sichtigt., auch die entgeltumwandlung.

Durch die 1800 entgeltumwandlung zahlen sie fürs jahr ca. 460 we-
niger steuer, aufgeteilt auf monatlich 38 euro . Da auch die
1800 versicherungsfrei sind verlieren sie aufs jahr gesehen 1,57 ge-
ringere gesetzliche rente.
Lassen sie sich aber von scharlatanen nicht irre machen , für sie passt
die riesterrente schon und es wird auch später die hälfte nicht für
grundsicherung angerechnet.

Mit freundlichen Grüßen.