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Stilllegung Unterstützungskasse

von
Speedy

Hallo!

Ich habe zum einen eine private Rentenversicherung, die aus meinem Weihnachtsgeld finanziert wird. Zusätzlich habe ich eine RiesterPremiumrente bei der DWS abgeschlossen (diese aber relativ niedrig).

Seit einigen Jahren zahle ich auch noch in eine betriebliche Altersvorsorge ein (Unterstützungskasse). Nun überlege ich, diese stillzulegen und die frei werdenden Beträge zusätzlich in die rieserrente einzuzahlen.

Jetzt meine Frage: Ist das sinnvoll, und ist das überhaupt möglich?

Ich würde mich über Antworten sehr freuen. Vielen Dank schon mal und herzlcihe Grüße

Speedy

von
Conzales

Hi Speedy,

auf meinen Eintrag werden einige Folgen, in denen gesagt wird, dass &#34;riestern&#34; sich nicht lohnt. Ich bin anderer Meinung, aber Fakt ist: Riester ist nicht wirklich der Hit. Aber: Das Geld ist sicher und mann kann staatliche Zulagen absahnen, die da sind: 114 Euro Grundzulage plus 138 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind. Die vollen Zulagen gibt es aber nur, wenn man 3% des sozialversicherungspflichtigen Einkommens einzahlt. Also: Wenn man riestert, dann bitte richtig, damit es sich lohnt.

Die Redaktion hat darüber einen Film gemacht (&#34;Aber bitte mit Zulage&#34;). Links oben unter Videos zu finden. Für den grausligen Zulagenantrag gibt es auf der Homepage hier eine Ausfüllhilfe.

Bin mal gespannt, was der Experte, &#34;Schiko&#34; und &#34;Amadé&#34; so sagen (letztere sind hier im Forum die Steuer- bzw Riester-Spezialisten).

von
Amadé

Wer in Sachen Altersvorsorge auf den Finanz- oder Sozialminister setzt, ernennt den Hund zum Hüter des Wurstvorrats.

Ich mache es mir bequem und verweise auf folgenden hervorragenden Beitrag von Bernhard:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=30228&#38;dekade=1

Sollten Sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sein, werfen Sie mit Ihrer &#34;Vorsorge&#34; nur unnötig Geld zum Fenster hinaus, beachten Sie UNBEDINGT in Sachen Betriebliche Altersversorgung folgendes:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=8986&#38;dekade=1

In meinen Beiträgen drücke ich mich ein wenig drastischer aus:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=39668&#38;dekade=1

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=39723&#38;dekade=1

Zusammenfassung

Der Staat fördert nicht &#34;reinen Herzens&#34;. Er holt sich seine &#34;Förderung&#34; mittels folgender Stellschrauben, denen niemand entgehen kann, mehr oder weniger komplett zurück:

1. Je mehr vorgesorgt wird, desto mehr wird das Leistungspaket der Rentenversicherung eingedampft. Wie ein Damokles-Schwert steht auch die Möglichkeit im Raume, das künftig die Altersversorgung auf die Gesetzlichen Renten angerechnet wird. Stichwort: Überführung der Gesetzlichen Rentenversicherung in das bereits bestehende Grundsicherungssystem!
2. Abschöpfen der Ersparnisse durch Vollverbeitragung bei der Kranken- und Pflegeversicherung
3. Abschöpfen durch den Finanzminister - die Instrumente der Totalüberwachung sind schon geschaffen!!!

In den letzten Jahrzehnten sind die Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung von Jahr zu Jahr immer mehr ausgedünnt und das Rentenniveau immer mehr gesenkt worden. Sollte Ihnen hier jemand vorgaukeln, dass dieser Prozess gestoppt oder gar umgekehrt werden könnte, der macht Ihnen was vor.

Die im Grundgesetz verbriefte Garantie können Sie in der Pfeife rauchen! Siehe dazu folgender Beitrag von Bernhard

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=52136&#38;dekade=1

Abschliessend noch ein Wort zu privaten Rentenversicherungen.

Diese sind überwiegend ein grottenschlechtes Geschäft für den Versicherten!

Studieren Sie hierzu unbedingt das Merkblatt des Bundes der Versicherten:

http://www.bundderversicherten.de/bdv/Merkblaetter/RENTENV.pdf

von
Schiko..

Will versuchen auf ihre zahlreichen, dennnoch mageren
fragen einzugehen. Ich hoffe, sie sind nicht so empfindlich
sich angegriffen zu fühlen.

1) Eine private rente nur aus dem weihnachtsgeld kann
nun wirklich nicht sehr hoch ausfallen. Vorteil, wenn
dies so bleibt, hier gilt später der ertragsanteil-sogar
jetzt ermäßigt- für die steuerberechnung bei renten-
gewährung.

2) Scheinbar besteht auch eine riesterrente( Premium ?).

Warum die summe gering ist kann ein geringes brutto-
einkommen sein oder sie gehen das risko ein, nicht die
volle zulage zu bekommen. Bekanntlich müssen es 3%,
ab 2008 4% des vorjahresbrutto sein.

3) Unverständlich auch, überall spricht man von den drei
standbeinen für die künftige altersabsicherung, auch
von der betrieblichen unterstützungskasse und sie
wollen diese scheinbar aufgeben.
Einkommen , lebensalter und familienstand nennen sie über-
haupt nicht. Auch für sie der satz &#34;Wer wenig sät,erntet meist wenig&#34;

Auffallend aber, dass auch beiträge in die gesetzliche rente ab-
geführt werden erwähnen sie überhaupt nicht.
Nur ein kleines Beispiel einer beitragsleistung für das jahr 2007.
Bei 29.488 soz.versicherungspflichtiges brutto werden für der-
zeit 26,27 rentenwert(RW) 5.868,11 gesamtbeitrag aufge-
bracht. Immerhin vom versicherten 2.934,05 fürs jahr 2007.

Erlaube mir schon den hinweis, wäre bei erhöhungen in der
gesetzlichen der riesterfaktor nicht eingebaut, würden die
erhöhungen- wenn überhaupt- auch höher ausfallen.
Voller stolz wird verkündet, jetzt sind es bereits 8 Mio die
riester abgeschlossen haben.
Frage mich schon, was wäre denn, wenn alle die in die gesetz-
liche einzahlen auch eine riester abschließen würden ?

Nicht auszudenken wieviel für zulagen steuergelder aufzubringen wären.
Dies will aber nicht heißen, dass ich gegen diese rente bin.
Lukrativ für geringverdiener und kinderreiche, dies steht außer zweifel.

Mit freundlichen Grüßen-

von
Maria L.

Bestehende Verträge stillzulegen kann u.U. teuer sein. Möglicherweise werden ruhende Verträge mit höheren Verwaltungskosten belastet oder mit weniger Überschüssen bedacht als weitergezahlte Verträge. Falls das so sein sollte, sind vielleicht auch Beitragsreduzierungen möglich.

Freiwerdende Sparbeiträge sollten Sie dann lieber in Aktienfonds anlegen und auf eine hohe Rendite hoffen, um die dramatischen Rentenkürzungen ausgleichen zu können.

Argumente für eine hochrentable Vorsorge finden sich auch in einem Beitrag von Bernhard, den ich hier auszugsweise zitiere:

&#34;Denn den meisten Versicherten ist nicht klar, dass Altersvorsorge überhaupt nur möglich ist, wenn eine reale interne Rendite (Rechnungszins einer lebenslangen aufgeschobenen Leibrente, keine Inflation) von etwas über 2 % erreicht wird, d.h. also derzeit mindestens 4 % nominal, was die gesetzliche Rentenversicherung schon jetzt nicht mehr stemmen kann.

Darunter wird die Lage prekär, d.h. es ist nicht mehr möglich, mit bezahlbaren Vorsorgeaufwendungen (etwa bis zu 1/4 des Einkommens) wenigstens
die Hälfte dieses Einkommens als Leibrente gerechnet mit einer realistischen (Perioden-) Sterbetafel (destatis) zu erreichen, ohne Berücksichtigung eventuell steigender Lebenserwartung.

Das heißt aber auch, dass die demnächst 2,25 % Garantiezins auf den Sparanteil privater aufgeschobener Leibrentenversicherungen (also ca. 1 % bis 1,5 % auf die Beitragssumme) ebenfalls völlig unzureichend sind. Wenn Politiker bei der privaten zusätzlichen Vorsorge also auf solche Instrumente setzen, dann sind sie entweder von der Assekuranz-Lobby gekauft oder Idioten. Der Verdacht liegt nahe, vor allem wenn man bedenkt, dass die gewaltigen zu erwartenden Sterblichkeitsgewinne nicht wie bei Gewinnen aus Kapitalerträgen zu 90 % den Versicherten gutgeschrieben werden müssen.

In 20 Jahren wird man verstanden haben, dass die ausschliessliche (angebliche) Förderung bzw. Propagierung von Leibrenten ein schwerer Fehler war, und dass nur hochrentable und folglich auch nicht risikolose Kapitalanlagen ermöglicht hätten, die Katastrophe zu vermeiden, wenigstens für einen Teil der Versicherten.

Ebensowenig wie Staat und Politik in der Lage waren, in der gesetzlichen Rentenversicherung für die geburtenstarken Jahrgänge (Baby-Boomer) rechtzeitig Reserven zu bilden (das Problem war schon vor 30 Jahren klar erkennbar), begreift man da jetzt, dass es für Konzepte privater Vorsorge zu spät ist, die für maximale Sicherheit konstruiert und von absolutem Misstrauen gegenüber den Bürgern geprägt sind, weil das eben der Rendite schadet.&#34;

Siehe http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=45211&#38;dekade=5

Experten-Antwort

Sie sollten die Rendite, die Kosten, die steurlichen und sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen abwägen.

Ohne weitergehende informationen und Kenntnisse Ihrer persönlichen Situation und Ihrer Ansprüche an die Versorgung im Alter kann die gestellte Frage nicht allgemein beantwortet werden. Möglicherweise nehmen Sie eine -allerdings kostenpflichtige - Beratung durch die Verbraucherschutzverbände in Anspruch. Dort kann unter Vorlage aller Unterlagen eingeschätzt werden, was in Ihrer Situation sinnvoll erscheint.

von
Speedy

Hallo,

danke für Ihre Anregungen.

Ich möchte dann gerne noch ein paar Daten angeben:

Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Aufgrund von Krankheit bin ich nicht mehr voll berufstätig, daher das magere Bruttoeinkommen von 1800 Euro.

Ich zahle in die gesetzliche Rentenversicherung ein (ca. 22 Beitragsjahre), dazu 200 Euro monatlich in die betriebliche Altersvorsorge (erst seit 3 Jahren), 100 Euro in eine Kapitallebensversicherung (seit 14 Jahren), jährlich 1500 Euro vom Weihnachtsgeld in eine private Rentenversicherung (Cosmos seit 8 Jahren) und 50 Euro monatlich in die DWS Riesterrente Premium seit letztem Jahr. Letztere würde ich gerne aufstocken - wegen der zu erwartenden höheren Rendite. Dazu müßte ich aber etwas anderes kürzem da aufgrund des niedrigen Bruttos nicht mehr zur Verfügung steht.

Entschuldigung für die mageren Angaben-ich habe da nicht richtig nachgedacht.

vielen Dank für hre Anregungen.

Viele Grüße

Speedy

von
:.:.:

Lieber speedy, vergessen Sie vor lauter Vorsorge bitte das Leben nicht!

von
Maria L.

Alle Achtung, Sie sparen aber viel - gemessen am Bruttoeinkommen sind das über 25%.

Gerade bei einem relativ hohen Sparbetrag sollte aber auch am Ende was herauskommen. Sie bräuchten eine gute qualifizierte und vor allem produktunabhängige Beratung, die alle Aspekte würdigt.

Da Sie so viele Versicherungen haben: ab 01.01.2008 gibt es eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes, dann sind Versicherungsvermittler stärker als bisher verpflichtet, eine umfassende Beratung durchzuführen und zu dokumentieren und mehr Informationsmaterial auszuhändigen.

Eine wirklich unabhängige Beratung bekommen Sie aber wohl nur, wenn Sie dafür bezahlen. Bei herkömmlichen Verträgen zahlt man die Provision des Vermittlers indirekt über die Beitragszahlungen mit. Neben Verbraucherzentralen soll es auch unabhängige Versicherungsberater/-makler geben, die gegen Beratungsgebühr tätig werden - genaueres weiß ich dazu aber nicht.

Ich kann Ihnen aus meinem unvollkommenen Wissen folgende Hinweise geben:

• Private Rentenversicherungen gelten als wenig rentabel. Sie lohnen sich am meisten für Menschen mit einer sehr langen Lebenserwartung. Wenn Sie jetzt schon chronisch krank sind, haben Sie möglicherweise eine nicht so lange Lebenserwartung, so daß gerade diese Art der Absicherung weniger sinnvoll erscheint. Im Fall von Hartz IV muß die private Rentenversicherung (bis auf grausam niedrige Freibeträge) gekündigt und aufgebraucht werden. Was passiert mit Ihrer Privatrente, wenn Sie vor Rentenbezug sterben? Gibt es eine Beitragsrückerstattung an Ihren Ehepartner/in? Was, wenn Sie kurz nach Beginn des Rentenbezugs sterben? Wird die Rente dann an Ihren Ehepartner/in weitergezahlt? Diese Fragen sollten Sie für sich klären. Mir erscheint diese unter Ihren Versicherungen am wenigsten sinnvoll.

• Bei der Kapitallebensversicherung kommen Sie wohl noch in den Genuß der Steuerfreiheit bei Auszahlung im Rentenalter? Dann sollten Sie diese Versicherung wohl am ehesten beibehalten (die Kündigung von Kapitallebensversicherungen ist nur für die Versicherungsgesellschaft ein gutes Geschäft). Hohe Überschüsse sollten Sie aber lieber nicht erwarten, sondern sicherheitshalber nur mit dem Garantiezins rechnen (der bei Ihnen auch noch höher sein dürfte als die aktuellen mageren 2,25%). Im Fall von Hartz IV muß die Lebensversicherung ebenso wie die Rentenversicherung gekündigt und aufgebraucht werden.

• Riester-Renten-Verträge gelten als sehr kostspielig und deshalb renditeschwach, es sei denn, man hat eine hohe Förderquote. Ohne Kinder ist Ihre Förderung nicht so hoch, aber immerhin gibt es hier eine gewisse Hartz IV - Sicherheit (bis zum 60. Lebensjahr, danach nicht mehr).

• Läuft die Unterstützungskasse über Entgeltumwandlung? Zahlt der Arbeitgeber etwas dazu (der Arbeitgeber sollte mindestens das zahlen, was er an Sozialabgaben einspart)? Bei betrieblicher Altersvorsorge über Entgeltumwandlung gibt es immerhin einige Vorteile: Steuerstundung durch nachgelagerte Besteuerung, Hartz IV - Sicherheit bis zum 60. Lebensjahr. Haben Sie hier eine Absicherung des Ehepartners? Großer Nachteil jeder betrieblichen Altersvorsorge: Auszahlungen sind voll beitragspflichtig in Kranken- und Pflegeversicherung (obwohl Sie jetzt schon einen halben KV-/PV-Beitrag auf Ihr Einkommen zahlen, müssen Sie später nochmal doppelt so viel dazuzahlen). Bei Arbeitgeberwechseln sind betriebl. AV auch eher ein Klotz am Bein - Übertrag oft nur mit Verlusten möglich.

• Generell gilt: alle Versicherungsverträge sind dem Staat bekannt, ebenso alle Bankkonten. Alle Auszahlungen von Kapital/Renten werden dem Staat gemeldet, so daß sich niemand vor der Steuer- und ggf. Sozialabgabenpflicht drücken kann. Bei Geldmangel des Staates in der Zukunft kann durch Gesetzesänderungen in alle sowieso staatlich beaufsichtigten Verträge leicht eingegriffen werden.

• Einigermaßen sicher vor dem Zugriff des Staates ist nur Kapital, daß Sie selber eigenverantwortlich aus Ihrem Nettoeinkommen ansparen. Die Kapitalerträge müssen zwar versteuert werden (demnächst mit der geplanten Abgeltungssteuer von 25-30%), aber auf Kapitalerträge zahlen Sie wenigstens im Normalfall keine KV-/PV-Beiträge. Das Geld können Sie unreglementiert verwenden, auch schon vor dem Rentenalter, wenn beispielsweise krankheitsbedingt hohe Kosten entstehen. Das Geld können Sie auch problemlos vererben. Im Fall von Hartz IV muß das Geld allerdings verbraucht werden.

• Sehen Sie sich mal die Seite www.finanzuni.org an (angefangen mit der Bibliothek). Zum Thema Vorsorge über das Sparen in Aktienfonds ist das die beste Internet-Seite, die ich kenne. Möglicherweise überzeugt Sie die dortige Argumentation so, daß Sie einige Ihrer Verträge ruhend stellen und stattdessen regelmäßig in Aktienfonds sparen - auch wenn da als Risiko die fehlende Hartz IV- Sicherheit besteht.

• Suchen Sie auch hier im Forum nach alten Beiträgen von &#34;Bernhard&#34;. Die zu lesen lohnt sich immer.

Experten-Antwort

Wegen der Neuralität zu der wir verpflichtet sind: ohne auf die vorangegangenen recht konkreten Ratschläge bezogen auf einzelne Produkte eingehen zu können, schießen wir uns dem Rat an, die weitere Vorgehensweise bei einer Verbraucherzentrale zu klären.

Auch die Angaben, die Sie freundlicherweise nachgeliefert haben, reichen noch nicht ganz für eine optimale Beurteilung des Falls aus, so sollte die einzelnen Vertragsbedingungen durchgegangen werden und Ihre individuellen Wünsche noch Berücksichtigung finden.