Streichung Krankengeld - Rente

von
rolandmariacher

Ich bin seit Dezember 2011 an Leukämie erkrankt. Chemo, Strahlentherapien, Operationen folgten das gesamte Jahr 2012.
Reha Antrag wurde im Frühjahr 2012 gestellt und bewillgt. Im Oktober Stammzellentransplantation erfolgt - Reha konnte somit nicht angetreten werden, da ich immer wieder in der Klinik war und nach wie vor wöchtentlich in die Klinik muss.

. Nun im Dezember Schreiben der AOK dass ein Rentenantrag gestellt werden muss, da die DRV den ursprünglichen Rentenantrag als gegenstandslos erklärt hat.

Was tun? Ich bin 32 Jahre alt, habe einen Sohn mit 1,5 Jahren und eine Partnerin.

Möchte nicht in Rente gehen, sondern hätte schon die Absicht, sofern das mit der Transplantation u. der Folgetherapie gut geht, wieder arbeiten zu gehen.

AOK will mir nun das Krankengeld streichen.?

Könnten sie mir bitte einen Rat/Info geben.

Besten Dank.

von
Arbeitnehmer

Stellen Sie den Rentenantrag und wenn Sie wieder Fit sind gehen Sie wieder an die Arbeit.

Gute Besserung und viel Glück.

von
oder so

Die Erkenntnis aus Ihrer Erkrankung müsste eigentlich sein, dass Wunsch und Wirklichkeit manchmal weit auseinander liegen - aber das nur am Rande!

Wegen derselben Krankheit steht Krankengeld (KG) für max. 78 Wochen ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit (AU) zu. Ein Jahr davon ist also mittlerweile um. Wenn die Krankenkasse (KK) aufgrund eines Gutachtens (!) der Meinung ist, dass Sie nicht nur AU sondern erwerbsgemindert (EM) sind, dann kann (Ermessen!) sie Sie schriftlich auffordern, einen Reha(!)-Antrag zu stellen. Dieser Aufforderung sollten Sie innerhalb von 10 Wochen (wenn die Rente höher ist als das KG eher, wenn die Rente geringer ist erst gegen Ende der Frist) nachkommen, da sonst das KG bis zur Stellung des Antrags zum Ruhen kommt! Aus freien Stücken können Sie auch einen Antrag auf EM stellen, damit ist die KK auch einverstanden.

Ob es zur Bewilligung einer Rente kommt prüft die Rentenversicherung - solange eine Entscheidung aussteht wird das KG weiter bezahlt, ggf. schließt sich am Ende des KG noch Arbeitslosengeld (ALG) an.

Eine mögliche Erwerbsminderung, bei der eine Besserung möglich bis wahrscheinlich ist wird allenfalls auf Zeit gewährt. Evtl. mit dem Arbeitsgeber über ein Ruhen der Beschäftigung sprechen, falls es zur Rente kommt.

Es sei Ihnen vergönnt, dass Sie wieder vollständig genesen - nur im Moment müssen Sie auf die vorliegenden Tatsachen und Umstände reagieren!

Experten-Antwort

Nach §51 SGB V hat die Krankenkasse die Möglichkeit, Sie innerhalb einer 10-Wochenfrist aufzufordern einen Antrag auf Reha zu stellen. Diese wurde Ihnen ja bewilligt. Aufgrund Ihrer Akutbehandlungen waren und sind sie ggf. nicht Reha- fähig. Erfragen Sie vorerst bei der Rentenversicherung ob der Bewilligungsbescheid noch rechtskräftig ist. Eventuell müssen Sie erneut einen Antrag auf medizinische Reha stellen. Das Sozialgesetzbuch sieht vor, dass im Falle einer erfolglos durchgeführten Reha bzw. wenn vor Antritt der Reha kein Erfolg zu erwarten ist, der Reha-Antrag umgedeutet wird in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Sie sind somit in ihren Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt.
Die Krankenkasse kann Sie also auffordern in Reha zu gehen und indirekt kann es dadurch zu einer Art „Zwangsverrentung“ ohne Ihren Willen kommen. Sehen Sie dies jedoch nicht so nachteilig für Sie. Selbst wenn die Rente bei Ihnen bewilligt wird, es ist eher als Absicherung zu sehen. Sie können, wenn Sie sich gesundheitlich in der Lage fühlen, hinzuverdienen. Ggf. erhalten Sie dann nur eine Teilrente.

von
Anita

Zitiert von: rolandmariacher

Was tun? Ich bin 32 Jahre alt, habe einen Sohn mit 1,5 Jahren und eine Partnerin.
Möchte nicht in Rente gehen, sondern hätte schon die Absicht, sofern das mit der Transplantation u. der Folgetherapie gut geht, wieder arbeiten zu gehen.


Transplantation und Folgetherapie werden ja sicher noch geraume Zeit dauern. Und ihre Rente wird höchstwahrscheinlich befristet sein. Nach den meisten Tarifverträgen ruht das Arbeitsverhältnis dann nur.
Selbst während der Rentenzahlung hindert Sie niemand daran, arbeiten zu gehen, die Rente wird dann nur entsprechend gekürzt oder entfällt.