Student, Mini-Job: Rentenaufstockung: Ja oder Nein?

von
LessiL

Hallo,

ich würde gerne eine Expertenmeinung, ob Sie mir zu einer Aufstockung der Rentenbeiträge raten können.

Zu meiner Person:

Ich bin 28 Jahre alt (Geburtsjahr 1981), schließe mein Studium in diesem Jahr ab und habe neben meiner zweijährigen Berufsausbildung vermutlich noch keine anrechenbaren Zeiten für die Rentenversicherung.

Nun beabsichtige ich einen 400 Euro-Job (nicht in einem Privathaushalt) aufzunehmen, bei dem ich die Möglichkeit habe, meine Rentenbeiträge freiwillig aufzustocken.

Was ich bereits jetzt verstanden habe, ist dass ich bei 400 Euro/Monat 19,60 Euro monatlich als Aufstockungsbeitrag zahlen kann und mir diese Aufstockung pro komplettes Beitragsjahr meine spätere Altersrente um ca. 4,25 Euro pro Monat erhöht.

Dies allein würde mich aber noch nicht zum Verzicht auf 19,60 Euro/Monat veranlassen.

Neben der Rentenhöhe, habe ich folgendes dort gelesen:

"Wer freiwillig aufstockt, kann auch das volle Leistungsspektrum der Rentenversicherung in Anspruch nehmen, zum Beispiel Rehabilitationsleistungen, Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, vorgezogene Altersrente."

Welche Vorteile genau kann dies bedeuten?
Welche Nachteile können sich evtl. daraus ergeben? (vor allem bei einer evtl. Arbeitslosigkeit nach dem Studium)

Mit freundlichen Grüßen
Jessica

von
RFn

Pflichtbeiträge im V-Konto können nur Vorteile bringen.
Arbeitslosengeld dürften Sie mangels erfüllter Anspruchsvoraussetzungen nicht erhalten, lediglich Anrechnungszeiten (AZ) als Arbeitssuchender, wenn Sie bei der ARGE (Arbeitsamt) gemeldet sind.
Für diese AZ gibt es aber keinen Cent an Rente mehr, sie werden nur für die Erfüllung der Wartezeiten für vorgezogene Altersrenten gewertet.

Experten-Antwort

Ob man bei Ausübung einer geringfügigen Tätigkeit auf die Versicherungsfreiheit verzichten will, ist letztendlich eine Entscheidung, die man selber treffen muss, zumal dafür eine Gegenleistung fällig wird. Allerdings erhält der Minijobber, der aufstockt, bei einem relativ geringen finanziellen Aufwand höhere Leistungen aus der Rentenversicherung. Aufgrund der Aufstockung wird das Arbeitsentgelt in vol-ler Höhe bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Die Beschäftigungsdauer wird in vollem Umfang auf die Wartezeit angerechnet, die Voraussetzung für die Gewährleistung von Renten und Rehaleistungen ist. Minijobber können auch durch die Aufstockung des Rentenversicherungsbeitrages die Zugangsvoraussetzungen für die „Riester-Förderung“ erfüllen.

von
Lessi

Danke!