Studieren trotz EU-Rente?

von
Fragezeichen

Guten Tag,
ich habe soeben einen Beitrag gefunden, in dem o.g. Thema behandelt wird. Darin hieß es, dass es grundsätzlich möglich ist, zu studieren.
Dennoch habe ich dazu noch die ein oder andere Frage.

Ich beziehe ebenfalls eine unbefristete EU-Rente und spiele mit dem Gedanken Sozialarbeit zu studieren.

Allerdings müsste ich für o.g. Studium vorab ein Praktikum (ich meine 3 Monate) absolvieren.

Als Alternative hätte ich die Möglichkeit in den Niederlanden Teilzeit zu studieren. Das würde bedeuten, ich müsste einen Tag in der Woche dort hin, und die restliche Zeit müsste ich ein Praktikum machen.

Ist das möglich?

Vielen Dank im voraus.
Mit Gruß
Fragezeichen

Experten-Antwort

Klären Sie solche Fragen immer vorrangig mit dem für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger - nicht in einem anonymen Online Forum - ab.

Niemand kennt Ihren Fall bzw. die der sozialmedizinsichen Leistungsbeurteilung zugrunde liegenden ärztlichen Unterlagen.

Bei einem auch für Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellten Restleistungsvermögen von unter drei Stunden täglich, wäre bei Ausübung eines Praktikums durchaus zu prüfen, inwieweit dies mit den bisherigen Sozialmedizinsichen Feststellungen vereinbar ist.

MfG

von
Dipl.-Dipl

Als Rentner steht es Ihnen frei, Ihre Freizeit so zu nutzen, wie es Ihnen richtig erscheint.

Als Student sind Sie kein Arbeitnehmer, erzielen also kein Einkommen und sind versicherungsfrei. Die DRV geht das auf Pöbeldeutsch gesagt einen Scheißdreck an.

"Allerdings müsste ich für o.g. Studium vorab ein Praktikum (ich meine 3 Monate) absolvieren."

Wenn Ihr Praktikum ohne Entgeltleistung bzw. bei Entgelt unter den gesetzlich festgelegten Einkommensgrenzen bleibt, können Sie Tun und Lassen, was Sie wollen.

Mir hat ne LVA trotz Studiums die EU-Rente problemlos ausgezahlt. :-)))

Wir streiten uns "nur" noch darum, ob die die Kosten für das erfolgreiche Studium, immerhin Nummer 3 der besten Absolventen von zwei Semestern, ob die DRV XY das noch zahlen muß.

In Ihrem Fall gilt:
Alles was die DRV nicht weiß, macht die auch nicht heiß. Und so lang Sie keinerlei Unterstützung beanspruchen können, sollten Sie die DRV nicht informieren.

Bürokratische Systeme entwickeln da schon mal eine Dynamik zu Lasten des Betroffenen.

In diesem Sinne:

Wer Bürokraten fragt wird in der Regel verlieren.

von
Sozialer Arbeitgeber

"Bei einem auch für Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellten Restleistungsvermögen von unter drei Stunden täglich, wäre bei Ausübung eines Praktikums durchaus zu prüfen, inwieweit dies mit den bisherigen Sozialmedizinsichen Feststellungen vereinbar ist."

Typische Antwort eines Bürokraten, die sachlich und faktisch falsch ist.

Ich habe einer psychisch Kranken per Praktikum die Gelegenheit gegeben sich an Arbeit und Arbeitsstreß langsam zu gewöhnen. Deren Arbeitsleistung war nicht vergleichbar mit der einer Fachkraft. Warum denn auch? Die Praktikantin erhielt Krankengeld von der Krankenkasse. Anschließend, nachdem die Frau selbst festgestellt hatte, daß sie wieder voll arbeitsfähig war, dank des Praktikums, erhielt sie einen Arbeitsvertrag, der leider wegen der begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel nur befristet war.

Sehr geehrter Experte, Sie und Ihr medizinischer Dienst haben NULL Ahnung von der Rehabilitation Behinderter. Sie wissen ja: Wer heilt hat Recht!

von
Fragezeichen

Hallo,

danke Ihnen, "Sozialer Arbeitgeben" und "Dipl.-Dipl." für Ihre Antworten...

Mmmh...Gibt es nicht Probleme, bzgl. der Versicherung? Und muss ich an der FH nicht angeben, dass ich berentet bin?

@Sozialer Arbeitgeber:
Bzgl. des Praktikums ergeht es mir so wie Ihrer Klientin.
Auch ich möchte mich, auf eigene Faust, erproben, da mir von Seiten der DRV eine Reha verweigert wird...die Krankenkasse hat den Antrag ebenfalls zurück gewiesen...

Nun stehe ich da...möchte "was" tun, möchte schauen, in wie weit, meine Belastbarkeit vorhanden ist, und man lässt mich nicht :-(

Typisch deutsch ...oder?

von
?-?

was ist typisch deutsch, ihre Meckerei oder was

von
Antonius

Niemand hindert Sie daran, Ihre Belastbarkeit auszutesten. Scheitert Ihre "Belastungserprobung", wird man Ihnen Ihre Rente schon nicht entziehen. Anderenfalls wären Sie nicht mehr erwerbsgemindert und hätten somit auch keinen Rentenanspruch mehr. Was ist denn daran so "unfair" ? Merkwürdig ist es doch wohl wirklich, wenn jemand einerseits keine drei Stunden täglich mehr arbeiten kann aber andererseits dazu in der Lage ist, ein dreimonatiges Praktikum in Vollzeit zu verrichten. Da ist die Frage, ob in diesem Fall überhaupt noch volle EM vorliegt, durchaus berechtigt.

von
Fragezeichen

Ich glaube, ich werde wohl falsch verstanden..

Mir geht es darum, dass ich prüfen möchte, ob ich wieder arbeitsfähig bin... nicht mehr und nicht weniger. Ich habe nicht vor, irgend etwas "Unrechtes" zu tun...im Gegenteil... ich habe schließlich auch eine Reha beantragt, die abgelehnt wurde.
Da ich aber versuchen möchte, wieder ins Berufsleben zurück zu kehren, frage ich nun hier nach Möglichkeiten.
Ich habe nicht vor, die DRV zu betrügen, und frage deshalb hier nach.
Was sollte daran verwerflich sein?
Und ob ich defacto in der Lage bin, täglich mehr als 3 Std zu arbeiten, weiß ich erst, wenn ich es ausprobieren kann.
Also was sollen die Unterstellungen??

von
Dipl.-Dipl.

"Und muss ich an der FH nicht angeben, dass ich berentet bin?"

M.W. sind Sie nur verpflichtet einen Nachweis über Ihre Krankenversicherung zu erbringen. Die FH ist übrigens zur Geheimhaltung verpflichtet, wer bei ihr studiert.

"Nun stehe ich da...möchte "was" tun, möchte schauen, in wie weit, meine Belastbarkeit vorhanden ist, und man lässt mich nicht :-("

Probieren Sie es aus, niemand, außer Ihrer Behördenhörigkeit - typisch Deutsch - hindert Sie, oder ...?

von
Praktikumsgeber

"Merkwürdig ist es doch wohl wirklich, wenn jemand einerseits keine drei Stunden täglich mehr arbeiten kann aber andererseits dazu in der Lage ist, ein dreimonatiges Praktikum in Vollzeit zu verrichten."

Ich habe einer Frau, die im Prinzip erwerbsunfähig (vorübergehend) war, die Möglichkeit zu einem Praktikum gegeben. Die war Insassin einer psychiatrischen Tagesklinik.

Was meinen Sie wohl, was die am Anfang leisten konnte und am Ende? In Geldeinheiten ausgedrückt war das für mich ein Minusgeschäft, in der Geldeinheit Soziales war es was für die Gesellschaft Positives.

Ein Praktikum ist keine Arbeit und die Absolvierung eines Praktikums mit stark geminderten Leistungsforderungen ist kein Beweis für eine irgendwie geartete Erwerbsfähigkeit.

"Da ist die Frage, ob in diesem Fall überhaupt noch volle EM vorliegt, durchaus berechtigt."

Diese Frage ist erst am Ende berechtigt, aber nicht vorher.

von
Dipl.-Dipl.

"Also was sollen die Unterstellungen??"

Sich ganz einfach wichtig machen, obwohl hinsichtlich der Beurteilung der Materie keine Kompetenz vorliegt.

Probieren Sie also das aus, was Sie meinen zu können. Sie haben die Möglichkeit, sich von einem der Sozialverbände - Mitgliedsbeiträge sind niedrig - beraten zu lassen.

Meine punktuelle - aber durchaus generalisierbare - Erfahrung ist, daß man seitens der DRV überwiegend unvollständig und falsch beraten wird. Ich habe das nach Erlangung meiner Diplome mehrfach anonym (unter Angabe von Versicherungsnummern von Freunden mit deren Einverständnis)geprüft. Die von der DRV bzw. der LVA bzw. BfA haben sich noch nicht einmal einen Ausweis vorlegen lassen, selbst bei der Einsicht in ärztliche Unterlagen!!!

Was hier im Forum überwiegend geäußert wird, ist - wie Juristen gerne sagen - überwiegend unsubstantiiert. Gute Tips gibt es bestimmt seitens der "Experten", aber ansehen können Sie das den Tips nicht.

Die DRV-Leistungsträger täten gut daran dieses Forum zu schließen oder auf eine bessere und verbindlichere Auskunftsbasis zu stellen.

von
morgen

Guten Tag,

ich lese gerade diesen Betrag da ich im nächsten Jahr studieren möchte. Ich beziehe ebenfalls eine EU-Rente auf Zeit. Studien möchte ich nicht wegen nur beruflicher Aussichten sondern um mich geistig fit zuhalten.
Da meine Rente gering ist würde ich dann versuchen Bafög zu beantragen. Meine Frage: Muss dich dies der DRV melden wenn das Bafög unter 350€ liegt?

Experten-Antwort

Der Thread ist in der Tat interessant - diesen wieder ins Gespräch zu bringen ist doch ein wahrer Zufall...

Es steht Ihnen frei, als Bezieher einer vollen EM Rente auf Zeit nebenher gegen Arbeitsentgelt zu arbeiten - dabei die Hinzuverdienstgrenzen einzuhalten - oder zu studieren.

Bafög ist indes nicht mit Arbeitsentgelt gleichzusetzen - zumal es ja mangels ausr. Einkommen gewährt wird - und führt zu keiner Anrechnung auf die EM Rente. Ob Sie indes Bafög erhalten, kann online nicht beurteilt werden.

Zu den vorherigen Ausführungen, sei erwähnt, dass sich hier im Forum gerade zum Bereich Altersvorsorge und gesetzliche Rente sehr gute Beiträge befinden. Natürlich stößt man bei einer anonymen Online Hilfe auf Grenzen - eine individ. Rentenberechnung etwa, scheitert neben datenschutzrechtl. Problemen bereits an der Überprüfbarkeit der Daten. Gleiches gilt für die Überprüfung bzw. Beurteilung sozialmedizin. Sachverhalte.

Dafür aber gibt`s dann auch die Sachbearbeitung (mit sozialärztlichem Dienst) bzw. Berater in den Auskunfts und Beratungsstellen.

Darüber hinaus empfehle ich zum Vergleich einen Blick in die Foren der Krankenkassen oder Foren zum Steuerrecht und von Sozialverbänden - dann wissen Sie was Niveau hat und was nicht.

PS: Bedenken Sie bitte die Hinweispflichten im Rentenbescheid zur Mitteilung einer Beschäftigungsaufnahme und berücksichtigen Sie dabei das für Sie festgestellte Restleistungsvermögen.

Die Höhe und Funktionsweise der sogen. Hinzuverdienstgrenzen sind ebenfalls Ihrem Rentenbescheid zu entnehmen - nachzulesen i.ü. auch in § 96a Sozialgesetzbuch VI.

MfG