Stundenzahl bei Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung

von
otraholz

Rente wg. teilweiser Erwerbsminderung kann man erhalten, wenn man nur noch 3 bis unter 6 Stunden arbeiten kann. Bei Gewährung dieser Rente darf man bis zu einer individuellen Grenze hinzuverdienen. Ist es rentenschädlich, wenn man diese Grenze einhält, hierfür jedoch 6 oder mehr Stunden täglich arbeitet ?
Wird die Arbeitszeit vom RV-Träger geprüft oder ist ausschließlich der Bruttolohn maßgebend ?
Gibt es hierüber schriftliche Ausführungen und wo kann ich die finden?
Vielen Dank!

von
Mr. Heisenberg

R3.1 Teilweise Erwerbsminderung
Teilweise Erwerbsminderung liegt nach § 43 Abs. 1 S. 2 SGB 6 bei einem gesund-heitsbedingt eingeschränkten Leistungsvermögen auf 3 bis unter 6 Stunden täglich vor, gemessen an den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes. Nach dieser Gesetzesdefinition ist somit im Einzelfall festzustellen, wie viele Stunden täg-lich der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter den dort üblichen Be-dingungen erwerbstätig sein kann (abstrakte Betrachtungsweise). Ist nach dem fest-gestellten Leistungsvermögen von (medizinisch) teilweiser Erwerbsminderung aus-zugehen, liegt – vgl. § 89 SGB 6 >> [SGB 6 § 89 G0] – gleichzeitig auch volle Er-werbsminderung vor, wenn der Versicherte keinen seinem Leistungsvermögen ent-sprechenden Arbeitsplatz innehat, und der Arbeitsmarkt für ihn daher als verschlos-sen anzusehen ist >> [SGB 6 § 43 R3.2.2].
Für die Beurteilung des Rentenanspruchs kommt es mithin allein auf das festgestellte Leistungsvermögen an. Somit besteht für einen Versicherten mit einem Leistungs-vermögen zwischen 3 bis unter 6 Stunden täglich auch dann ein Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, wenn er tatsächlich mindestens sechs Stunden täglich auf Kosten seiner Gesundheit arbeitet. Die dabei erzielten Einkünfte sind nach § 96a SGB 6 zu berücksichtigen.

http://ir-http.drv.drv/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R3.1&a=true

Experten-Antwort

Der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente wird grundsätzlich durch Krankheit oder eine Behinderung ausgelöst. Bei einer Erwerbsminderungsrente wegen teilweiser Erwerbsminderung muss zudem eine teiweise Erwerbsminderung vorliegen, dass heißt dass der Versicherte außerstande ist unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 6 Std. täglich erwerbstätig zu sein.

Somit ist es rentenschädlich, eine Erwerbstätigkeit von über 6 Std. tgl. neben dem Bezug einer teilweisen Erwerbsminderungsrente auszuüben.
Selbstverständlich ist es vom Rentenversicherungsträger überprüfbar, in welchem Umfang eine Tätigkeit ausgeübt wird.

Eine Ausnahme der Regelung besteht dann, wenn die Tätigkeit auf Kosten der Kosten der Gesundheit ausgeführt wird.

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 13.12.2013, 11:40 Uhr]

von
otraholz

Danke für die Antworten, allerdings bleibt eine Rückfrage an den Experten: Nach der Anwort von Mr. Heisenberg, die offenkundig aus den rechtlichen Arbeitsanweisungen der DRV stammt, besteht für den Bezieher einer Rente wg. teilweiser Erwerbsminderung , auch dann der Anspruch weiter, wenn dieser 6 Stunden oder mehr arbeitet. Der Experte spricht jedoch davon dass dies "definitiv" rentenschädlich sei. Ich wäre für eine rechtlich verbindliche Antwort des Experten dankbar, da sich die Aufnahme einer solchen Tätigkeit sehr positv auf meine wirtschaftl. Situation auswirken würde.
Vielen Dank !

Experten-Antwort

Möglich wäre die Tätigkeitsausübung über 6 Stunden, wenn sie diese auf Kosten ihrer Restgesundheit ausüben.
Dies wird vom Sozialmedizinischen Dienst festgestellt.

von
Marcello

Zitiert von: otraholz

Danke für die Antworten, allerdings bleibt eine Rückfrage an den Experten: Nach der Anwort von Mr. Heisenberg, die offenkundig aus den rechtlichen Arbeitsanweisungen der DRV stammt, besteht für den Bezieher einer Rente wg. teilweiser Erwerbsminderung , auch dann der Anspruch weiter, wenn dieser 6 Stunden oder mehr arbeitet. Der Experte spricht jedoch davon dass dies "definitiv" rentenschädlich sei. Ich wäre für eine rechtlich verbindliche Antwort des Experten dankbar, da sich die Aufnahme einer solchen Tätigkeit sehr positv auf meine wirtschaftl. Situation auswirken würde.
Vielen Dank !

Wenn du über 6 Stunden arbeiten kannst, dann mach das doch. Ich finde deine Fragen echt blödsinnig. Willst du die Solidargeschmeinschaft ausnutzen? Du wirst schon sehen, was du davon hast, wenn du der Rentenversicherung zeigst, dass du mehr als 6 Stunden arbeiten kannst. Und zu Recht wird die Rentenversicherung dich dann überprüfen. Andere können wirklich nicht mehr als 6 Stunden arbeiten und bekommen wegen dir weniger Rente, weil du die Rentenkasse plünderst.

von
Marcello

Sorry liebe Expertinnen und Experten,

aber den Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen.

Seine eigene Meinung sollte man doch aber in dem Forum sagen dürfen.

von
Kerstin Püstel

[quote=2]
Der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente wird grundsätzlich durch Krankheit oder eine Behinderung ausgelöst. Bei einer Erwerbsminderungsrente wegen teilweiser Erwerbsminderung muss zudem eine teiweise Erwerbsminderung vorliegen, dass heißt dass der Versicherte außerstande ist unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 6 Std. täglich erwerbstätig zu sein.

Ich habe von einem Gutachter ein Gutachten mit folgendem Zitat: "Aus diesen genannten Gründen ist eine Tätigkeit bei dem positiven und negativen Leistungsbild auf 6 Std. zu begrenzen." Habe ich einen Anspruch auf eine teilweise Erwerbsminderung?