Tagesmutter

von
Lisa M.

Hallo, ich bin seit September 2014 als Tagesmutter tätig. Ich habe bisher den halben Regelbeitrag gezahlt. Nun hat sich die Anzahl der Kinder, die ich betreue, verringert, so dass ich nur noch unter 450,00 EUR Einkünfte habe und somit wohl keine Beiträge mehr zahlen werde. Ich möchte aber unbedingt weiter Pflichtbeiträge als Tagesmutter zahlen, um den Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente nicht zu verlieren. Welche Möglichkeiten habe ich?
Danke!

Experten-Antwort

Hallo Lisa M.,
Sie können sich auf Antrag pflichtversichern. Den Antrag stellen Sie bei Ihrem zuständigen Rententräger bzw. bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
Den monatlichen Beitrag können Sie im Prinzip frei wählen, mindestens beträgt er zur Zeit 83,70 Euro.
Vielleicht bleibt Ihnen aber die Zeit und Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich einen Minijob aufzunehmen? Dann hätten Sie ggf. auch einen Pflichtbeitrag um den Erwerbsminderungsschutz aufrecht zu erhalten aber erheblich niedrigere Beitragskosten.
Lassen Sie sich hierzu bitte beraten!

von
Tagesvater

..., so dass ich nur noch unter 450,00 EUR Einkünfte habe und somit wohl keine Beiträge mehr zahlen werde.

... und Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich einen Minijob aufzunehmen?...

So gibt es Sinn:

Nicht zusätzlich sondern das "Tagesmuttergeschäft" als Minijob. Mit sehr geringem Eigenbeitrag bleibt der Erwerbsrentenschutz erhalten.

von
Feli

Welche VP auf Antrag für eine geringfügig tätige Tagesmutter soll das denn sein, bei der man die Beitragshöhe auch noch frei wählen kann?
Entweder liegt VP als Tagesmutter vor, jedoch keine Beitragspflicht, wenn die Einkünfte geringfügig sind, oder man zahlt halt den Regelbeitrag.
Regeln Sie es über einen Minijob, das ist für die Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen sinnvoller.

von
MS

Zitiert von: Experte/in
Hallo Lisa M.,
Sie können sich auf Antrag pflichtversichern. Den Antrag stellen Sie bei Ihrem zuständigen Rententräger bzw. bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
Den monatlichen Beitrag können Sie im Prinzip frei wählen, mindestens beträgt er zur Zeit 83,70 Euro.
Vielleicht bleibt Ihnen aber die Zeit und Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich einen Minijob aufzunehmen? Dann hätten Sie ggf. auch einen Pflichtbeitrag um den Erwerbsminderungsschutz aufrecht zu erhalten aber erheblich niedrigere Beitragskosten.
Lassen Sie sich hierzu bitte beraten!

Hierbei handelt es sich in dreifacher Hinsicht um eine unzutreffende Auskunft.

1. Eine Pflichtversicherung auf Antrag gem. § 4 Abs. 2 SGB VI scheidet in diesem Fall aus, da die betroffene als selbstständige tätige Erzieherin (die keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt) bereits dem Grunde nach versicherungspflichtig ist (vgl. RAA zu § 4 SGB VI, Abschnitt 3.5)

2. Selbst wenn eine Pflichtversicherung auf Antrag begründet werden könnte, würde sie für die Dauer, in der die Tätigkeit nur geringfügig ausgeübt worden ist, versicherungsfrei gem. § 5 Abs. 2 S. 1 Nr. 2 SGB 6 (vgl. R3.6).

3. Bei einer Antragspflichtversicherung kann die Höhe des Beitrag nicht frei gewählt werden. Es gelten dieselben Vorschriften wie bei anderen selbstständigen Versicherungspflichtigen auch (d. h. halber Regelbeitrag in der Gründungsphase, danach Regelbeitrag oder alternativ einkommensbezogene Beiträge), lediglich mit der Maßgabe des § 165 Abs. 3 SGB 6, dass bei einkommensbezogenen Beiträgen auch das steuerliche Einkommen aus nicht selbstständiger Tätigkeit berücksichtigt wird. Eine freie Wahl der Beitragshöhe gibt es nur bei der freiwilligen Versicherung gem. § 7 SGB 6. In diesem Fall kann jedoch nur noch ausnahmsweise ein Erwerbsminderungsschutz aufrecht erhalten werden.

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