tausend Fragen

von
Angie

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich bereits hier im Forum etwas eingelesen, aber denoch bestehen noch meinerseits Fragen.
Ich bin seit 9 Monaten erkrankt, bin Angestellte und bekomme Krankengeld. Nun wurde mir eine Reha genehmigt. Falls vom behandelten Arzt der Reha eine teilweise Erwerbsminderung (z.Bsp. 5 Std. noch arbeiten möglich) vorgeschlagen werden sollte !
wie ist dann der weitere Werdegang ganz konkret ???
Ich werde doch wohl kaum bei der Reha ein Attest für meinen Chef in die Hand gedrückt bekommen und arbeite dann von mir aus 5 Stunden ???
Wie erfolgt dann die Bezahlung, die 5 Stunden bezahlt mein Arbeitgeber und weiter.... ???
Wie muß ich mich verhalten, geht alles automatisch seinen Weg ????
Für mich alles Neuland, bräuchte dringend Hilfe und möchte nichts falsch machen. Meine Nerven liegen leider etwas blank.
Ich bedanke mich ganz herzlich.
Angie

von
-_-

Sie sollten erst einmal die Reha abwarten und deren Ergebnis. Vorher kann man auch zum Gesundheitszustand und den Rentenansprüchen wenig Konkretes sagen. Im Rahmen der Auswertung des Reha-Ergebnisses wird dann geprüft, ob für Sie ein formularmäßiger Rentenantrag überhaupt zu stellen ist. Ggf. gilt das Datum des Reha-Antrags als Antragsdatum des Rentenantrags. Sie können dann wählen, ob Sie das wollen oder lieber weiter arbeiten.

Das gilt jedoch dann nicht, wenn Sie die Krankenkasse oder Agentur für Arbeit zur Reha-Antragstellung aufgefordert hatten. Dann ist Ihr Dispositionsrecht eingeschränkt. Der umgedeutete Rentenantrag kann dann nur mit Zustimmung des vorrangig verpflichteten Leistungsträgers zurückgenommen werden. Da diese Zustimmung normalerweise nicht erteilt wird, haben Sie eigentlich keine Wahl, als den formularmäßigen Rentenantrag einzureichen. Anderenfalls würde Ihnen das Kranken- oder Arbeitslosengeld versagt, weil Sie nicht mitwirken. Das klingt alles sehr kompliziert und ist es für den Laien auch. Daher helfen Ihnen bei Bedarf die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung für Sie kostenfrei. Die Adressen finden Sie nach Eingabe der Postleitzahl Ihres Wohnortes unter
Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.

von
Angie

Danke für die Auskunft und trotzdem blicke ich noch nicht so durch.....

Mein Arzt schlug mir als 1.vor eine medizinische Reha wahr zunehmen und dies tat ich
auch. Danach kam die Krankenkasse und schickte mir ein Schreiben Paragraph ...
und so weiter zu, dass ich innerhalb glaube 10 Wochen diesen Antrag zu stellen habe.
Ja, und nun stehe ich da.
Wie sieht das dann konkret aus, wenn 5 Stunden zum Beispiel arbeitsmäßig noch möglich
wären lt. Reha-Arzt. Ich will gar keine volle EM-Rente.
Mache mir aber jetzt schon ziemliche Gedanken, ob ich bei der Reha dann so einen klaren Kopf habe und überhaupt entscheiden kann....?
Wie wäre der weitere Werdegang ????????
Arbeit, Chef, Bezahlung - Geld, Wege die zu erledigen sind........
Vielen herzlichen Dank.
Angie

von
KSC

jetzt warten Sie mal die Reha ab,...
und wenn es dann zu einem Rentenantrag kommt, soll der Arzt Sie weiter au schreiben, bis über die Berentung entschieden ist.

Kommt es zu einer Teilrente, steht im Rentenbescheid ganz genau drin, bis zu welchem Betrag Sie zuverdienen dürfen - und daran können Sie sich orientieren, wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Reduzierung der Arbeit verhandeln.

Natürlich können Sie als freier Bürger jederzeit mit dem Chef absprechen, dass Sie nur noch Teilzeit arbeiten.
Aber was machen Sie , wenn es zu keiner Teilrente kommt, weil man sie nicht für erwerbsgemindert hält?

Dann sehen Sie mit Ihrer Teilzeit und dem Teilzeitlohn möglichewrweise "ganz alt" aus! Und Ihr Chef hat wahrscheinlich keine Veranlassung Sie wieder voll einzustellen.

Überstürzen Sie nichts, ändern Sie nicht voreilig Ihren Arbeitsvertrag und nutzen Sie das Beratungsangebot einer DRV Außenstelle - solche komplexen Themen lassen sich nämlich mündlich viel besser abhandeln.

von
-_-

"Was wäre wenn" hilft Ihnen doch nicht weiter. Da die Krankenkasse die Aufforderung zum Reha-Antrag schon übersandt hat und Sie den Antrag ja offenbar auch schon gestellt haben, können Sie jetzt erst einmal ganz gelassen den Bescheid der Rentenversicherung abwarten.

Alles andere nimmt danach seinen Gang. Sie können von sich aus nicht sagen: "Ich will nur noch 5 Stunden arbeiten und für den Rest der Arbeitszeit EM-Rente haben." Daher ändern Sie bitte auf keinen Fall den Arbeitsvertrag! Das kann Ihnen allenfalls Nachteile bringen.

Die Abstufungen für die EM-Rente können Sie unter
Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.lesen. Welches Leistungsvermögen bei Ihnen nach der Reha noch vorliegt, beurteilt der Arzt der Rentenversicherung. Wenn Sie den Job derzeit nicht schaffen, lassen Sie sich solange krankschreiben, bis die Reha vielleicht eine Besserung gebracht hat. Erst wenn Sie eventuell später einen Rentenbescheid in den Händen haben, können Sie sich über weitere Entscheidungen hinsichtlich des Arbeitsvertrages Gedanken machen und beraten lassen. Vorher lassen Sie den Vertrag so, wie er ist.

von
Corletto

Auf jeden Fall hat Ihnen die Krankenkasse ja die Reha auferlegt und damit ist ihr Dispositionsrecht schon mal eingeschränkt.

Ohne Absprache/Genehmigung durch die Krankenkasse können Sie jetzt den Reha antrag nicht mehr zurücknehmen und müssen - um ihren Krankengeld Anspruch nicht zu gefährden - die Reha antreten.

Außerdem empfehle ich auch erstmal den Ausgang der Reha abzuwarten.

Es ist ja keinesfalls gesichert, das ihnen Teil EM überhaupt zuerkannt wird.

Schon VOR der Reha und dessen Ergebnis mit dem Chef über eine Teilzeitstelle zu sprechen, würde ich ihnen keinesfalls empfehlen.

Kenne ihren Arbeitgeber natürlich nicht, aber hier könnten die grössten Probleme lauern und zwar dann , wenn ihr Arbeitgeber ihnen keine Teilzeitstelle anbietet bzw. anbieten will.

Er könnte Sie vor die Wahl stellen . entweder Vollzeit oder gar nicht !

von
Jürgen

Wenn ihr Arzt die Reha vorgeschlagen hat und sie diese beantragt haben, dann ist ihr Dispositionsrecht meiner Meinung nach nicht eingeschränkt, wenn die KK sie erst später zur Reha aufgefordert hat.

von
Rosanna

>>...dann ist ihr Dispositionsrecht meiner Meinung nach nicht eingeschränkt, wenn die KK sie erst später zur Reha aufgefordert hat.<<

Nur zur Kenntnis: DAS hat sich leider geändert! Inzwischen schränken auch "nachgeschobene" Aufforderungen das Dispositionsrecht ein!

von
neptun

Ich möchte mal anmerken, daß es schon opportun sein kann, sich detailliert im Vorfeld Gedanken zu machen. Es kommt nämlich immer auf die arbeits- und tarifvertraglichen Regelungen an.

Da kann man bei Bewilligung einer EM-Rente ganz plötzlich seinen Arbeitsplatz los sein, ohne daß man dies wollte. Und da nützt es unter Umständen nicht mal etwas, wenn man in der Widerspruchsfrist, die Rente zurück weist, oder auch eine volle in eine Teil-EM-Rente umwandeln möchte.

Auch bei gutgemeinten Tips kann man sich schnell verrennen, kennt man nicht alle Umstände des Einzelfalls.

LG Neptun